Trauer um Borussias treuen Fan Andreas Dijkxhoorn
Unser Bild: Andreas Dijkxhoorn, wie er leibt und lebt , wie ihn alle kannten und wie er in Erinnerung bleiben wird – mit Sohn Tobias (li.) beim Abklatschen mit Torwart Maximilian Strack. (Foto: -jf-)
Es gibt Momente, da steht das Leben still. Gestern war solch ein Moment, als die Nachricht vom unerwarteten Ableben von Andreas Dijkxhoorn die Runde machte. Man konnte, ja wollte es kaum glauben. Ein echtes Borussen-Herz hat aufgehört zu schlagen. Ein kleiner, ganz persönlicher Nachruf.
Lieber Andy,
mit großer Bestürzung haben wir, habe ich erfahren, dass Du diese Welt verlassen hast. Das tut allen, die Dich kannten, in der Seele weh, denn mit Dir verlieren Borussia und Ellenfeld einen der treuesten Anhänger. Jahrzehntelang hast Du bei keinem Spiel, auch auswärts, gefehlt, kein Weg war Dir zu weit, um unsere Borussia zu unterstützen. Dein Lebensweg hat dich im Alter von 16 Jahren gemeinsam mit Deinen Eltern aus dem hessischen Eschborn nach Neunkirchen geführt, daher rührte bis zuletzt auch Deine große Sympathie für Eintracht Frankfurt. Aber in Neunkirchen gab es natürlich für Dich kein Vorbeikommen an der Borussia, für die Du Dich begeistertest und zu deren treuem Fan zu wurdest. Deine beiden Söhne Sven und Tobias hast Du ebenfalls mit dem Borussen-Virus infiziert und sie mit auf den Stammplatz am Marathontor bzw. in Block 5 genommen – ihnen warst Du nicht nur ein liebevoller Vater, sondern auch ein guter Freund.

Dokumentation der Verbundenheit mit Borussia: Andreas Dijkxhoorns Fotowand, ein von ihm sehr geschätztes Geschenk seines Sohnes anlässlich eines Umzuges. (Foto: privat)
Gute und schlechte Zeiten hast Du miterlebt, bist in aufrechter Verbundenheit mit der Borussia auf die Berg- und Talfahrt gegangen, hast Dein letzte Hemd für die Borussia gegeben – selbst in Zeiten, in denen Du selbst nicht auf Rosen gebettet warst. Auch im privaten Bereich konnte man Dich meist im Borussen-Outfit treffen, denn Du verstandest Dich stets als positiver Repräsentant des Vereins. Kontakt und Nähe zur Mannschaft waren Dir im Sinne des Gemeinschaftsgefühls wichtig, deshalb nutztest Du manche Trainingseinheit zu einem Besuch im Ellenfeld. Auch als die Gesundheit nachließ, viele Schmerzen Dir zunehmend die Kraft raubten und Dich einschränkten, hast Du Dich davon nicht abhalten lassen, bist mit Bus und Bahn von Deinem Wohnort Friedrichsthal zur Borussia gekommen. Wenn ich Dich von Trier aus, wo Du eine liebe Freundin gefunden hattest, bei der Du oft und gerne weiltest, hin und wieder ins Ellenfeld mitgenommen habe, ist Dir in letzter Zeit das Einsteigen ins Auto mehr und mehr schwergefallen; manchmal mussten wir auch beim Warnsignal Deines Diabetes-Sensors an der Raststätte Süßes besorgen, um der drohenden Unterzuckerung entgegenzuwirken.
Aber Das alles hat Dich nie abgehalten, Deinem Verein zu folgen. Die interessanten Gespräche über Gott und die Welt, besonders aber die Fachsimpeleien über die geliebte Borussia, haben mir dabei stets sehr viel Freude gemacht und mir gezeigt, dass Du Dich im Borussen-Kosmos gut auskanntest, über manche Insider-Information verfügtest und Dir unheimlich viele Gedanken um den Verein gemacht hast. Auch mit kritischen Äußerungen, die doch stets konstruktiv gedacht waren, hast Du nicht hinter dem Berg gehalten und Dir damit nicht immer Freunde gemacht; aber Du warst eine absolut ehrliche Haut, ein meinungsstarker Mensch, der aus seinem Herzen keine Mördergrube gemacht hat. Immer, wirklich immer ging es Dir dabei aber um das Wohl Deiner, unserer Borussia!

Stationen eines Lebens mit und für Borussia: Andreas Dijkxhoorn in seinem geliebten Ellenfeld (oben) und mit Sohn Sven (unten). (Fotos: privat/-jf-)

Nun hast Du, lieber Andreas, die Bühne dieser Welt verlassen. Im Namen aller Borussen wünsche ich Dir von Herzen eine gute letzte Reise – Deine Seele möge wohlbehalten auf der anderen Seite ankommen, wo Du jetzt unbeschwert von Krankheit und Schmerz in einer anderen Dimension weiterleben kannst. Sei gewiss: Wenn der Schiedsrichter das nächste Spiel im Ellenfeld anpfeift, werden wir unsere Blicke Richtung Marathontor und Block 5 schweifen lassen und Dich vermissen, aber niemals vergessen: Denn wir lassen nur die Hand los, nicht den Menschen! In der Gewissheit, dass Du im Herzen Deine geliebte Borussia und das Ellenfeld mit hinüber genommen hast und die Spiele aus höherer Warte weiter verfolgen wirst, rufen wir Dir nach: Halte von oben – zusammen mit den allen vorangegangenen Borussen wie Willi Ertz, Elmar May, Paul Pidancet, Rudi Dörrenbächer und auch dem Borussen-Leo, um nur einige zu nennen – Deine schützende Hand über unsere Borussia und ruhe in Frieden, bis wir uns wiedersehen, lieber Andy! (-jf-)
Sehr schön geschrieben
Vielen Dank für den tollen Bericht über unseren Vater. Er hätte sich sehr darüber gefreut.