Beim 0:3 gegen Schwalbach lieferte die neue junge Mannschaft der Borussia ihre bislang vielleicht beste Leistung ab / Entscheidung erst durch zwei Treffer in der Schlussphase / Kevin Lüder: „Das Stadion und die gute Kulisse im Ellenfeld waren eine besondere Motivation“
Unser Bild: Mit ganz viel Leidenschaft wie in dieser Szene Amah Dimtri Anenou stemmten sich die weißen Borussen den grünen Schwalbachern (hier: Noah Eisenbarth) entgegen. (Foto: -jf-)
Vielleicht den einen oder anderen Gegner ein bisschen ärgern – das hatten sich Kevin Lüder und seine der Not gehorchend völlig neu zusammengestellte Truppe nach der Winterpause vorgenommen. Am vergangenen Sonntag gegen den FV Schwalbach ist dieses Vorhaben nach einigen deftigen Niederlagen erstmals gelungen. Zwar mussten sich die Borussen am Ende mit 0:3 geschlagen geben, hatten zuvor jedoch gut dagegen gehalten. Als es nach 80 Minuten immer noch „nur“ 0:1 stand, schwante Schwalbachs Coach Toni Jakic Böses: „Ich habe meinen Jungs gesagt: Wenn wir nicht das 2:0 machen, geht das hier 1:1 aus, denn dann passiert das, was in solchen Situationen im Fußball oft passiert: Dann rutscht hinten irgendwann noch ein Ding rein!“ Doch Matthias Schäfer und Marius Puhl befreiten ihren Coach von derartigen Befürchtungen und nutzten in der Schlussphase zwei Unkonzentriertheiten in der Borussen-Abwehr zu zwei weiteren Treffern.
Dennoch durfte Kevin Lüder seine nach der Partie im Mannschaftskreis versammelten Schützlinge loben: „Männer, ich bin stolz auf Euch!“ Das durfte der Trainer auch sein, hatten die Borussen doch trotz des Ausfalls einiger Stammspieler (Tomas Schlegel, Jean-Charles Mananga-Monthe, Besart Sulejmanaj) gut dagegen gehalten. Zwar waren die Gäste spielbestimmend, spielten wie im Handball immer wieder um den Strafraum herum und suchten eine Lücke, die sie jedoch gegen eine gut organisierte und kompakte Borussen nicht fanden. Was Toni Jakic in dieser Phase gar nicht gefiel: „Ihr spielt viel zu früh nach außen“, monierte Schwalbachs Trainer, während sein Gegenüber Kevin Lüder, der von der Seitenlinie aus aktiv „mitspielte“, auf und ab tigerte und Instruktionen gab, vor allem mit der Disziplin sehr zufrieden war: „Gut macht Ihr das, das ist unser Zuhause!“


Stadion-Erlebnis: Mit viel Applaus wurden die jungen Borussen begrüßt und am Ende auch verabschiedet. (Fotos: -jf-)

Dass sich Schwalbach trotzdem einige Gelegenheiten erspielte, war nicht zu verhindern, doch auch Borussias Keeper hatte seinen Anteil daran, dass die Null lange stand. So musste nach 38 Minuten ein Elfmeter herhalten, als Simon Frisch über das Bein eines Abwehrspielers stolperte. „Ein Strafstoß, den man geben kann, aber nicht muss“, bewertete Boris Schellenberg die Entscheidung des insgesamt guten Referees Maximilian Paul Schommer vom FC Freisen. In dieser Einschätzung bestätigt wurde Borussias sportlicher Leiter nach dem Spiel durch die Videoaufnahmen von Heinz Petri, die nahelegen, dass zuerst der Ball gespielt und zur Ecke abgewehrt wurde, ehe es zum Sturz kam. Wie dem auch sei: Aufgrund der Spielanteile war das 1:0 sicher nicht unverdient, aber schon ein wenig unglücklich für die tapferen Borussen, die auch selbst ein paar offensive Akzente setzen konnten, jedoch entweder am Außennetz (27.) oder an einem gegnerischen Abwehrbein (43.) scheiterten. Mit viel Beifall wurden Kevin Lüder und seine Jungs in die Halbzeitpause entlassen. Allerdings befürchtete Boris Schellenberg für die zweiten 45 Minuten einen Substanzverlust: „Einige haben, wohl aufgrund des ungewohnten Naturrasens, Wadenprobleme. Das könnte eng werden!“
Doch das bestätigte sich nicht. Zwar bot sich der guten Kulisse von 350 Zuschauern nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild (Schwalbach um Ergebnisverbesserung bemüht, Borussia mit viel leidenschaftlicher Gegenwehr), doch der von manchem erwartete Einbruch blieb aus. Aufopferungsvoll stemmten sich die Borussen nach wie vor den Gästen entgegen und konnten so bis weit in die zweite Spielhälfte hinein das Fünkchen Hoffnung auf einen Punktgewinn am Glimmen halten, ehe Kraft und Konzentration am Ende doch nachließen und Schwalbach die Resultatsverbesserung erlaubten.
Trotzdem waren Kevin Lüder und Boris Schellenberg mit dem Auftritt ihrer Mannschaft zufrieden. „Die Jungs haben diszipliniert umgesetzt, was wir besprochen hatten. Wir hatten eine neue Taktik gewählt, und die hat sich hier auf dem großen Platz unter dem Strich als richtig erwiesen. Die Jungs haben ihr Herz auf dem Platz gelassen und konnten den Zuschauern zeigen, dass das Ellenfeld unser Zuhause ist und dass wir, egal wie es ausgeht, um dieses Zuhause kämpfen“, befanden Borussias Trainer und sportlicher Leiter unisono. Das Spiel im Stadion sei für alle ein ganz besonderes Erlebnis gewesen: „Das hat uns in die Karten gespielt und uns ebenso wie die Kulisse zusätzliche Motivation gegeben. Da muss ich auch jeden spielen lassen, der im Kader steht“, begründete Kevin Lüder die zahlreichen Wechsel in den letzten 20 Minuten und gestand, „dass die Jungs ab der 80. Minute sogar aufmachen und auf den Ausgleich spielen wollten. Da mussten wir sie bremsen, da wir zum Wechseln nur noch defensive Spieler auf der Bank hatten.“ Aber auch dem FV Schwalbach zollten die Borussen Respekt: „Ein starker Gegner, der uns einen fairen Kick geliefert hat“, so Boris Schellenberg.
Die Zuschauer im Ellenfeld, darunter einige aus Nancy und Saarbrücken sowie einige Schalker, die ihre Freude über den 2:1-Sieg ihrer Mannschaft im benachbarten Elversberg in Neunkirchen ausklingen ließen, konnten, was die eigene Mannschaft angeht, jedenfalls eine unübersehbare Entwicklung der jungen Truppe feststellen und verabschiedeten ihre Team mit viel aufmunterndem Applaus. Auch wenn es am Ende keine Punkte gab, auch wenn wieder Rückschläge kommen: „Es geht weiter, immer weiter, immer weiter voran. Ich bin und bleibe auch in Zukunft der Mensch, der wirklich kämpfen kann“, heißt es in einem Lied der Gruppe Frei.Wild. Diese Botschaft wollen Kevin Lüder und Boris Schellenberg ihren Jungs auch für die restlichen Spiele der Saison mit auf den Weg geben. (-jf-)
Unsere Bilder zeigen Eindrücke vom Spiel der Borussia gegen den FV Schwalbach. (Fotos: -jf-)























