Ein FCS-Fan schlüpft ins Borussen-Trikot

Wenn im Viertelfinale des Saarlandpokals Drittligist 1. FC Saarbrücken im Ellenfeld-Stadion seine Aufwartung macht, dann wird sich seine Herzfrequenz erheblich erhöhen. Und das nicht nur als Fan, sondern auch als Spieler. Denn bisher durfte er sich auf grünem Rasen nur gegen Elversberg und Homburg beweisen, aber noch nicht gegen die Blau-Schwarzen aus der Landeshauptstadt. Dabei ist er schon seit Kindertagen deren Fan. Im Ludwigspark begann seine fußballerische Laufbahn, acht Jahre lang trug er in der Jugend das FCS-Trikot, durfte bei großen Spielen sogar als Balljunge ran. „Meine Großeltern kommen vom Rodenhof, das sind ja nur ein paar Meter vom Stadion weg. Mein Opa ist FCler durch und durch, hat auch meine Mama schon mit ins Stadion genommen“, erzählt er. Warum er sich nun auf einen Pokaleinsatz gegen den FCS freuen darf, hat einen einfachen Grund. Er wechselt in der Winterpause ins Ellenfeld und trägt künftig das Schwarz-weiße Trikot: Niklas Backes kommt vom SV Auersmacher zur Borussia.

„Niklas Backes ist ein interessanter Junge, mit seinen 22 Jahren ist er noch lange nicht am Ende seiner guten Entwicklung angekommen. Wir haben mit ihm tolle Gespräche gehabt. Mit seiner Oberliga-Erfahrung in Auersmacher wird er uns sicher direkt weiterhelfen“, ist Christian Schübelin sehr angetan von seinem Winter-Neuzugang. Der Mittelfeldspieler, der in Niederbexbach wohnt und in Saarbrücken derzeit eine kaufmännische Ausbildung im Büromanagement absolviert, ist flexibel einsetzbar. Schon beim Testspiel der Borussia gegen Auersmacher im Sommer in Oberlinxweiler ist der Mann mit der Nummer 14 auf dem Rücken Christian Schübelin aufgefallen, hat die 1:0-Führung des SVA von der rechten Seite mit einem guten Lauf und der Vorlage auf den Torschützen Jan Luca Rebmann vorbereitet. Warum er zuletzt in Auersmacher nicht mehr wie gewünscht zum Zug kam, müssen, so Niklas Backes, „andere beantworten. Ich glaube jedenfalls, dass ich im Rahmen der Vorbereitung gute Leistungen geboten habe. Doch dann kam der Trainerwechsel (Anm.: Auersmacher und Jan Berger gingen Mitte August getrennte Wege) und meine Einsatzzeiten wurden immer weniger. Deshalb ist in mir der Entschluss gereift, im Winter zu wechseln, um mich weiter entwickeln zu können.“ Niklas Backs ist es jedoch wichtig zu betonen, „dass ich zu meinen Mitspielern in Auersmacher und zum Verein selbst nach wie vor ein gutes Verhältnis habe.“

In der Vorbereitung noch gegen die Borussia im Einsatz, jetzt selbst ein Borusse: Niklas Backes im Zweikampf mit Michael Müller und Nico Purket (Bild oben). In der Eins-zu-eins-Situation gegen fordert er Borussen-Torwart Maximilian Strack (Bild unten) heraus. (Fotos: -jf-)

Trotz Anfragen anderer (zum Teil auch sehr ambitionierter) Clubs hat er sich für die Borussia entschieden. „Gute Gespräche mit Christian Schübelin und dem sportlichen Leiter Gunther Persch, die Aussicht, bei einem so traditionsreichen Verein mit begeisterungsfähigen Fans zu spielen – das sind schon stichhaltige Argumente. Nicht zu vergessen das Stadion mit seiner außergewöhnlichen Atmosphäre, ein Alleinstellungsmerkmal für die Liga! Hinzu kommen natürlich die sportlichen Ziele. Ich komme aus der Oberliga und würde natürlich gerne mit der Borussia dorthin zurückkehren“, nennt Niklas Backes die Gründe für seine Wahl Ellenfeld. Den Wechsel zur Borussia betrachtet er dabei nicht einmal als Schritt zurück: „Die Saarlandliga ist eine spannende Spielklasse mit vielen starken Mannschaften auf sehr gutem Niveau, dazu sehr ausgeglichen, was sich an jedem Spieltag zeigt.“

Was will Niklas Backes mit der Mannschaft in der Restrunde erreichen? „Wir wollen eine gute Runde spielen und schauen, was noch geht. Grundsätzlich ist alles möglich“, hält er sich noch bedeckt. Weil Winterwechsel, wie er glaubt, „oft nicht so einfach sind“, hat sich der Mittelfeldakteur als persönliches Ziel gesetzt, „so schnell, wie es geht, im Verein und in der Mannschaft anzukommen und gesund zu bleiben. Alles andere ergibt sich dann von selbst.“ Angesichts des ausgesprochen guten Teamgeists darf sich Niklas Backes sicher sein, dass ihm die Integration leicht gemacht wird, wenn Christian Schübelin, der seinen Vertrag schon jetzt über das Saisonende hinaus verlängert hat, am 19. Januar zum Trainingsauftakt bittet. Und so wird der Vorfreude auf das Pokalhighlight wohl nichts entgegenstehen. Dabei hofft Niklas Backes, dass dann auch der Opa auf der Tribüne sitzt, seinem Enkel zusieht und ihm – trotz aller Sympathien für den FCS – die Daumen drückt: „Bei dem Gedanken bekomme ich jetzt schon Gänsehaut!“

Die Borussia heißt Niklas Backes im Ellenfeld herzlich willkommen und freut sich auf sein Engagement im schwarz-weißen Trikot mit dem goldenen „B“ auf der Brust! (-jf-)

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