Die Borussen müssen gegen eine mit erfahrenen Akteuren verstärkte zweite Mannschaft von Palatia Limbach schon früh die Hoffnung auf Zählbares begraben
Unser Bild: Hatte nach 23 Minuten Borussias Ausgleich auf dem Fuß, zielte aber knapp vorbei: Borussias junger offensiver Mittelfeldspieler Dhyauldin Fouzi Souyzi (Archivfoto: -jf-).
Die Sturmflaute dauert an! Und weil der, der kein Tor schießt, auch kein Spiel gewinnen kann, müssen die Borussen auch weiterhin auf den ersten Saisonsieg warten. Auf den hatte man beim Spiel in Limbach durchaus mal ein Auge geworfen, doch am Ende wurden sämtliche Hoffnungen enttäuscht. Schon zur Pause war die Sache eigentlich durch, Palatias Zweitvertretung (mit einigen Ex-Saarlandligaspielern in der Startelf) führte da bereits mit 3:0. Und so müssen sich die Borussen allein damit trösten, die zweite Halbzeit ohne Gegentor überstanden zu haben. „Das Team bewies insofern immerhin Charakter und stemmte sich gegen die Niederlage, die aber nach den 90 Minuten insgesamt gerecht ausfiel“, befand Boris Schellenberg, der von einer „Ernüchterung“ und „herber Enttäuschung für die junge Elf“ sprach.
Der sportliche Leiter sah eine deutlich offensiver agierende Borussen-Mannschaft, die durchaus mutig und engagiert begann, dann aber schon nach knapp zehn Minuten allzu früh den 0:1-Rückstand einstecken musste, als Tom Müller von Routinier Tim Pommerenke freigespielt wurde und hoch ins Tor traf. Limbachs Torjäger, der vor zwei Jahren noch in der Saarlandliga für die erste Mannschaft der Palatia in 19 Spielen 16 Treffer erzielte und auch davor schon immer wieder durch beachtliche Torquoten aufgefallen war, sorgte kurz vor der Pause selbst für eine Vorentscheidung, als er, von Jonas Klaes geschickt wurde und cool zum 2:0 einnetzte. Andrii Melnyk nutzte die Niedergeschlagenheit im Borussen-Team zwei Minuten später gar zum 3:0 – wieder war Jonas Klaes der Vorbereiter, Tera Ibrahim Langoun, der sich im Tor der Borussia erneut die Bestnote verdiente, kam nicht mehr an den Ball, der unter der Latte einschlug.
Doch wer weiß, welchen Verlauf die Partie genommen hätte, wäre Dhiyauldin Fouzi Souysi nach 23 Minuten der Ausgleich gelungen: Der blutjunge Stürmer war frei vor Limbachs Keeper Mykhallo Orlov aufgetaucht, zielte aber knapp rechts am Tor vorbei. Nach einer halben Stunde hatte Ben Meinen einen Freistoß etwas zu hoch angesetzt. Aber auch Limbach hatte noch Chancen: Der spielende Co-Trainer Tim Mohr – auch er einer mit jeder Menge Saarlandliga-Erfahrung im Limbacher Team! – verzog einen Freistoß nur knapp (34.) und fand bei einem zweiten in Tera Langoun Ibrahim seinen Meister (39.). Borussias Torwart parierte zudem gegen Pommerenke (35.).
Auch nach dem Seitenwechsel verzeichneten die Gastgeber ein Chancenplus. Tera Langoun war gegen Tim Mohr zur Stelle (47.) und Tim Pommerenkes Freistoß ließ das Lattenkreuz in seinen Grundfesten erzittern (49.). Die letzten 20 Minuten mussten die Borussen nach dem Platzverweis für Tjorven Joel Gehre gar in Unterzahl agieren, bekamen das aber ganz gut hin und hätten bei Omega Karparwoth Riesenchance (Limbachs Torwart Orlov parierte reaktionsschnell) sogar den Anschluss schaffen können. Auf der anderen Seite hatte Tim Pomerenke kurz vor Schluss die Gelegenheit zu erhöhen, scheiterte aber am wieder starken Borussen-Torwart.

Zirkelte einen Freistoß knapp übers Tor: Borussias Mittelfeldspieler Ben Meinen. (Archivfoto: -jf-)
So blieb nach den 90 Minuten die Erkenntnis, dass Limbachs Mannschaft für das junge Borussen-Team an diesem Tag zu stark war. Was allerdings nicht unbedingt verwundern muss, denn wie Trainer Senat Memedovski vor dem Spiel bereits geahnt hatte, standen in der Startelf der Palatia zahlreiche arrivierte Kräfte, die sich (wie die Zahlen auf fupa.net zeigen) schon höherklassig beweisen konnten: Tim Pommerenke (29) trug bereits in der Oberliga das Trikot des FSV Jägersburg und erzielte in 126 Spielen in Saarland- und Verbandsliga 84 Treffer. Tim Mohr (32), spielender Co-Trainer in Palatias Saarlandligamannschaft, kann auf die beachtliche Bilanz von 66 Toren in über 140 Spielen in Verbands- und Saarlandliga verweisen, um nur die beiden ausgebufftesten Akteure zu nennen. Auch Tom Müller, Torschütze zum 1:0, hat bereits für die SG Marpingen-Urexweiler elf Mal in der Saarlandliga seinen Mann gestanden. Darüber hinaus durften die jungen Felix Koob (bei der Spvgg Quierschied), Andrii Melnyk, Paul Bach und Nico Strassel bereits Saarlandliga-Luft schnuppern. Was den Sieg der Gastgeber keineswegs schmälern oder in Frage stellen soll – aber für die junge Borussen-Truppe ist das, bei allen Bemühungen, derzeit einfach eine Nummer zu groß!
Da die ursprünglich für kommenden Sonntag vorgesehene Auswärtspartie beim FC Homburg II aus Sicherheitsgründen auf einen (im Einvernehmen mit beiden Vereinen noch zu festzusetzenden) Wochentag verlegt werden muss, verlängert sich für die Borussen der Abstand zum nächsten Spiel. „Das gibt uns die Gelegenheit, weiter im Training intensiv an den Defiziten zu arbeiten, aber auch unsere Wunden zu lecken und neuen Mut zu schöpfen“, will Boris Schellenberg weiter die Köpfe oben halten. Auch wenn das erste Tor und weitere Punkte heiß ersehnt und zweifellos langsam notwendig sind, weiß schließlich auch Borussias sportlicher Leiter, dass nach sieben Spieltagen noch keiner abgestiegen ist … (-jf-)
Statistik: Palatia Limbach II – Borussia 3:0 (3:0)
Borussia: Tera Langoun Ibrahim – Tobias Haag, Omega Karparwoth, Brooklyn Mac Phee (ab 18. Abdul Kizmaz, ab 46. Hamza Alobaidaat, ab 85. Moritz Schneider), Marvin Müller, Francisco Alves Victorino (ab 72. Cüneyt Kizmaz), Ferhat Kizmaz, Ben Meinen, Davi Presser, Aktan Yücel (ab 46. Tjorven Joel Gehre), Diyauldin Fouzi Souysi. – Trainer: Senar Memedovski.
Tore: 1:0 (9.) Tom Müller, 2:0 (40.) Tim Pommerenke, 3:0 (42.) Andrii Melnyk. – Schiedsrichter: Paco-Miquel Desenz (FV Schwalbach). – Zuschauer: 120. – Gelbe Karten Borussia: Abdul Kizmaz (45.), Ferhat Kizmaz (86.). – Rot für Borussia: Thorven Joel Gehre (70.).
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