Die Neuzugänge Davin Presser, Marco Eggert, Brooklyn Mac Phee, Tobias Haag und Tjorven Joel Gehre haben regional und emotional eine besondere Verbundenheit zur Borussia
Unser Bild: Mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren ist die neue Borussia eines der jüngsten Teams in der Verbandsliga Nord-Ost – die mannschaftliche Geschlossenheit wird ein wichtiger Faktor sein (Foto: -jf-)
„Was die Borussia damals ausgezeichnet hat, war das Zusammengehörigkeitsgefühl. Wir waren eine verschworene Gemeinschaft. Andere hatten sicher bessere Einzelspieler, aber durch unseren Mannschaftsgeist haben wir viel bewerkstelligt.“ Worte eines erfolgreichen Borussen, der im Ellenfeld Meisterschaften errungen, den Bundesliga-Aufstieg gefeiert und so einigen Stars das Leben schwer gemacht hat: Erich Leist. 1958 war der Kfz-Mechaniker aus der Bergarbeiter-Gemeinde Marpingen zur Borussia gekommen, hat in zehn Jahren als defensiver Schlüsselspieler 272 Spiele absolviert und dabei 13 Tore erzielt.
Mit ihm trug in diesen Zeiten ein Großteil der Akteure aus der näheren Umgebung, dem Saarland oder dem Südwesten das Trikot der Borussia: Willo Ertz, Torwart-Legende und gebürtiger Neunkircher, Horst Kirsch aus Merchweiler, Hennes Schreier aus Wellesweiler, Rudi Dörrenbächer und Erwin Glod aus Marpingen, Dieter Schock aus Wiebelskirchen, Günther Kuntz vom Lauterer Erbsenberg und Günter Schröder aus dem eigenen Borussen-Nachwuchs. Dazu die Trierer Elmar May und Paul Pidancet sowie Achim Melcher aus Bad Kreuznach. Was sie einte: Teamgeist und eine hohe Identifikation mit dem Verein, der Stadt, und den Menschen im Land. Der Lohn: Sportlicher Erfolg! Auch in der neu formierten Borussen-Elf, die mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren als jüngstes Team der Liga am kommenden Samstag gegen die SG Lebach-Landsweiler im Ellenfeld (16.30 Uhr) in die Verbandsliga-Saison startet, gibt es wieder einige Akteure, die eine besondere Verbundenheit mit der Borussia auszeichnet. Sie wollen helfen, das Saisonziel Klassenerhalt zu realisieren und den Traditionsclub wieder auf ein gesundes sportliches Fundament zu stellen.

Davin Presser (Foto oben/-sw-) wurde die Begeisterung für die Borussia praktisch in die Wiege gelegt. Denn durch seinen Vater Markus, dem Orga-Chef im Ellenfeld, ist er von klein auf mit dem Verein aufgewachsen. Seit seiner Kindheit besucht Davin die Spiele im altehrwürdigen Stadion und stand dabei, wenn es sein Zeit zuließ, im Block 5 hinter der Borussia. Nachdem der 21jährige Erzieher in der Jugend für die SV Elersberg und Palatia Limbach kickte, darf er selbst das Borussen-Trikot tragen und im zentralen Mittelfed die Fäden ziehen! Saarlandliga-Erfahrung konnte er bereits bei den Sportfreunden Köllerbach sammeln, war anschließend in der Landesliga für den SC Ludwigsthal, den SV Rohrbach und zuletzt für die SVGG Hangard am Ball.

Ebenfalls aus Hangard ist Marco Eggert (Foto oben/-sw-) ins Ellenfeld gekommen. Der 24jährige Polizist soll das Spiel im offensiven Mittelfeld ankurbeln. Auch Marco Eggert, der in Wiebelskirchen, Elversberg und bei Hellas Bildstock seine Fußballjugendzeit verbracht hat, hat seit vielen Jahren eine ganz besondere Beziehung zur Borussia: Gemeinsam mit seinem Vater besucht er regelmäßig die Heimspiele und hat den Verein mit Leidenschaft verfolgt. Deshalb ist sein Engagement im Borussen-Trikot für ihn „eine echte Herzensangelegenheit“. Marco Eggert bringt die Erfahrung aus 117 Spielen (22 Tore) in Verbands- und Landesliga für den TuS Wiebelskirchen, den SV Furpach und Hangard mit ins Ellenfeld.

Seine fußballerischen Wurzeln bei der Borussia hat Brooklyn Mac Phee (Foto oben/-jf-). Schon sein Vater stand im jugendlichen Alter regelmäßig im legendären Fan-Block 5, so dass es nicht verwundern muss, dass auch Brooklyn mit der Borussia aufwuchs und den Vater zu den Heimspielen ins Ellenfeld begleitete. Bis zur C-Jugend trug der heute 24jährige Industriekaufmann das Borussen-Trikot und will mit seiner Erfahrung aus drei Jahren Landesliga in Hangard im defensiven Mittelfeld und in der Innenverteidigung Verantwortung übernehmen.

Die Nummer drei ziert den Rücken des Trikots von Tobias Haag (Foto oben/-jf-). Der 22jährige Industriearbeiter fühlt sich in Abwehr und Mittelfeld auf der linken Seite am wohlsten. Mit Ausnahme eines A-Jugend-Jahres in Hüttigweiler hat er seine bisherige Karriere bei der FSG Schiffweiler-Landsweiler verbracht, wo er in der Verbandsliga bereits auf 159 Einsätze (und 47 Tore) verweisen kann. Im Borussen-Trikot will er sich sportlich weiterentwickeln und seinen Teil dazu beitragen, dass die Borussia die Liga halten kann. Auf und neben dem Platz soll seine Einsatzbereitschaft der Mannschaft helfen, immer mehr zu einer Einheit zu werden.

Das goldene „B“ im Herzen trägt auch Tjorven Joel Gehre (Fotos oben/-jf-). Der gebürtige Neunkircher hat in der Borussen-Jugend mit dem Fußball angefangen und ist von Kindesbeinen an, seit ihn sein Patenonkel Michael Kessler („de Kessi“) mit ins Ellenfeld genommen hat, Fan der Borussia. Dass er jetzt auch im Borussen-Trikot mit seiner Vielseitigkeit nicht nur als Torwart, sondern auch als Feldspieler auf dem Platz stehen darf, ist für den 20jährigen Vater einer Tochter nicht nur eine große Ehre, sondern erfüllt ihn auch mit Stolz. In einem Beitrag auf der Homepage im Februar hat er zwei große Ziele ausgegeben, die er mit Borussia erreichen möchte: „Die Insolvenz überstehen und der Welt zeigen, dass Borussia niemals untergeht.“
Tobias Haag, Brooklyn Mac Phee, Marco Eggert, Davin Presser, Tjorven Joel Gehre: Fünf Jungs mit hohem Identifikationsfaktor, denen die Zugehörigkeit und die Gemeinschaft und die daraus resultierende Motivation – zentrale Aspekte einer stabilen Vereinswelt – viel bedeuten. Daran hat sich auch 60 Jahre nach den großen Zeiten der Borussia nichts geändert. Dadurch ist auch Karl Ringel in Neunkirchen bei der Borussia heimisch geworden – er, der bei seinem Eintreffen 1953 in der Hüttenstadt von einem „dreckigen Kaff´, nur Ruß und so Zeug“ sprach und zunächst alles andere als begeistert war. Und dann doch zu einer Führungspersönlichkeit geworden ist. „Wir hatten eine gute Truppe, die überwiegend regional verbunden war und mit dem Herzen bei der Sache war“, ließ Dieter Harig, dem man nach einem überzeugenden Auftritt mit der Saarauswahl gegen das Weltklasse-Ensemble von Botafogo Rio de Janeiro das Attribut „Brasilianer“ anheftete, einmal über die Mentalität der damaligen Borussen-Mannschaft verlauten. Ganz ähnlich auch Günter Schröder: „Wir waren mit Leib und Seele für unseren Verein da. Wenn es hätte sein müssen, hätten wir auch kostenlos gespielt.“ Gelingt es, die Einstellung der damaligen „Helden der Stadt“ in der neuen Mannschaft zu implementieren? Tjorven Joel Gehre, Davin Presser, Marco Eggert, Brooklyn Mac Phee und Tobias Haag können vorangehen. Dann gibt wieder Hoffnung im Ellenfeld. Auch in schwierigen Zeiten. (-jf-)
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