Im Namen des Vorstandes nimmt der erste Vorsitzende Rainer Lauffer Stellung zu den Ereignissen am Ende des Heimspiels gegen TuS Steinbach am vergangenen Samstag
Mein ganzes Leben lang habe ich Fussball gespielt und bin ein totaler Vereinsmensch. Doch an diesem Tag musste ich dazulernen. Ich habe wirklich schon einiges erlebt und gesehen, aber tatsächlich kam hier Neues hinzu. Zuerst aber mal müssen wir das Spiel selbst betrachten und analysieren und vor allem versuchen, von dem Drumherum zu trennen. Das fällt zwar nicht leicht, darf aber doch einige Worte brauchen. Unsere Borussia ist da. Sie spielt engagiert und gibt alles. Dass ein Stürmer fehlt, bleibt nicht unbemerkt und zeigt sich im Ergebnis. Wir belohnen uns deshalb nicht. Wir trainieren hart, wir trainieren mit bestem Trainingsbesuch, wir haben einen richtig guten Trainer, der bestens mit diesen Spielern und der Situation umgeht. Es fehlt auch gar nicht sooo viel. Und doch lässt ein Sieg, lässt ein Erfolg noch auf sich warten. Dass wir dabei auch noch, teils sogar berechtigt, mit den jungen und immer wieder sichtbar noch unerfahrenen Unparteiischen hadern, kommt erschwerend hinzu. Trotz allem werden wir hoch konzentriert und engagiert weiterarbeiten und dem Team immer wieder Mut und Vertrauen mit auf den Weg geben. Und deshalb bin ich positiv gestimmt und sehe uns auf einem richtigen Weg. Der Erfolg wird kommen, und ich bitte die große Borussen-Familie, uns zu unterstützen und uns weiterhin sowohl zu besuchen als auch anzufeuern. Das brauchen wir und das darf nicht nachlassen.
Vielleicht sollten wir bzw. einige aber mal darüber nachdenken, dass es auch für die Zuschauer letztendlich „Benimm-Regeln“ gibt, die wir bitte beachten sollten oder gar müssen. Natürlich ist Fußball Emotion, ist laut, ist kritisch, macht zuweilen auch den Unparteiischen zum Buhmann – aber es gibt Grenzen! Und hier bitte ich alle Borussen einfach um das notwendige Stück Zurückhaltung, was manchmal natürlich schwer ist. Das ist Fußball, so ist Fußball. Feuert unser Team an, brüllt die Borussia nach vorne, macht alles was GUT tut, aber bitte im Rahmen des Zulässigen!
Was das Zulässige betrifft, was völlig außerhalb des sportlichen und überhaupt außerhalb eines Rahmens ist, mussten wir nach Gelb-Rot (gegen Primstal), nach Rot in Kutzhof nun im Spiel gegen TuS Steinbach eine für uns völlig neue Eskalationsstufe erleben. Ich möchte gar nicht näher im Detail darauf eingehen und mich zuerst einmal bei TuS Steinbach und allen Zuschauern in aller Form entschuldigen.
Ich muss zugeben, dass ich mich für den Verein, für die Mannschaft, für alle Ehrenamtler, die tagtäglich für die Borussia im Dienst sind und überhaupt erst einen reibungslosen Spieltag sicherstellen, aber auch für mich als ersten Vorsitzenden zutiefst geschämt habe. Dieser Vorfall hat meine Grundfeste von Moral, Disziplin, Teamfähigkeit, aber auch von „Benimm und Anstand“ mehr als erschüttert. Hier reden wir von „absolut geht nicht“. Geht überhaupt nicht. Deshalb haben wir in Abstimmung mit dem Trainer den verursachenden Spieler noch am Abend mit sofortiger Wirkung freigestellt und ihn aus dem Dienst bei der Borussia entlassen. Es wurden Grenzen überschritten, die ohne Wenn und Aber keine andere Entscheidung zulassen. In einem internen Gespräch mit der Mannschaft werde ich am Donnerstag nochmal klar betonen und herausstellen, dass wir solches Auftreten und Benehmen nicht zulassen und hier eine klare disziplinierte Haltung einfordern.
Nur eines dürfen wir nicht: Die Mannschaft im Kollektiv bestrafen, wenn Einzelne der Borussia sozusagen Schaden zufügen. Wir zeigen Reaktion, werden beobachten und bei Bedarf eine richtige Lösung finden. Und diese Vorgehensweise muss stattfinden und stattfinden dürfen. Nur dann gelingt es uns allen, auch nicht nur im Ergebnis, sondern auch im Auftreten die Borussia würdig zu präsentieren.
Hoch lebe Eisen!
Für den Vorstand: Rainer Lauffer, 1. Vorsitzender
Borussia, VfB e.V. Neunkirchen/Saar
Rainer, sehr guter emotionaler und sachlich richtiger Kommentar.
Grüße Jürgen Trenz