Borussia als klarer Außenseiter heute Nachmittag (Anstoß: 16.30 Uhr) zu Gast beim SV Bliesmengen-Bolchen
Gegner und Gastgeber SV Bliesmengen-Bolchen geht „mit Lillig und viel Mut in die Verbandsliga-Saison“, wie die „Saarbrücker Zeitung“ vor einigen Wochen schrieb. Trotz des Abstiegs aus der Saarlandliga hat man auf der Trainerbank an Coach Mathias Lillig festgehalten und setzt im Stadion am Burgweg auf Kontinuität. Der 34jährige, der als Spieler schon für Hertha Wiesbach in der Oberliga und für seinen Heimatverein SV Bübingen in der Saarlandliga gekickt hat, hat erst im vergangenen Sommer Ex-Profi Björn Tarillon abgelöst, konnte aber den Sturz in die Verbandsliga nicht abwehren. Eine entscheidende Rolle dabei spielte die Schwäche auf eigenem Platz, wo man in der Vorsaison nur ein einziges Spiel gewinnen konnte. „Deshalb müssen wir in dieser Spielzeit unbedingt wieder Heimstärke entwickeln“, hat Stürmer Oliver Schramm die Marschroute ausgegeben, um möglichst direkt wieder in die Saarlandliga zurückzukehren. Der 28jährige präsentiert sich torhungrig wie eh und je, hat von den bisher 20 Treffern des Spitzenreiters exakt die Hälfte (10) erzielt. Kein Wunder, dass Coach Lillig froh ist, „einen so treffsicheren Angreifer in unseren Reihen zu haben.“ Der Trainer betont aber auch, „dass die gesamte Mannschaft das hervorragend macht“, und der Torjäger kann da nur zustimmen: „Ich will meinen Erfolg nicht zu hoch bewerten, denn letztlich entscheidend ist der gemeinsame Erfolg.“ Man spürt: In Bliesmengen geht viel, fast alles über Teamgeist!

Bei der Mission „Wiederaufstieg“ baut Bliesmengens Coach Mathias Lillig (li.) vor allem auf Top-Stürmer Oliver Schramm sowie die Valentini-Brüder Paolo und Nico (v.li.). (Fotos: fupa.net)
In diesem Team spielen die Valentini-Brüder eine wichtig Rolle. Nico Valentini ist Mengens Allzweckwaffe: Mal Linksverteidiger, mal linkes Mittelfeld, mal Innenverteidiger – „ich helfe dort, wo ich gerade am dringendsten gebraucht werde“, sagt der 28jährige, der stets sein um einige Minuten älterer Zwillingsbruder Paolo. Der Vater ist Italiener, die Mutter Deutsche. „Aufgrund der italienischen Wurzeln ist auch die Fan-Liebe zu Inter Mailand entstanden“, erzählt Paolo Valentini, der auch schon einige Male im San-Siro-Stadion live ein Spiel der Serie A erleben konnte. Was die Valentini-Brüder in Bliesmengen schätzen: „Hier kann man auf höherem Amateurniveau seinem Hobby nachgehen. Außerdem herrscht eine tolle Kameradschaft und wir haben viele Anhänger, die uns auch auf fremde Plätze begleiten.“ Neu in der Mannschaft sind Sascha Hassli, der aus Frankreich kam, Torwart Luca Rosenberger (vom SV Rohrbach), sowie die Mittelfeldakteure Leon Reichert, Michael Johann (beide vom FC Kleinblittersdorf) und Lukas Strauß (aus Walsdorf). Mit Marius Bauer (zum TuS Herrensohr), Adli Taghzoute (zum FC Kandil Saarbrücken), Jannik Bergmann (nach Ballweiler), Jonas Stark (zur pfälzischen Fortuna Billigheim-Ingenheim) und Lukas Stolz (nach Fechingen) musste man einige arrivierte Kräfte abgeben. Das ändert aber nichts an der Zielsetzung: Den Betriebsunfall Abstieg reparieren, wieder aufsteigen und das in den letzten Jahren erworbene Image einer Fahrstuhlmannschaft ablegen – so heißt es im Mandelbachtal.
Ausgangssituation: Diese Zuversicht konnte in Bliesmengen bisher durch Ergebnisse und Leistungen bestens bedient werden. Nachdem die Männer von Mathias Lillig bereits in der Vorbereitung durch ein 6:4 im Test gegen Oberligist SV Auersmacher aufhorchen ließen, setzten sie die Siegesserie in der Liga umgehend fort. Nach dem dramatischen 4:3 in Theley zum Start schoss man den SV Kirrberg gleich mit 6:1 aus dem Stadion, siegte 5:1 in Furpach und 1:0 gegen Reiskirchen, ehe man am letzten Wochenende auch mit dem FC Kutzhof mit 4:1 wenig Federlesens machte. Fünf Siege, volle Punktausbeute, mit 20 Toren die beste Offensive der Liga – muss man da über die Favoritenrolle im Menger „Kirb-Spiel“ gegen die Borussia noch ein Wort verlieren? Worin die Borussen allerdings durchaus mithalten können, ist die Defensivarbeit – hier hat Bliesmengen nur einen Treffer weniger kassiert als die Schützlinge von Senat Memedovski, die allerdings nach dem 0:0 des VfB Theley heute Abend bei der SG Lebach-Landsweiler wieder die rote Laterne der Tabelle innehaben. Der Tabellenführer gegen das Schlusslicht, eigentlich eine klare Sache. Für die Borussen heißt es: Herz in beide Hände nehmen, alles reinhauen und dann sehen, was am Ende dabei herauskommt. „Ihr habt keine Chance, also nutzt sie“, mag man den Jungs zurufen. Ungeachtet aller Voraussetzungen freut man sich im Mandelbachtal auf das Gastspiel der Borussia. „Natürlich ist die Brisanz nicht mehr so wie in vergangenen Tagen, aber für uns ist es immer wieder eine ganz besondere Begegnung“, sagt der langjährige mittlerweile „im Ruhestand“ befindliche Stadionsprecher Günther Klingler, der für dieses Spiel aushilfsweise noch einmal die Position am Mikrofon ausfüllt und früher zu den großen Zeiten der Borussia selbst oft als Zuschauer im Ellenfeld war.

Im letzten Jahr siegte Borussia in Bliesmengen auch dank dieses Treffers von Kristof Scherpf mit 3:1 (Foto oben: -rh-), im Rückspiel dagegen war die insolvenzbedingt völlig neu formierte Mannschaft mit Jean-Charles Mananga Monthe (unten gegen Bliesmengens Jonathan Böffel und Moritz Schreiber/Foto: -jf-) chancenlos und unterlag 2:11.

Bisherige Bilanz: Zehnmal trafen beide Clubs in den letzten Jahren aufeinander, neun Begegnungen gab es in der gemeinsamen Saarlandligazeit, in denen Borussia sechs Siege errang, Bliesmengen derer drei. Die letzte Partie in der Ferraro-Sportarena endete im Frühjahr 2:11 – allerdings ein Ergebnis ohne Wert, da die Borussen nach dem Abgang des kompletten Kaders nicht konkurrenzfähig waren. Das letzte Spiel in Bliesmengen in der Vorrunde 2025/26 entschied Borussia dagegen noch mit 3:1 für sich. Unvergessen ist auch das dramatische Elfmeterschießen im Saarlandpokal im Oktober 2024, wo die Mannschaft aus dem Ellenfeld am Ende mit 10:9 die glückliche Oberhand behielt.

Schiedsrichter des Spiels am Stadion am Burgweg ist (nach Angaben von fussball.de) mit Tim Großmann (Foto oben/-jf-) einer der talentiertesten Unparteiischen im Saarländischen Fußballverband (SFV), der zu Saisonbeginn den Aufstieg in die Oberliga geschafft hat. Der 22jährige jagte als Kind selbst für seinen Heimatverein SC Fortuna Büschfeld dem Ball hinterher, doch kam dann durch seinen Vater, der ebenfalls Schiedsrichter war, schon in jungen Jahren zum Dienst an der Pfeife. Sein allererster Einsatz: Eine E-Jugend-Partie des SV Merchingen. Seine echte Feuertaufe erlebte er im B-Junioren-Endspiel zwischen dem 1. FC Saarbrücken und der SV Elversberg: „Mein erstes größeres Spiel vor 700 Zuschauern in Rehlingen, da war alles drin, was zu einem Fußballkrimi gehört“, erinnert sich der junge Mann. „Viel Fleiß, die Bereitschaft zu ständiger Fortbildung und seine unaufgeregte Art der Spielleitung“ schätzt Kreis-Schiedsrichterobmann Gerhard Bednorz an Tim Großmann, der neben der Schiedsrichterei sich noch in der Freiwilligen Feuerwehr engagiert, gerne mit dem Mountainbike den Hochwald erkundet und einer Dart-Partie mit seinen Freunden nicht abgeneigt ist. In der vergangenen Spielzeit war Tim Großmann gleich in zwei Spielen der Borussia im Einsatz: Ausgerechnet beim 2:11 gegen Bliesmengen und am letzten Spieltag im Ellenfeld gegen Saar 05 (0:3). Im Stadion am Burgweg wird Tim Großmann von seinen Assistenten Maximilian Lerch und Nils Mehle an den Seitenlinien unterstützt. Wir wünschen dem Schiedsrichterteam eine gelungene Spielleitung! (-jf-)
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