Nach drei Siegen (in den Gruppenspielen und im Halbfinale) mussten sich die Borussen im Endspiel um die diesjährige Stadtmeisterschaft dem SC Ludwigsthal geschlagen geben
Unser Bild: Marvin Müller macht per Elfmeter zum 3:0 im Halbfinale gegen Ludwigsthal II alles klar und bringt Borussia ins Finale. (Foto: -jf-)
Aus der Mission Titelverteidigung wurde leider nichts. Nach zwei gelb-roten-Karten binnen zwei Minuten im Finale gegen den SC Ludwigsthal wurde am vergangenen Sonntag für die Borussen aus dieser Mission eher eine „mission impossible“. Gegen einen hochmotivierten Gegner, der aufgrund der Absagen einiger Clubs am Samstag kampflos ins Halbfinale eingezogen war und auf Revanche aus war für die Finalniederlage gegen Borussia im Vorjahr, bezog die neuformierte Mannschaft, die an beiden Tagen von Co-Trainer Leonard Odesho und Boris Schellenberg gecoacht wurde, in 35minütiger zweifacher Unterzahl bei hochsommerlichen Temperaturen am Ende des Tages eine 2:5-Niederlage. „Glückwunsch an Ludwigsthal zum verdienten Stadttitel! Wir versuchen dann im nächsten Jahr, den Wanderpokal wieder zurück ins Ellenfeld zu holen“, so Borussias sportlicher Leiter.
Das Halbfinale gegen Ludwigsthals zweite Garnitur war zuvor mit einem am Ende deutlichen 3:0 für die Borussen ausgegangen, hatte sich jedoch in der ersten Halbzeit als das erwartete Geduldsspiel erwiesen. Als Problem erwies sich dabei erneut die ungenügende Chancenverwertung, denn schon früh hätten die Borussen bei guten Gelegenheiten alles klar machen können. So dauerte es bis zur 25. Minute, ehe Tjroven-Joel Gehre nach einem Eckball und einer Kopfballverlängerung von Marvin Müller das Leder zur Führung einnickte. Ludwigsthal, das die Räume extrem eng und den Borussen damit das Spiel schwer machte, traute sich inzwischen auch schon mal aus der kompakten Defensive und lauerte auf Konter, bei denen der Sportclub einige gute Laufwege zeigen konnte. Kurz vor dem Seitenwechsel sorgte dann der wieder sehr agile und quirlige Diyauldin Fouzi Souyzi für das 2:0. So konnten die Borussen doch noch mit einem beruhigenden Vorsprung in die Pause gehen. In Halbzeit zwei das gleiche Bild: Dominante Borussen mit einigen Gelegenheiten, das Resultat höher zu gestalten. Die beste Chance versiebte Besart Sulejmanaj, als er nach einem missglückten Rückpass allein vor Ludwigsthals Keeper auftauchte, aber aus nächster Nähe den Ball nicht im Tor unterbrachte. Kapitän Marvin Müller blieb es vorbehalten, in der Schlussminute per sicher verwandeltem Elfmeter (nach Foul an Diyauldin Souyzi) den dritten Treffer zu markieren.

2:2-Ausgleich im Finale durch Diyauldin Souyzis Distanzschuss (oben), der von der Latte auf den Rücken des Torwarts und von dort ins Netz plumpst – der Torschütze darf sich danach zurecht freuen (unten). (Fotos: -jf-)

Im Endspiel ging Ludwigsthal durch Kevin Curatolo (8.) und Adrian Müller, der seinen Kopfball nach Vorlage von Benjamin Braun gegen die Laufrichtung von Borussen-Keeper Yves Simo Yomgi unten links ins Netz platzierte (14.), mit 2:0 in Führung. Doch Borussia, die im Gegensatz zu den Gruppenspielen am Samstag lediglich ein Rumpfaufgebot zur Verfügung hatte und auf einige Stammspieler verzichten musste, kämpfte sich ins Spiel zurück. Fast im Alleingang dafür verantwortlich: Diyauldin Souyzi. Zunächst stürmte der junge Mittelfeldspieler mit Offensivdrang nach Zuspiel von Besart Sulejmanaj von links in des Gegners Strafraum und schickte den Ball aus spitzem Winkel und kurzer Distanz an dem sich ihm entgegenwerfenden Torwart vorbei flach ins untere lange Toreck zum Anschlusstreffer (17.). Dann erschütterte sein wuchtiger Schuss die Latte des Ludwigsthaler Tores in den Grundfesten, ehe das Leder vom Rücken des Torwarts ins Netz tropfte (25.). Jetzt war die Partie, die „bei offenem Schlagabtausch in der ersten Viertelstunde Ludwigsthal leicht im Vorteil sah“ (Boris Schellenberg), wieder ausgeglichen, ehe zwei gelb-rote Karten für Tjorven Joel Gehre und Ben Meinen Borussias Personal erheblich schmälerte. „Das war dann ein Muster ohne Wert. Die Jungs haben zwar in Unterzahl mit allen Körnern, die noch da waren, dagegen gehalten, aber mehr war nicht drin“, so das Fazit von Boris Schellenberg.

Schlüsselszene: Ludwigsthals Adrian Müller ist vor Borussen-Torwart Yomgi am Ballund netzt ein, Kapitän Marvin Müller (li.) kann nicht mehr eingreifen. (Foto: -jf-)
Dabei erwies sich die 46. Minute (in der Partie über zweimal 35 Minuten) als Schlüsselszene: Zuerst hatte sich nämlich Diyauldin Souyzi im Rücken der Ludwigsthaler Abwehr davongeschlichen und stand bei einer Hereingabe urplötzlich mutterseelenalleine vor dem SCL-Keeper, war aber offensichtlich selbst überrascht, so dass er das Leder aus kurzer Distanz genau auf den Torwart platzierte. Im schnellen Gegenzug war dann Adrian Müller einen Schritt vor Borussen-Keeper Yomgi am Ball und bugsierte das Spielgerät flach ins kurze Toreck. Die 3:2-Führung verlieh Ludwigsthal jetzt Sicherheit, und die Blau-Weißen konnten in der Schlussphase gegen jetzt kräftemäßig nachlassende Borussen durch Tobias Masyks sehenswerten Freistoß (54.) und Stanko Milevs erstes Saisontor auf 5:2 erhöhen.

Großer Dank und Respekt gehen zum Schluss an Christoph Serr (Foto oben, mit Boris Schellenberg) und den Ausrichter FC Neunkirchen 2021, der mit viel (Wo)Man-Power, Engagement und Freundlichkeit an den Tagen der diesjährigen Stadtmeisterschaft für eine perfekte Organisation und eine richtige Wohlfühl-Atmosphäre im Wagwiesental sorgte. (-jf-)
Unsere Bilder zeigen ein paar Impressionen vom Halbfinale und Finale mit Borussia-Beteiligung. (Fotos: -jf-)



























Hinterlasse jetzt einen Kommentar