Zum Auftakt in die Verbandsliga-Saison empfängt die Borussia morgen am Samstagnachmittag im Ellenfeld gleich einen Titelanwärter: Die SG Lebach-Landsweiler / Anstoß: 16.30 Uhr!
Unser Bild: Aufbruch ins Ungewisse – wohin führt die Reise der Borussia? Wäre der Saisonauftakt im Ellenfeld ein Film, dann könnte der Filmtitel in etwa so lauten! (KI-Bild: -jf-)
Der Gegner aus Lebach war in den vergangenen Jahren stets knapp am Aufstieg gescheitert. Zwei dritte Plätze und jetzt ein vierter Platz konnten sich durchaus sehen lassen, aber die ersehnte Rückkehr in die Saarlandliga, die man vor acht Jahren verlassen musste, blieb den Vereinigten verwehrt. Jetzt soll ein erneuter Anlauf genommen werden. Und das mit neuer sportlicher Führung: Mario Valtchev hat jetzt nach dem Abgang des bisherigen Trainers Faruk Kremic, der zur SG Moseltal wechselte, als Übungsleiter das Sagen. „Er ist seit 2017 Spieler bei uns, wuchs in die Rolle hinein und signalisierte schon früh, dass er nach seiner Laufbahn als Spieler den Weg als Trainer einschlagen wolle. Er kennt den Verein und sein Umfeld bestens. Da lag es nahe, in ihm einen Mann mit Stallgeruch zu installieren“, begründet der Vorsitzende Thomas Kuhn die Trainerwahl. Valtchev? Da klingelt es bei manchem Borussen-Fan in den Ohren. Marios Vater Valentin Valtchev war im Ellenfeld nur Spieler, sondern auch Trainer! Von Lokomotive Plovdiv war der heute 59jährige 1995 zur Borussia gekommen, war anschließend bei der SV Elversberg, Röchling Völklingen und in Riegelsberg aktiv, ehe er im Sommer 2016 auf der Borussen-Trainerbank Platz nahm. Dort war ihm allerdings keine lange Zeit vergönnt: Schon im November war Schluss – viel zu früh, meinen manche noch heute.

Unser Bild: Neu-Trainer Mario Valtchev baut bei der Mission „Aufstieg“ vor allem auf seine Top-Torschützen Jens Meyer und Jan Alexander Mende, „Königstransfer“ Torhüter Julian Wamsbach soll der Defensive mit seiner reichhaltigen Erfahrung Stabilität verleihen (v.li.). (Fotos: fupa.net)
Valtchev-Sohn Mario sieht in der Tatsache, dass er als letztjähriger Stammspieler jetzt der Chef ist, kein Problem: „Ich weiß, dass die Mannschaft es akzeptiert, dass ich jetzt die Ansagen mache. Unsere Zusammenarbeit ist von gegenseitigem Respekt getragen.“ Seit dem 22 .Juni bittet Valtchev seine Schützlinge zu vier bis fünf Übungseinheiten pro Woche. Mit dabei auch die Neuen: Innenverteidiger Christoph Schmitz (vom FV Eppelborn), Manuel Stoffel (vom SV Walpertshofen), Florian Müller und Nils Francus (beide von der JFG Saar-Mitte) und Torhüter Julian Wamsbach, der – vom 1. FC Reimsbach gekommen – aus seiner Zeit in Saarbrücken, Wiesbach und Dillingen ganz viel höherklassige Routine mitbringt und als „Königstransfer“ der Defensive den nötigen Rückhalt geben soll. Im Gegenzug haben Jonas Gau (zum 1. FC Saarbrücken II), Simon Grohs (als spielender Co-Trainer zum SV Bübingen), David Dräger und Johannes Biewer (beide nach Falscheid) den Club verlassen. Zudem gab es intern drei Wechsel: Meikel Bender rückt in die zweite Mannschaft, dafür sind Erik Valtchev und Aton Gretz neu im Verbandsliga-Team. In der Offensive baut man vor allem auf die beiden besten Torschützen der letzten Spielzeit: Kapitän Jens Meyer hat nicht nur 18 Mal getroffen, sondern auch gleich 13 Torvorlagen geliefert. Jan Alexander Mende steht ihm mit 13 Torerfolgen nicht viel nach.
Die Testspiele verliefen erfolgreich: Einem 4:4 zum Start beim SV Holz-Wahlschied folgten ein 6:2 gegen die SG Körprich-Bilsdorf, ein 1:1 in Siersburg und vor Wochenfrist ein 2:1-Sieg beim 1. FC Riegelsberg. Das Saisonziel ist vorgegeben: „Wir wollen auch in diesem Jahr ganz vorne dabei sein. Am Saisonende nach dann neun Jahren Verbandsliga wieder in die Saarlandliga hochzugehen – das wäre ein guter Zeitpunkt“, hat Boss Thomas Kuhn ganz klar den Aufstieg im Visier. Um dieses Ziel zu erreichen, will man bei den Vereinigten vor allem die Vorrunde besser spielen als in der vergangenen Saison: „Da hatten wir im Winter einen zu großen Abstand auf die Spitzenplätze“, so Thomas Kuhn. Coach Mario Valtchev hat aber starke Konkurrenz ausgemacht: „Vorjahresvizemeister VfL Primstal gehört ebenso zu meinen engen Titel-Kandidaten wie die Reserve des FC Homburg und TuS Steinbach und Absteiger SV Bluesmengen-Bolchen, der sicher auch gleich wieder in die Saarlandliga hoch will.“ Gespielt wird in der Verbandsliga grundsätzlich in Lebach, „die zweite Mannschaft spielt wie bisher in Landsweiler“, erklärt Vereinschef Kuhn.
Borussia wünscht der SG Lebach-Landsweiler und allen Fans, die ihr Team zum Saisonauftakt begleiten, eine gute Anreise – herzlich willkommen im Ellenfeld!
Die Ausgangssituation ist – wie meist zu Beginn einer neuen Spielzeit – völlig offen. Die Vorbereitung und mit ohr die Testspiel-Ergebnisse sind Schall und Rauch, jetzt gilt es Farbe zu bekennen. Das Ganze hat vor dem ersten Spieltag ein bisschen was von einer Wundertüte. Wo Lebach-Landsweiler und Borussia draufsteht, weiß man noch nicht so genau, was in dieser Saison drin ist. Das gilt vor allem für die völlig neu formierte Mannschaft aus dem Ellenfeld. „Die Borussia kann man noch gar nicht einschätzen“, meint so denn auch Lebachs Vorsitzender Thomas Kuhn. In drei Trainingseinheiten hat Borussen-Coach Senat Memedovski in dieser Woche seine Truppe auf den Saisonauftakt eingestellt. Richtig zufrieden ist er mit der Vorbereitung nicht: „Es war stellenweise schwierig. Neben dem Sportlichen sind auch Verlässlichkeit und Disziplin Felder, an denen wir noch arbeiten müssen. Aber es ist ganz normal, dass bei 15 neuen Akteuren nicht gleich alles normal verläuft“, wiederholt der Übungsleiter fast gebetsmühlenartig seinen Appell an Anhang und Umfeld, Ruhe und Geduld für seine junge Truppe zu bewahren und mit möglichst zahlreicher und lautstarker Unterstützung, aber ebenso realistischer Erwartungshaltung ins Ellenfeld zu kommen. Kein Zweifel: In der neuen Truppe stehen einige entwicklungsfähige Spieler, denen aber noch die gemeinsame Erfahrung fehlt. In einer Umfrage des online-Magazins SCB (Sport-Community-Blies) glauben bei einer Abstimmung 81 Prozent, dass die Borussia für die neue Verbandsliga-Saison keine schlagkräftige Mannschaft zusammenhabe, nur 19 Prozent sagen zu dieser Frage „Ja“ – eigentlich die beste Gelegenheit, den Skeptikern das Gegenteil zu beweisen! Dabei sollten die jungen Borussen bei ihrem Neustart auch an ein Wort des amerikanischen Motivationsredners und Autors Zig Ziglar (1926-2012) denken: „Du musst nicht großartig sein, um anzufangen. Aber du musst anfangen, um großartig zu werden.“

Unser Bild: 5:1 gewann Borussia im November 2017 in Lebach – Marco Dahler sorgte in dieser Szene mit seinem Kopfball zum 3:1 für die Vorentscheidung. (Archivfoto: Thomas Burgardt – vielen Dank!)
Bisherige Spiele: Borussia und die SG Lebach-Landsweiler trafen in den letzten Jahren im Liga-Betrieb erst zweimal aufeinander. In der Saarlandliga-Saison 2017/18 trennten sich beide Teams im Ellenfeld 3:3 (wir berichteten), im Rückspiel blieben die Borussen nach torloser erster und dominanter zweiter Halbzeit klar mit 5:1 obenauf. Die Torschützen in Lebach: Marvin Gabriel, Jens Kirchen, Marco Dahler, Kamil Czeremurzynksi und Marcel Jung. Bei diversen Hallenturnieren spielten beide Mannschaften mit unterschiedlichem Erfolg gegeneinander.
Schiedsrichter der Partie ist (nach Angaben von fussball.de) Julian Lehmann. Der 36jährige hat früher aktiv für seinen Verein SC Wemmatia Wemmetsweiler gekickt und ist jetzt nach einer kleinen Pause für die Wemmatia an der Pfeife. Seit 2025 gehört er zu den Zifferschiedsrichtern des Saarländischen Fußballverbandes (SFV). Die Schiedsrichterprüfung hat er 2023 mit dem bestmöglichen Ergebnis (60 von 60 Punkten) bestanden, wie sein Verein auf der Website berichtet. Das Spiel gegen Lebach ist für Julian Lehmann eine Premiere im Ellenfeld-Stadion. Ihm assistieren an den Seitenlinien Leon und Jonas Brach. Wir wünschen dem Schiedsrichter-Gespann eine gute Anreise und eine gelungene Spielleitung! (-jf-)
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