Borussia erwartet im zweiten Heimspiel der neuen Saison mit dem VfL Primstal erneut einen Titelaspiranten / Anstoß im Ellenfeld am heutigen Freitag um 18.45 Uhr
Der Gegner und Gast aus Primstal wird von vielen Liga-Konkurrenten als Anwärter auf den Meistertitel eingestuft. Das ergibt sich fast automatisch aus dem guten Abschneiden der vergangenen Saison, als die Rot-Schwarzen als Vizemeister in der Relegation nur denkbar knapp im Elfmeterschießen gegen den FV Bischmisheim die Rückkehr in die Saarlandliga verpassten. Dorthin will der VfL nur allzu gerne nach dem Abstieg (im Sommer 2024) zurückkehren. Dabei hat der VfL allerdings ein Problem: Wer wird die in der Vorsaison so torgefährliche Offensive (mit 89 Treffern, gemeinsam mit Meister FC Freisen die stärkste der Liga!) bilden? Denn dort drückt der Schuh ganz gewaltig, da die drei herausragenden Torschützen zunächst ausfallen: Luca Benno Schmitt, Atonio Chitu und Etienne Alt. Luca Benno Schmitt war 2024 vom FC Blau-Weiß St. Wendel ins Allerswald-Stadion gekommen, der 23jährige, der von seinen Kameraden nur „Schmiddi“ gerufen wird, zeichnete in 29 Spielen für 27 Treffer verantwortlich. Antonio Chitu hatte beim SV Weiskirchen-Konfeld durch eine mehr als beachtliche Torquote (77 Treffer in 109 Spielen!) auf sich aufmerksam gemacht, ehe er in vergangenen Sommer vom VfL an Land gezogen wurde. Schließlich konnte der 19jährige Etienne Alt, der aus der JFG Schaumberg-Prims hervorging, schon nach 10 Spielen (9 Tore) in der vergangenen Vorrunde wegen einer Schambeinentzündung und anschließender Überlastungsreaktion nicht mehr auflaufen. „Sie werden die ersten Spiele definitiv verpassen, es handelt sich leider um langwierige Geschichten“, erklärte Primstals sportlicher Leiter Thomas Paulus in einem Beitrag der „Saarbrücker Zeitung“, und sein Coach Yannick Schneider fügt hinzu: „Wir müssen uns gerade ein bisschen neu erfinden wegen dieser Ausfälle.“

Trainer Yannick Schneider und sein Co Steffen Haupenthal vermissen derzeit die drei treffsichersten Stürmer Luca Benno Schmitt, Antonio Chitu und Etienne Alt (oben, v.l./Fotos: fupa.net) – kann Routinier und VfL-Urgestein Pascal Limke (hier vor Alexander Velikov am Ball/Foto: -jf-) in die Lücke springen?

Doch dem VfL ist trotzdem nicht bange. „Wir haben in der vergangenen Spielzeit oft genug bewiesen, dass wir trotz vieler Ausfälle als Team zusammenrücken – und das können wir auch jetzt wieder schaffen“, zeigt sich Thomas Paulus zuversichtlich. Ob der langjährige Kapitän Pascal Limke in der Offensive eine Ersatzlösung sein kann? Das Primstaler „Urgestein“ fehlte dem VfL seit Oktober 2025, als er nach einem 6:2-Pokalsieg beim VfB Theley eine Herzmuskelentzündung erlitt, die er nach mehrmonatiger Auszeit nun überstanden hat. Laut Thomas Paulus ist der 31jährige Mittelfeldspieler mit viel Drang nach vorne fit und einsatzbereit. Verantwortlich auf der Trainerbank des VfL ist seit Sommer 2025 ein Duo: Yannick Schneider und Steffen Haupenthal lösten vor Jahresfrist das Gespann Tobias Zimmer / Andreas Caryot ab. Schneider könnte selbst auch noch als Angreifer auflaufen und war zuvor fünf Jahre lang als Spielertrainer bei der zweiten Garnitur von Hertha Wiesbach aktiv. Zuvor kickte der 35jährige in der Saarlandliga für die Spvgg Quierschied und den FV Eppelborn, spielte dann in der Verbandsliga für Preußen Merchweiler, wo ihn eine Knieverletzung stoppte. Mit Steffen Haupenthal steht Yannick Schneider eine VfL-Ikone als Co-Trainer zur Seite: Der 33jährige hatte sich zwar im September 2023 beim 3:3 gegen Hasborn eine schwere Knieverletzung zugezogen, stand in den Spielzeiten danach aber immerhin in einigen Partien wieder seinen Mann.
Die personelle Fluktuation im Sommer hielt sich in Grenzen. Neu im Kader sind Abwehrspieler Noah Hannebauer (aus Neunkirchen-Selbach), für das Mittelfeld sind Felix Erbel (aus der U17 der SV Elversberg) und Jan Deuber (von der SG Peterberg) gekommen. Verabschiedet hat sich Jesse Veit (zum SV Büschfeld-Nunkirchen). Ansonsten vertraut man auf das eingespielte Team. Die Testspiele in der Sommervorbereitung verliefen für Primstal durchwachsen. Beim Benkenbachturnier des FSV Sitzerath musste der VfL nach einem 2:0-Sieg gegen die SG Rascheid die Überlegenheit des Rheinlandligisten SG Hochwald neidlos anerkennen (0:6), unterlag auch bei den Saarlandligisten Palatia Limbach (0:5) und FV Schwalbach (1:3), ehe es bei der SG Wadrill-Sitzerath mit 2:1 wieder ein Erfolgserlebnis gab. Den Grundstein für einen möglichen Aufstieg will man vor allem im heimische Allerswald-Stadion legen, das zu einer Festung werden soll. Allerdings konnten die Rot-Schwarzen im Vorjahr auch auswärts fleißig punkten (zuhause und auf fremdem Platz jeweils 32 Zähler) und nahezu ebenso häufig ins Tor treffen (44) wie auf heimischem Gelände (45). Interessant am Rande: Der brasilianische Torhüter Alisson Becker, derzeit in Diensten des FC Liverpol und 2019 zum Welttorhüter gewählt, hat seine familiären Wurzeln in Primstal! Beim VfL würde man sich sehr freuen, wenn der berühmte Ururur-Enkel mal im Allerswald vorbeischauen würde. Der VfL-Vorsitzende Alwin Arm verspricht: „Wir würden ihm selbstverständlich einen gebührenden Empfang bereiten, den er nie vergessen würde!“
Die Ausgangssituation weist den VfL Primstal als Favorit aus, auch wenn es zuletzt bei einem der größten Rivalen im Titelkampf, der SG Lebach-Landsweiler, eine 1:4-Niederlage gab. Im ersten Saisonspiel war Primstal mit dem gleichen Ergebnis gegen die FSG Schiffweiler-Landsweiler siegreich geblieben. Mit einem Sieg im Ellenfeld würde sich der VfL eine gute Ausgangsposition schaffen, wenn am kommenden Wochenende mit dem TuS Steinbach ein weiterer im Aufstiegsrennen hochgehandelter Club in den Allerswald kommt. Die Borussen zeigten zum Auftakt gegen Lebach eine Leistung, mit der man das zahlreich erschienene Publikum durchaus mitnehmen konnte. In Reiskirchen gab es erstmals nach ganz langer Zeit kein Gegentor. Gegen Primstal soll jetzt – unabhängig vom Ergebnis – der nächste kleine Schritt nach vorne gemacht werden. Nach dem Sonntagsspiel in Reiskirchen hat sich die Mannschaft in zwei intensiven Trainingseinheiten (Dienstag und Donnerstag) auf die Partie vorbereitet. „Die Jungs werden auf jeden Fall alles geben, und dann schauen wir, was am Ende dabei herauskommt“, glaubt Trainer Senat Memedovski auf eine kleine Chance für sein Team und appelliert an die Zuschauer: „Eine erneut gute Kulisse würde unserer jungen Truppe ganz sicher weiterhelfen!“

Letztmals trafen Primstal und Borussia im April 2024 im Allerswald aufeinander, Borussia (hier mit Tim Klein gegen Felix Schröder/Foto: -jf-) siegte mit 2:0.
Die bisherige Bilanz fällt zugunsten Borussias aus. In 10 Spielen gemeinsamer Zugehörigkeit zur Saarlandliga (seit 2017) siegten die Borussen fünf Mal, Primstal konnte zwei Siege verbuchen, gewann aber noch nie im Ellenfeld. Dreimal trennten sich beide Mannschaften unentschieden. Doch daraus einen Vorteil für Borussia abzuleiten, wäre verfehlt. Man bedenke: Letztmals standen sich der VfL und Borussia am 20. April 2024 im Allerswald-Stadion gegenüber – aus der damaligen Borussen-Startelf (Strack, Braun, Cullmann, Dahler, Purket, Backes, Christmann, El Khadem, Müller, Cupelli, Klein ist kein einziger Spieler mehr dabei!
Schiedsrichter des Spiels im Ellenfeld ist (nach Angaben von fussball.de) Marc Putzer. Der junge Schiedsrichter pfeift für den FV Schwalbach und hat eine sehr gute Entwicklung genommen. Seit Oktober 2024 gehört er zur Riege der saarländischen Ziffer-Schiedsrichter und ist als Schiedsrichter-Assistent auch in der Oberliga sowie in übergeordneten Jugend- und Nachwuchsligen unterwegs. Marc Putzer, der im Februar 2025 beim Test in Reisbach schon einmal ein Spiel der Borussia geleitet hat, wird an den Seitenlinien von seinen Assistenten Kevin Decker und Louis Bernard unterstützt. Wir wünschen dem Schiedsrichterteam eine gute Anreise und eine gelungene Spielleitung! (-jf-)
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