Für Limbach ist ein Sieg Pflicht / Kevin Lüders Coaching nach Ellenbogen-OP noch fraglich / Hamza Alobaidaat fällt mit Bänderriss aus / Lezte Informationen vor dem Gastspiel der Borussia am Sonntag (Anstoß: 15.00 Uhr) bei Palatia Limbach
Gastgeber FC Palatia spielt auch in der zweiten Saarlandliga-Spielzeit seit dem Aufstieg eine sehr gute Rolle. Mit 47 Zählern auf Tabellenplatz 8 liegend haben die Limbacher, die mit dem Heimspiel gegen Köllerbach am 13. Mai noch ein Nachholspiel in der Hinterhand haben, sogar noch Chancen auf die Vizemeisterschaft, die gleichzeitig die Teilnahme an den Relegationsspielen bedeuten würde. „Über einen eventuellen Aufstieg in die Oberliga haben wir uns noch keine Gedanken gemacht“, hatte Patrick Gessner vor ein paar Wochen in einem Beitrag der „Saarbrücker Zeitung“ noch gesagt, doch hat man mittlerweile in Limbach dem Abenteuer Oberliga eine Absage erteilt. Dass man dort aber durchaus bestehen könnte, hat ein Vorbereitungsspiel im Winter gezeigt, als die Palatia den FK Pirmasens mit 2:1 besiegen konnte. Auch gegen den Ligakonkurrenten FSV Jägersburg gab es im Test einen 2:1-Sieg. Die Bilanz in der Frühjahrsrunde ist ausgeglichen: In 9 Spielen gab es jeweils drei Siege, Unentschieden und Niederlagen. Mit diesen 13 Punkten konnte man bislang nicht an die herausragende Vorrunde (34 Punkte, 3. Platz) anknüpfen. Auch im Saarlandpokal gelang es nicht, den Vorjahrescoup, als man erst im Finale am FC Homburg (0:9) scheiterte, zu wiederholen: Beim Verbandsligisten VfB Theley (0:2) kam das vorzeitige Aus. Auf eigenem Platz ist Limbach eine Macht: Nur zwei Heimspiele (gegen die zweiten Garnituren aus Elversberg und Saarbrücken) gingen verloren, zudem hat die Palatia mit 41 Treffern die zweitbeste Heimoffensive. Zuletzt gab es ein 7:1 gegen die SG Marpingen-Urexweiler. Mit genau diesem Ergebnis hatten die Blau-Weißen in der Hinrunde schon die Preußen aus Merchweiler nach Hause geschickt. Auch Rot Weiß Hasborn kam in Limbach mit 0:5 regelrecht unter die Räder. 16 Spieler erzielten die insgesamt 64 Tore, bester Schütze ist bislang Dustin Lill, der 13 Mal traf und zudem mit 18 Assists (!) bester Vorlagengeber ist. Dahinter erweisen sich auch Lars Wagner (8 Tore), Tom Koch (7) und Lukas Höh (6) als torgefährlich.

Mit diesem Aufgebot will Limbach auch in dieser Saison in der Saarlandliga gut abschneiden (oben). Patrick Gessner (43), als ehemaliger Spieler und jetziger Coach nahezu ein Limbacher Urgestein, baut dabei vor allem auf die torgefährlichen Dustin Lill, Lars Wagner, Tom Koch und Lukas Höh (v.l.). (Fotos; -jf-/fupa.net)

Die Ausgangssituation wird in der kurzen Spielvorschau auf der Palatia-Website treffend wiedergegeben. Dort heißt es: „Erste empfängt am Sonntag den Traditionsverein Borussia Neunkirchen. In der aktuellen Lage ist klar: Ein Sieg ist Pflicht!“ Dem ist auch aus Borussen-Sicht nichts hinzuzufügen, geht es für die Schützlinge von Kevin Lüder und Boris Schellenberg auch in Limbach nur darum, sich so gut wie möglich zu verkaufen, möglichst lange defensiv kompakt zu stehen und dem Gegner das Leben schwer zu machen, damit die Sache nicht zu schnell den (Lim)Bach runtergeht. Ob Kevin Lüder an der Seitenlinie coachen wird, ist derzeit noch ungewiss: „Er hat nach seiner Ellenbogen-Operation am vergangenen Dienstag noch starke Schmerzen“, berichtet Boris Schellenberg. Der sportliche Leiter hat die Trainingsarbeit im Laufe der Woche übernommen und viel Wert auf Laufeinheiten gelegt: „Wir müssen versuchen, über leidenschaftlichen Kampf und hohe Laufbereitschaft zu kommen. Das Spiel in Limbach hat schon leicht Derbycharakter. Ich hoffe, dass wir uns gut verkaufen und ein halbwegs ordentliches Ergebnis erzielen.“ Im ohnehin nicht üppig bestückten Kader fehlen wird Stürmer Hamza Alobaidaat, der am vergangenen Sonntag gegen Quierschied sich einen Bänderriss im linken Sprunggelenk zugezogen hat.

Einsatz ungewiss: Für den operierten Kevin Lüder (re.) steht im Notfall der sportliche Leiter Boris Schellenberg (li.) in Limbach an der Seitenlinie bereit (oben). Nicht dabei: Hamza Alobaidaat (Nr. 7), der gegen Quierschied lange behandelt werden musste (unten). Die Diagnose: Bänderriss! (Fotos: -jf-)

Die bisherige Bilanz zwischen beiden Mannschaften in der Saarlandliga weist drei 1:0-Siege auf: Während die Borussia in der Vorsaison beide Spiele gewinnen konnte, blieb Limbach im Hinspiel im Ellenfeld dank eines Treffers von Dustin Lill (nach 67 Minuten) knapp obenauf. Darüber hinaus standen sich Borussen und Palatianer zweimal im Saarlandpokal gegenüber: 2019 siegte Borussia in Limbach mit 6:0, im Vorjahr schockierte die Palatia die Borussen in der Ferraro-Sportarena im Halbfinale in der Verlängerung mit 6:2.

Symptomatische Szene im Hinspiel: Limbachs Tor schien vernagelt, immer wieder konnte ein Abwehrspieler das Leder aus der Gefahrenzone schlagen. (Foto: -jf-)
Schiedsrichter der Partie in Limbach (nach Angaben von fussball.de) Tim Gillen (Foto oben Mitte/-jf-). Der 33jährige Finanzbeamte pfeift für den SC Eintracht Alsweiler und engagiert sich nicht nur in der Schiedsrichtergruppe Schaumberg als Lehrwart, sondern auch in seiner Gemeinde politisch (CDU) und sozial (Theater- und Karnevalsverein). Zudem kickt er gelegentlich, sofern es seine Zeit zulässt, noch selbst in der zweiten Mannschaft es SC Alsweiler. Letztmalig leitete Tim Gillen ein Spiel der Borussia beim 0:9 im Nachholspiel bei der zweiten Mannschaft des 1. FC Saarbrücken. In Limbach assistieren ihm assistieren an den Seitenlinien die Herren Maddox Brill und Niklas David Scherer. Wir wünschen dem Schiedsrichterteam eine gelungene Spielleitung! (-jf-)