Rückblick: Gegen die SG Lebach-Landsweiler reichten vor neun Jahren der Borussia drei Treffer nicht zum Sieg
Unser Bild: Szene aus dem Lebacher Straftaum mit SG-Keeper Simon Ferner und den Borussen Marcel Jung und Kapitän Giuseppe Vituzzi. (Foto: Jan Sebastian Bach)
Wenn am kommenden Samstag die SG Lebach-Landsweiler zum Saisonauftakt ins Ellenfeld kommt, werden Erinnerungen wach. Denn exakt auf den Tag genau vor neun Jahren (am 1. August 2017, einem Dienstagabend) war die SG schon einmal erster Heimspielgegner der Borussia – auch damals nach einem Abstieg, nämlich dem aus der Oberliga. Nach einem 1:1 zum Auftakt bei den Sportfreunden Köllerbach trennten sich die Borussen und Lebach-Landsweiler bei der Saarlandliga-Premiere im Ellenfeld nach einem unterhaltsamen Spiel 3:3. Einzig verbliebener Akteur von damals: Lebachs Keeper Simon Ferner, der heute als Torwarttrainer in Diensten der SG steht. Aus Borussias Mannschaft ist keiner mehr im Ellenfeld. Wir blicken zurück.
Fortes fortuna adiuvat. So lautet – in lateinischer Sprache – ein Sprichwort der alten Römer. Den Tüchtigen hilft das Glück. Dieses Glück, in Form des späten Ausgleichstreffers, durfte Borussia im ersten Heimspiel der neuen Saison gegen die SG Lebach-Landsweiler zurecht für sich in Anspruch nehmen. Alles haben sie bis zur letzten Minute rausgehauen, sich das Glück im wahrsten Sinne des Wortes erarbeitet. Und wurden belohnt. Fast hätte es sogar noch zum Siegtreffer gereicht, wenn Giuseppe Vituzzi mit dem Schlusspfiff noch getroffen hätte, Lebachs Steven Cremers hatte was dagegen und rettete in höchster Not. Aber Borussias Siegtor wäre vielleicht auch zu viel des Glücks gewesen. Denn eine hochmotivierte und spielerisch gute Mannschaft aus Lebach hatte sich den einen Punkt durchaus verdient. Sechs Tore auf der reaktivierten Anzeigetafel, eine intensive und turbulente Partie, nichts für schwache Nerven – die Fans im Ellenfeld bekamen was geboten! „In der letzten Saison hätten wir so ein Spiel verloren“, war nach dem Schlusspfiff auf den Rängen zu hören. Da ist was Wahres dran. Auch insofern war die Saarlandliga-Premiere im Ellenfeld ein Fortschritt.

Der junge Benjamin Braun (hier gegen Lebachs Christian Brill) brachte Borussia nach gut einer halben Stunde in Führung. Heute spielt der Stürmer, mittlerweile 27jährig, beim SC Ludwigsthal. (Foto: Jan Sebastian Bach)
Borussia war die Nervosität zu Beginn anzumerken. Schon nach ein paar Minuten klatschte ein Freistoß der Gäste an den Pfosten, Philippe Persch parierte den Nachschuss reaktionsschnell. Nach 15 Minuten fand Borussia besser ins Spiel, ein strammer Schuss von Kamil Czermurzynski wurde vom Gästekeeper Ferner mit den Fingerspitzen gerade noch so über die Latte gelenkt. Auch Benjamin Braun scheiterte freistehend am Lebacher Torwart, machte es wenig später aber besser: Sein Schuss senkte sich, noch leicht abgefälscht, über Ferner ins Tor. Die Führung machte Borussia sicherer. Mit ihr in die Kabine zu gehen, wäre für das Nervenkostüm gut gewesen. Doch nach einer umstrittenen Ecke (Schiedsrichter Grill wollte den Ball im Toraus gesehen haben) köpfte Lebachs Wollscheid im allgemeinen Durcheinander das Leder zum Ausgleich ins Netz. Nach der Pause griff wieder eine gewisse Verunsicherung um sich. Lebach nahm die Fäden zunehmend in die Hand, der Lohn: Stürmer Krauß wurde steil geschickt, umkurvte den aus dem Tor herausstürzenden Philippe Persch und schob ein – 1:2! Borussia versuchte Druck aufzubauen, benötigte aber einen Foulelfmeter zum Ausgleich: Jens Kirchen ließ sich die Chance nicht entgehen. Doch die Freude des Borussen-Anhangs währte nur drei Minuten: Erneut war Krauß nach Eckball per Kopf zur Stelle, wieder Rückstand für die Ellenfelder! Sollte es so weiter gehen wie in der Vorsaison? Aber Borussia zeigte Moral, Tim Klein schafft das umjubelte 3:3. In der Nachspielzeit verpassten Nicolas Gil Rodriguez und Pino Vituzzi gar den „lucky punch“.

Jens Kirchen hat es eilig (oben): Soeben hat er per Foulelfmeter den 2:2-Ausgleich erzielt (unten), doch jetzt wollen die Borussen noch den Sieg. (Fotos: Jan Sebastian Bach)

Unter dem Strich steht ein gerechtes Resultat. Borussias Moral und kämpferische Leistung stimmten. Doch wie schon beim Auftakt in Köllerbach lässt sich das junge Team durch Rückschläge, sprich: Gegentore, noch zu leicht verunsichern. Zuweilen sorgen auch ungenaue Zuspiele oder leichtfertige Ballverluste im Spielaufbau für gefährliche Kontersituationen vor Philippe Persch. Drei Tore zuhause sollten eigentlich zum Sieg reichen. Die Gegentore entsprangen Situationen, vor denen Trainer Tobias Grimm vor dem Spiel ausdrücklich gewarnt hatte (Eckbälle und Konter). Hier gibt´s noch Arbeit. Darüber hinaus bewies der Coach beim Personal erneut ein glückliches Händchen: Die eingewechselten Jens Kirchen und Tim Klein zählten zu den Torschützen. Und die Gäste? Lebachs Trainer Furak Kremic hatte nach der Auftaktpleite seines Teams gegen Mettlach versprochen: „In Neunkirchen werden wir das besser machen!“ Keine Frage: Dieses Versprechen hat seine Mannschaft gehalten. (-jf-)
Statistik: Borussia – SG Lebach-Landsweiler 3:3 (1:1)
Borussia: Philipp Persch – Kamil Czermurzynski, Tim Cullmann, Mamadou Traore (46. Patrick Seidel), Giuseppe Vituzzi, Mo Benghebrid – Nicolas Jil Rodriguez, Jannik Nagel – Lionel Schmidt, Benjamin Braun (56. Jens Kirchen), Marcel Jung (70. Tim Klein). – Trainer: Tobias Grimm.
SG Le-La: Simon Ferner – Franz Brück, Steven Cremers, Dominik Jäkel, Takimi Ochi, Manuel Wollscheit (ab 61. Johannes Biewer), Cayan Boz, Christian Brill, Manuel Klotz (ab 80. Thomas Zimmermann), Peter Oswald, Sascha Krauß (ab 76. Etienne Graef). – Trainer: Faruk Kremic.
Tore: 1:0 (31.) Braun, 1:1 (43.) Wollscheid, 1:2 (58.) Krauß, 2:2 (69.) Kirchen (Foulelfmeter), 2:3 (72.) Krauß, 3:3 (90.) Klein. – Schiedsrichter: Grill (STV Urweiler). – Zuschauer: 300. – Gelbe Karten Borussia: Mamadou Traore (36.), Jannik Nagel (63.), Kamil Czermurzynski (65.).
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