Von wieder entdeckten Torjäger-Qualitäten und einem Déja-vù-Erlebnis

Borussia gewinnt das Duell der Nachbarn gegen FSG Ottweiler-Steinbach klar mit 5:0 / Zweimal Kevin Saks, Marco Dahler, Sebastian Cullmann und Dominik Jost die Torschützen

Unser Bild: Haltungsnote sehr gut – Borussias Nico Christmann und Ottweilers Lukas Meiser beim nahezu perfekten Synchron-Tänzchen um den Ball. Da bleibt Tim Braun (re.) nur das Staunen! (Foto: -jf-)

Es gibt Geschichten, die – Achtung: Phrasenalarm! – tatsächlich wohl nur der Fußball schreibt. Die von Dominik Jost ist so eine. Lange war er verletzt, erst Hüftoperation, dann – nach wenigen Einsatzminuten – Bänderriss im Daumen. Für einen Einsatz auf seiner Stammposition zwischen den Pfosten des Borussen-Tores reicht es noch nicht, doch als Feldspieler ist er eine Option. Philippe Persch, Kamil Czeremurzynski und Tim Cullmann, die erfahrene Kommandozentrale auf der Borussen-Bank, erinnern sich nach 88 Minuten ganz offensichtlich an die Offensivqualitäten, die der Torhüter schon einmal im September 2021 unter Beweis gestellt hat: Gegen den SV Bliesmengen-Bolchen traf er damals unmittelbar nach seiner Einwechslung gleich zweimal und hatte damit die Borussia zum 4:2-Sieg geführt. Gegen die FSG Ottweiler-Steinbach für Dominik Jost nun ein Déja-vù-Erlebnis: Keine zwei Minuten ist der 26jährige auf dem Platz, da schaut er sich nach einem Zuspiel von Sebastian Cullmann FSG-Keeper Sascha Seiwert nach allen Regeln der Kunst aus und schnibbelt das Leder mit dem rechten Fuß ins lange Toreck (89.). Ausgangspunkt war die energische Balleroberung von Danny Kleinbauer, der die Aufforderung von Philippe Persch („Jag´ ihn!“) erfolgreich umsetzte. 5:0 – eine Co-Produktion von Einwechsel-Spielern und der viel umjubelte Schlusspunkt unter 90 temporeiche Minuten, in denen die Borussen von Beginn an sehr spielfreudig und tatendurstig agierten und ihren Gegner meist im Griff hatten.

Schon vor dem 4:0 ein paar Minuten zuvor hat das Interims-Trainerteam ein glückliches Wechsel-Händchen bewiesen. Denn auch Sebastian Cullmann, der nach muskulären Problemen noch gar nicht bei 100 Prozent ist, steht erst eine knappe Viertelstunde auf dem Platz, als er nach Ecke von Niklas-Allenfort und reichlich Kuddel-Muddel in der FSG-Abwehr eine Ablage von Marco Dahler aus dem Rückraum mit dem linken Fuß per Flachschuss durch Freund und Feind hindurch ins Netz schickt. Zu diesem Zeitpunkt war die Partie allerdings längst entschieden. Den K.o-Schlag hat der Kapitän selbst dem Gegner verpasst, als er nach 51 Minuten einen von Jonas Ettelbrück verwirkten Foulelfmeter (Ottweilers Nummer 17 hatte den bei einer Flanke von Kevin Saks einlaufenden Tim Klein kurzerhand umgerannt) verwandelt – nicht sonderlich platziert, aber so hart, dass Torhüter Sascha Seiwert den Einschlag nicht mehr verhindern kann.

Vor dem Pausenpfiff des unauffällig und sicher leitenden Unparteiischen Maximilian Lauer vom SV Altheim-Böckweiler hatte es gleich zweimal – trocken, knackig, kurz, wie der Name! – „Saks“ gemacht: Borussias Stürmer hat seine Torjägerqualitäten wieder entdeckt und für eine beruhigende 2:0-Führung gesorgt. Beide Tore entwickeln sich von links außen: Beim 1:0 verlängert Marco Dahler eine Ecke von Nico Christmann, Borussias Stürmer nickt den Ball im 5-Meter-Raum stehend ein (30.). Beim 2:0 wuchtet die Nummer 25 im schwarz-weißen Trikot eine präzise Flanke von Niklas Allenfort in vollem Lauf mit unwiderstehlichem Willen aus kurzer Distanz ins Tor (39.) – beide Male mit genau der Überzeugung, die der verletzungsbedingt nicht einsatzbereite Dylan Sodji zuvor mit einem eindringlichen Zuruf von der Bank aus gefordert hat. Unmittelbar vor der Halbzeit nach dem gleichen Schema fast der Hattrick, doch diesmal setzt Kevin Saks, von Sascha Seiwert und Jonas Ettelbrück in die Zange genommen, das Leder nach langem-Allenfort-Einwurf und Kopfballverlängerung von Marco Dahler knapp über den Querbalken. Zurecht wurde der agile und flexible Offensivspezialist, der im Wechselspiel mit Tim Klein mal die Spitze besetzte, mal auf die Außenbahn auswich, bei seinem vorzeitigen Abgang nach 75 Minuten mit viel Applaus vom Publikum verabschiedet.

Kurz vor der Pause fast der Hattrick, aber diesmal geht der Kopfball von Kevin Saks über das FSG-Tor. (Foto: -jf-)

Doch auch die Gäste sind in den ersten 45 Minuten nicht chancenlos: Moritz Häckelmann trifft nach einer Ecke im Fallen aus kurzer Distanz den Ball nicht richtig, so dass die Borussen-Defensive klären kann (8.) und nach einem langen Pass auf den flinken Dustin Lill muss Marco Dahler ein geschicktes Tackling auspacken, um im allerletzten Moment den Abschluss (18.) zu verhindern. Bei einem gefährlichen Freistoß von Lukas Latsch hat Maximilian Strack seine liebe Mühe und Not, das aufsetzende Leder über die Latte zu lenken (26.). Nach 34 Minuten liegt das Spielgerät schließlich sogar tatsächlich im Borussen-Netz, aber Torschütze Philipp Würtz steht, als er den von Maximilian Strack vor seine Füße abgewehrten Latsch-Freistoß abstaubt, im Abseits (34.). Schließlich trifft Moritz Häckelmann die Latte, den Nachschuss kann Christoph Stemmler abblocken (41.). Insofern hätte sich die FSG ein Ehrentor wirklich verdient gehabt!

Nach der Pause und dem vorentscheidenden 3:0 ziehen sich die Borussen dann etwas zurück, überlassen den Gästen einige Spielanteile, mit denen diese jedoch nicht viel anzufangen wissen, so dass die anvisierten drei Punkte letztlich nicht mehr in Gefahr geraten. Mit dem deutlichen 5:0 hat die Mannschaft nach dem Auf und Ab der letzten Wochen ein klares Signal gesendet. Die, die vom Anfang an auf dem Platz standen, diejenigen, die im Laufe der 90 Minuten ins Spiel kamen, und die, die auf der Bank saßen und die Kameraden lautstark unterstützen – alle sind Teil ohne Ausnahme dieses wichtigen Sieges, der auch zeigt, dass die in den sozialen Medien in den Tagen vor der Partie vielfach gescholtene „Selbstorganisation“ durchaus funktionieren kann, wenn alle an einem Strang ziehen. Das Abschluss-Tänzchen, orchestriert von Joker Dominik Jost, wirkte wie eine Befreiung – redlich verdient hatten sich die Borussen das jedenfalls alle! (-jf-)

Statistik: Borussia – FSG Ottweiler-Steinbach 5:0 (2:0)

Borussia: Maximilian Strack – Tim Braun, Michael Müller, Florian Stopp, Marco Dahler (C), Tim Klein (ab 87. Dominik Jost), Simon Schreibeisen (ab 68. Sebastian Cullmann), Niklas Allenfort, Nico Christmann, Christoph Stemmler, Kevin Saks (ab 75. Danny Kleinbauer).

Tore: 1:0 (30.) Kevin Saks, 2:0 (39.) Kevin Saks, 3:0 (51.) Marco Dahler (Foulelfmeter), 4:0 (83.) Sebastian Cullmann, 5:0 (89.) Dominik Jost. – Schiedsrichter: Maximilian Lauer (SV ALtheim-Böckweiler). – Zuschauer: 300. – Gelbe Karten Borussia: Marco Dahler (62.), Tim Braun (66.).

Unsere Bilder vermitteln weitere Impressionen vom Spiel der Borussia gegen die FSG Ottweiler-Steinbach. (Fotos: -jf-)

1 Kommentar

  1. Wiedereinmal ein toller Bericht von unserem Jo,der alle Kritiker der letzten Woche verstummen läßt. Grandiose Leistung von allen die auf dem Platz standen und auf der Bank saßen. GO BORUSSIA.

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