Ein erfahrener Physiotherapeut ist zurück im Ellenfeld!

30 Jahre lang ein vertrautes Bild (Foto oben/-jf-): Horst Martin (2. von li.) an der Borussen-Bank in der Saison 2017/18.

Wer regelmäßig die Website fupa.net besucht, ist in diesen Tagen dort bei der Borussia unter der Rubrik „Transfers“ auf einen bekannten Namen gestoßen: Mit Horst Martin ist ein langjähriger Physiotherapeut ins Ellenfeld zurückgekehrt: „Borussia ist für mich eine Herzensangelegenheit, deshalb bin ich froh, wieder dabei zu sein.“ Nur allzu gerne hat der Mann, der bis 2019 30 Jahre lang mit höchstem Engagement die Muskeln der Borussen geknetet, Tapes und Verbände angelegt, Schmerzen gelindert und vieles mehr getan hat, deshalb die Anfrage von Borussias Stadionexperte und Vorstandsmitglied Jens Kelm positiv beantwortet und wird in Zukunft mindestens einmal in der Woche seine Therapie-Zelte im Ellenfeld aufschlagen und auch bei so manchem Spiel wieder zugegen sein.

„Wir hatten sehr gute Gespräche. Ich kenne Jens Kelm ja schon seit ewigen Zeiten und habe vollstes Vertrauen in die neue Vorstandsmannschaft, dass sie die Sache im Griff haben und Borussia wieder festen Boden unter die Füße bekommt“, so Horst Martin, der in den letzten sieben Jahren, die ihn zur SVGG Hangard und zum FC Kutzhof geführt haben, den Blick auf die Borussia nie verloren hat. 2019 folgte er dem Ruf des Ex-Borussen Adetunji Adeyemi, der – damals Trainer auf der Hangard – ihn zu sich holte. Dort hat Horst Martin jetzt aufgehört und wird seine Tätigkeit beim Verbandsliga-Aufsteiger FC Kutzhof intensivieren, bei dem er bereits seit vier Jahren mitarbeitet: „Auch ein Ex-Borusse, nämlich der damalige Coach Mo Bengehbrid, hat mich nach Kutzhof gelotst.“ Das sportliche Engagement kann er ausüben, weil dem Physiotherapeut eine Frühverrentung ermöglicht wurde. Viele, viele Jahre hat Horst Martin in der Arbeitsmedizin gearbeitet, war bei den Saarbergwerken, der Deutschen Steinkohle und der Ruhrkohle AG für ein vielfältiges Aufgabengebiet verantwortlich, zu dem neben der Physiotherapie auch die Organisation und Begleitung von Reha-Maßnahmen, Wiedereingliederungen ins Arbeitsleben, Tauglichkeitsprüfungen und vieles mehr gehörten. „Doch all das gibt es ja jetzt im Saarland nicht mehr. Ich hätte ins Ruhrgebiet (Herne) oder Niedersachsen (Osnabrück) umziehen müssen, doch das war in meinem Alter keine Alternative mehr, zumal ich dem heimischen Fußball so verbunden bin“, berichtet er. Selbst gekickt hat Horst Martin im Übrigen nicht viel: „In der Jugend ein bisschen, aber hinterher nicht mehr. Ich habe das Gefühl mehr in den Händen als in den Füßen“, sagt er schmunzelnd mit Blick auf seine speziellen therapeutischen Fähigkeiten.

Hangard, Kutzhof, Borussia (von li.): Die Stationen von Horst Martin. Das Engagement in Hangard hat er beendet, ist jetzt für Kutzhof und Borussia da und hofft, „dass sich möglichst wenige Spiele terminlich überschneiden.“ (oben). Lange Jahre kümmerte er sich um die Beine der Borussen wie in dieser Szene (aus der Saiosn 2018/19) um Attila Ser (am Boden), flankiert von Kapitän Yannick Bach (li.) und Vereinsarzt Dr. Sebastian Richer (re.). (Fotos: fupa.net/-jf-)

Mit welchen Erwartungen startet Horst Martin als guter Kenner der Verbandsliga in seine neue, alte Tätigkeit bei Borussia? „Es kommen schwere Brocken auf uns zu“, sagt er, wobei das Wort „uns“ seine nach wie vor vorhandene Identifikation mit dem Traditionsverein aus dem Ellenfeld beweist – Sprache ist halt verräterisch! „Primar kann es nur um den Klassenerhalt gehen, um dann Schritt für Schritt wieder etwas aufzubauen. Es täte dem augenblicklichen Kader sicher gut, wenn es gelänge, noch den einen oder anderen erfahrenen Spieler dazu zu bekommen, wenn auch vielleicht nicht direkt, so aber im Verlauf der Runde“, glaubt der Physiotherapeut. Eine Rückkehr in die Saarlandliga solle mittelfristig angestrebt werden. „Dort gibt es aufgrund der zahlreichen Derbys auch gute Zuschauerzahlen“, hofft Horst Martin, der mit der Borussia ja lange die Oberligazeiten mitgemacht hat, dieser Spielklasse aber lediglich die Funktion einer „Zwischenstation“ einräumt: „Bei allem Engagement mancher Vereine dort: Aber es bedeutet weite Fahrten, nicht allzu viel Publikum., finanziell also schwer schwierig, kaum zu stemmen. Den Schritt in die Oberliga sollte man nur wagen, wenn man perspektivisch die Möglichkeit hat, in die Regionalliga zu kommen. Aber davon ist die Borussia derzeit meilenweit entfernt, davon brauchen wir nicht zu reden“, so Horst Martins realistische Einschätzung.

Alle Borussen heißen unseren alten, neuen Physiotherapeuten herzlich willkommen zurück im Ellenfeld und wünschen ihm gutes Gelingen bei seinem Engagement um die Muskeln, Sehnen und Gelenke unserer Spieler! (-jf-)

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