Den letzten Test verliert Borussia mit 0:1 beim pfälzischen TuS Schönenberg
Unser Bild: Echte Torgefahr wie in dieser Szene strahlten die Borussen in Schönenberg zu wenig aus. (Foto: -jf-)
Hinter dem Tor in einem der angrenzenden Garten flatterte sie im Wind: Eine Fahne in Rot und Weiß. Sie signalisierte, in welchem fußballerischen Hoheitsgebiet die Borussia gestern zu Gast war. In Schönenberg-Kübelberg hängt das Herz vieler Menschen am 1. FC Kaiserslautern. Vereinzelt aber gibt es in dieser Gegend sogar – man mag es kaum glauben! – Anhänger der Borussia älteren Jahrgangs, die sich an die großen Zeiten des Vereins noch erinnern können. Und so weckte die rot-weiße Flagge hinter dem Tor auch wehmütige Erinnerungen an eine Epoche, in der die Borussen mit den Roten Teufeln auf Augenhöhe spielten. Das ist 60 Jahre her. Die Gegenwart hießt Verbandsliga Nord-Ost. Diese Realität, diese Aufgabe gilt es anzunehmen.
Dass diese Aufgabe schwer genug ist, zeigte auch das letzte Testspiel gegen den TuS Schönenberg, das die Borussen mit 0:1 verloren – nach dem Finale in der Stadtmeisterschaft gegen Ludwigsthal die zweite Niederlage in der Vorbereitung. Die Partie riss die Zuschauer sicher nicht vom Hocker: Wenig Torgefahr, viel Mittelfeldgeschehen, noch zahlreiche Missverständnisse – sicherlich auch bedingt durch das Fehlen einiger Akteure auf beiden Seiten. Während die Gastgeber einige Stammspieler für das am kommenden Mittwoch anstehende Verbandspokalspiel schonten, musste Borussen-Coach Senat Memedovski verletzungs- und urlaubsbedingt auf wichtige Kräfte verzichten. Zudem musste auf Seiten der Borussia Kapitän und Abwehrorganisator Marvin Müller (Foto unten/-jf-) früh wegen Leistenbeschwerden ausgewechselt werden.

Die Borussen gaben kämpferisch alles, hatten phasenweise optisches Übergewicht und mehr Spielanteile, doch wirklich torgefährliche Aktionen konnten kaum kreiert werden. Der zielführende Pass hinter die gegnerische Abwehrkette kam zu selten an. Das einzige Tor des Tages fiel nach 70 Minuten durch einen allerdings nicht unhaltbar scheinenden Distanzschuss von Schönenbergs Niklas Buhles. Borussia versuchte zwar, der Partie nochmal eine Wende zu geben, aber der entscheidende Durchbruch gelang nicht mehr. Wieder offenbarte sich: Der Angriff ist die Problemzone, besitzt zu wenig Durchschlagskraft. Richtig stürmisch blies in Schönenberg eigentlich nur der Wind, der über den durch Hitze und Trockenheit doch stellenweise arg strapazierten Rasen pfiff.

Trainer Senat Memedovski (Foto oben/-jf-) bittet Anhang und Umfeld der Borussia aber weiter um Geduld und erinnert an die außergewöhnliche Ausgangssituation: „Es ist ja nicht so wie bei den meisten anderen Vereinen, dass wir lediglich drei, vier oder fünf neue Spieler zu integrieren hatten. Nein, wir haben eine komplett neue Mannschaft mit Spielern vieler unterschiedlicher Charaktere aufzubauen, in der nur noch fünf Akteure aus der vergangenen Saison stehen. Dazu kommt, dass wir die jüngste Mannschaft der Liga haben. Dass so etwas Zeit braucht, ist ganz normal“, appelliert der Borussen-Coach daran, „nicht die Nerven zu verlieren, wenn es nicht gleich rund läuft. Zumal die Bedingungen in der Vorbereitung zuweilen schwierig waren: Immer wieder fehlten Spieler aus den unterschiedlichsten Gründen. Da ist es dann nicht so einfach, Pass- und Laufwege einzustudieren und so zu verinnerlichen, dass sie automatisiert ablaufen.“
Generalprobe verpatzt, gelingt jetzt die Premiere? Will man einer alten Theaterweisheit folgen, würden die Aussichten für den Verbandsliga-Auftakt gegen die SG Lebach-Landsweiler gar nicht mal so schlecht stehen. Zunächst allerdings steht diese Aussage im Konjunktiv. Dreimal versammelt Senat Memedovski seine Schützlinge in der neuen Woche zum Training, bevor es am Samstag um 16.30 Uhr im Ellenfeld losgeht. Der Trainer weiß: „Wir haben noch ganz viel Arbeit vor uns, müssen schnell aus sehr wenig ganz viel machen!“ (-jf-)
Unsere Bilder zeigen Eindrücke vom Vorbereitungsspiel der Borussia in Schönenberg. (Fotos: -jf-)






















#
Hinterlasse jetzt einen Kommentar