An die gute Leistung von Köllerbach anknüpfen und punkten

Letzte Informationen vor dem Gastspiel der Borussia beim SV Rohrbach am Sonntag (Anstoß: 15.00 Uhr) / Verletztenliste wieder größer geworden / Erfolgserlebnis auch mit Blick auf Pokalspiel wichtig

Unser Bild: In Rohrbach kommt es zur Neuauflage des Bruderduells Schlicker gegen Schlicker – wie in dieser Szene aus dem Hinspiel mit Borussias Daniel (am Ball) und Rohrbachs Benjamin Schlicker (direkt dahinter). (Archivfoto: -jf-)

Der Gegner: Dass der SV Rohrbach einmal im Ellenfeld-Stadion zu einem Liga-Spiel gegen Borussias erste Mannschaft zu Gast sein würde, schien vor einigen Jahren noch undenkbar. Doch das Team aus dem 7000 Einwohner zählenden Ortsteil von St. Ingbert hat zuletzt einen nahezu kometenhaften Aufstieg hingelegt. 2016 wurde man gleich als Neuling in der Verbandsliga Vierter, 2018 gelang der Sprung in die Saarlandliga. Ausschlaggebend vor allem drei Faktoren: Der gute Zusammenhalt der Mannschaft und die große Heimstärke, nicht zuletzt der treffsichere Torjäger Norman Schmitt. Dieser Norman Schmitt wurde mit 26 „Einschlägen“ nicht nur Torschützenkönig in der Verbandsliga, sondern weist auch eine familiäre Beziehung zur Borussia auf, ist er doch der Enkel des verstorbenen Borussen-Ehrenmitgliedes Theo Britz. Theo Britz war seinerzeit nicht nur ein großer Anhänger der Borussia, sondern übte sogar die Funktion des Auslandsbeauftragten aus! Mit Angelo Dal Col, der vor Saisonbeginn vom SV St. Ingbert zum SV Rohrbach wechselte, trägt ein Ex-Borusse, der in der Spielzeit 2009/2010 15 Einsätze (1 Tor) im Ellenfeld absolvierte, das Rohrbacher Trikot. Zudem trifft mit Benjamin Schlicker der Rohrbacher „Sechser“ auf seinen jüngeren Bruder Daniel, der bei Borussia ebenfalls die „Sechser“-Position ausfüllt. In früheren Jahren leisteten die ehemaligen Liga- und Bundesligaspieler der Borussia, Horst Meurer und Gerd Schley, in Rohrbach wertvolle Trainerdienste mit einigen Meisterschaften! Schließlich bekennt Ex-Coach Rüdiger Pfeifer, dass er als jugendlicher Fan gemeinsam mit seinem Vater ins Ellenfeld gepilgert ist, um Borussias zu unterstützen. Es gibt also einige Berührungspunkte zwischen beiden Clubs. Apropos Rüdiger Pfeifer: Der Rücktritt des verdienten Trainers in der Winterpause kam für alle Rohrbacher überraschend – berufliche Gründe des Polizeibeamten gaben dabei den Ausschlag. Bei der Suche nach einem Nachfolger musste der Club nicht lange suchen und präsentierte mit dem bisherigen Coach zweiten Mannschaft, Fabian Schiffer, recht schnell den neuen Mann auf der Kommandobrücke. Schiffer, der ohnehin im Sommer Rüdiger Pfeifer beerben sollte, soll nun das Rohrbacher Vereinsschiff in den sicheren Hafen „Klassenerhalt“ steuern. Eine schwere, aber nicht unlösbare Aufgabe. „Wenn wir die Liga halten, ist das angesichts unserer Rahmenbedingungen so wie eine Meisterschaft für andere Clubs“, sagt Rohrbachs sportlicher Leiter Rezo Ortoleva, der guter Dinge ist, „dass Fabian Schiffer gemeinsam mit Co-Trainer Benedikt Kastel in der Mannschaft mit neuen Impulsen auch neuen Schwung freisetzen kann.“ Dies gelang dem neuen Trainer in den ersten vier Spielen nach der Winterpause recht ordentlich: Zwei Siege ließen den SVR, der die letzten sechs Spiele vor Weihnachten allesamt verloren hatte, vorübergehend die Abstiegsplätze verlassen. Das 2:1 bei der U23 des FC Homburg bedeutete zugleich die ersten Auswärtspunkte der Saison! Zuhause dagegen ist Rohrbach wesentlich stärker:  19 der 22 Punkte wurden auf eigenem Platz eingefahren. Auch in dieser Saison ist Norman Schmitt treffsicherster Schütze: 7 Tore stehen bislang auf seinem Konto, Marvin Kempf folgt ihm mit 5 Toren. Doch beide Stürmer zieht es im Sommer zu neuen Ufern: Schmitts Wechsel zum FC Noswendel-Wadern steht ebenso fest wie der Abgang von Kempf nach Eppelborn – ein bitterer Verlust für den SV Rohrbach!

Das Hinspiel gewann Borussia im Ellenfeld mit 4:1. Der frühe Führungstreffer für Rohrbach durch Angelo dal Col (2.) war so etwas wie ein Weckruf für noch schläfrig wirkende Borussen, die durch Attila Serrs Kopfballtreffer (20.) vor der Pause den Ausgleich schafften, aber erst nach dem Seitenwechsel auf die Siegerstraße einbogen. Nach den zwei Toren von Kevin Saks (55. und 68.) war die Partie entschieden, ehe Patrick Seidel kurz vor Schluss noch einen Treffer draufsetzte.

Die Ausgangssituation: Nach den Siegen in Homburg und gegen Rastpfuhl erlitt Rohrbach bei der 0:1-Niederlage in Rehlingen-Fremersdorf wieder einen leichten Rückschlag im Kampf um den Liga-Erhalt. Die dort verlorenen Punkte möchte man sich natürlich nur allzu gerne gegen die Borussia zurückerobern. Dazu werden die Rohrbacher, die gegen Rastpfuhl wegen Rasensperrung auf den Hartplatz ausweichen mussten und sich dort schwertaten, sicherlich ihre gesamte Kampfkraft und mannschaftliche Geschlossenheit aufbieten. „Die Neunkircher haben derzeit ja nicht gerade einen Super-Lauf. Ich denke, der Druck liegt mehr auf Seiten der Gäste, die mit Sicherheit vorher ganz andere Erwartungen als Rang neun hatten“, schätzt Rohrbachs Benjamin Schlicker die Erfolgschancen des SVR gar nicht mal so schlecht ein. Für Borussia ist die Saison zwar noch nicht gelaufen, aber das vor Beginn der Restrunde ausgegebene Ziel, noch unter die Top-Fünf der Liga zu wollen, ist bei mittlerweile zehn Punkte Rückstand auf jenen fünften Platz, den momentan der SV Auersmacher belegt, nur zu erreichen, wenn die Mannschaft ihr Potential voll aufruft und vielleicht noch mal eine Serie startet. Drei Siege am Stück gab es in dieser Runde nur zum Start und im nahezu „goldenen Oktober“, als die Klos-Schützlinge nacheinander gegen Primstal, in Auersmacher und gegen Schwalbach gewann. Die Formkurve zeigte zuletzt gegen in Elversberg, gegen Saar 05 und gegen Köllerbach deutlich nach oben. Hier gilt es in Rohrbach anzuknüpfen. Zudem bekommt die Partie für die Borussen auf der Sportanlage in den Rohrbacher Königswiesen auch auf anderer Ebene noch eine große Bedeutung, ist sie doch quasi das „Vorspiel“ zum von allen Seiten mit Hochspannung erwarteten Pokal-Viertelfinale am kommenden Mittwoch beim SV Altstadt. „Mit einem Erfolgserlebnis ins Pokalspiel zu gehen wäre schon wichtig“, weiß auch Björn Klos.

Personell muss der Borussen-Coach derzeit bittere Pillen schlucken. Torhüter Philippe Persch wurde nach seiner roten Karte gegen Köllerbach für zwei Pflichtspiele gesperrt. Jens Kirchen (muskuläre Probleme) und Nino Kannengießer (Faserriss, allerdings wieder im Lauftraining) fallen weiter aus. Yannick Bach (Zerrung) und Mo Benghebrid (Muskelfaserriss) werden ebenfalls in Rohrbach nicht auflaufen können. Bei Marco Dahler (Knieprobleme ) und Furkan Erdogan (war die ganze Woche über krank) entscheidet sich ein Einsatz erst kurzfristig. „Da stellt sich die Mannschaft fast schon von alleine auf“, konstatiert Björn Klos.

Als Schiedsrichter ist (laut fussball.de) Marius Backes vorgesehen, der innerhalb der Schiedsrichtergruppe Saarlouis für den FSV Hemmersdorf pfeift. Die Partie in Rohrbach ist Marius Backes´ neunter Einsatz in der aktuellen Saarlandliga-Saison. Als Assistenten stehen ihm Lars Grimm und Yannik Michael Hahn zur Seite. Wir wünschen den Unparteiischen eine gute Spielleitung!

Hinweis für Fans – Die Navigationsadresse für das Stadiongelände in Rohrbach lautet: In den Königswiesen 39, 66386 St. Ingbert. (-jf-)

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