Informationen vor dem letzten Heimspiel der Borussia im Ellenfeld-Stadion am Sonntag (Anstoß: 15.00 Uhr) gegen den SV Saar 05 Saarbrücken
Der Gegner aus St. Johann hat die schlimmen Zeiten, die die Borussia derzeit durchmacht, hinter sich. Wegen Verschuldung musste die erste Mannschaft abgemeldet werden, um 2006 als „SV Saar 05 Jugend“ neugegründet zu werden und in der Kreisliga B Saarbrücken einen Neustart zu wagen. Nach fünf Aufstiegen in Folge war Saar 05 2012 dann wieder in der Saarlandliga angekommen – und wie! Denn 2014 schafften die Schwarz-Weißen mit der Rose im Club-Logo sogar den Sprung in die Oberliga, 2015 durch ein 2:0 gegen den SC Hauenstein (vor 2.000 Zuschauern!) gar in die Regionalliga, wo man sich aber nur ein Jahr halten konnte. Danach ging es wieder runter bis in die Saarlandliga, hier steht jetzt erneut ein Abstieg fest. Die erfolgreichsten Zeiten liegen – und das ist eine weitere Parallele zur Borussia – lange zurück. Bis 1963 die Bundesliga gegründet wurde, gehörten die „Söhne Saarbrückens“ der Oberliga Südwest an, die bis dahin die erste Liga darstellte. Ab 1963 fand man einen Platz in der neuen Regionalliga Südwest (damals 2. Liga), wo man acht Jahre lang mitspielte und meist im Mittelfeld platziert war, ehe man ab 1971 sukzessive in untere Ligen abrutschte. 1990 und 2000/2001 gelang noch einmal für kurze Zeit der Weg nach oben in die Amateur-Oberliga. Seit 1932 spielt Saar 05 am Kieselhumes: Das Stadion fasste einst 35.000 Zuschauer und war – als damals größtes Stadion in Saarbrücken – auch Schauplatz der Endrundenspiele des 1. FC Saarbrücken um die deutsche Meisterschaft 1943 und 1952 sowie die Heimstätte der Nationalmannschaft des Saarlandes (u.a. in der WM-Qualifikation für 1954 gegen das DFB-Team mit Sepp Herberger). Mittlerweile ist die Sportstätte zu einem der modernsten Leichtathetik-Stadien umgebaut worden und bietet 12.000 Zuschauern Platz.

Geballte Routine im Saar-Trikot: Kapitän David Seibert, Frederic Ehrmann und Louis Cupelli vertrauen auf die Torgefahr ihrer junge Stürmer jungen Maximilian Krill und Dion Rosche (v.l./Fotos: fupa.net). Trainer Alexander Stamm darf sich im Sommer über Neuzugang Ruddy M´Passi freuen, Corentin Bund dagegen verlässt den Kieselhumes Richtung Köllerbach. (Fotos: -jf-/facebook-Seite Saar 05/fupa.net)

Die sportliche Gegenwart der 05er ist, ebenso wie bei Borussia, eher trist. Auch Neu-Trainer Alexander Stamm konnte das Ruder nicht mehr herumreißen. Er hatte im November Saar-Urgestein Timon Seibert, der nach 17 Jahren (!) sein Traineramt auf eigenen Wunsch niederlegte, dem Verein aber als zweiter Vorsitzender erhalten blieb, abgelöst. Nach Ende der Hinrunde lag Saar 05 mit 14 Punkten noch in Schlagdistanz zu den sicheren Plätzen, doch die Rückrunde wurde zum Fiasko: Nur noch ein Sieg gelang, der aber war mit 4:2 beim FSV Jägersburg eine Riesenüberraschung. Nach der Winterpause konnte die Stamm-Elf in 13 Spielen bei 13:44-Toren nur noch einen Punkt (1:1 in Schwalbach) auf der Habenseite verbuchen. Deftige Niederlagen gab es zuhause gegen Hasborn (1:5), in Rastpfuhl (1:6) und in Elversberg (0:7). Zwischendurch jedoch blitzte hin und wieder auf, wozu die Mannschaft im Stande ist: Gegen Brebach und Herrensohr verlor man nur knapp mit 1:2, auch in Quierschied (0:1) und Köllerbach (2:3) konnte man mithalten. Dennoch: 19 Punkte aus bislang 33 Spielen bedeuten den letzten Tabellenplatz und die Rückkehr in die Verbandsliga. Ob dort auch die bislang besten Torschützen Maximilian Krill (8 Tore), Dion Rosche (7) und Jan Stoll (4), die nahezu für die Hälfte aller Saar-Treffer verantwortlich zeichnen, oder Top-Vorbereiter Frederic Ehrmann (8 Assists) dabei sein werden? Das werden die kommenden Wochen zeigen. Bekannte Spieler im Saar-Trikot sind weiter Kapitän David Seibert, Torwart Sascha Segarra-Gil und Tim Schäfer (kam im vergangenen Sommer mit viel Oberliga-Erfahrung aus Jägerburg), die jedoch alle im fortgeschrittenen Fußballalter sind. Stürmer Louis Cupelli trug bereits anderthalb Jahre (2023 bis Januar 2025) das Trikot der Borussia: In 20 Spielen erzielte er fünf Treffer. Verzichten muss Saar 05 in der kommenden Spielzeit auf jeden Fall auf Corentin Bund: Der 25jährige wird sich den Sportfreunden aus Köllerbach anschließen. Einen prominenten Neuzugang konnte man aber bereits an Land ziehen: Mit der Überschrift „Transferalarm am Kieselhumes“ vermeldeten die 05er im Laufe des heutigen Tages die Verpflichtung von Top-Stürmer Ruddy M´Passi! Der 36jährge Angreifer, seinerzeit (bis 2017) auch in Diensten der Borussia, bringt neben seinem ausgeprägten Torriecher enorme Routine aus Oberliga und Saarlandliga mit. Deshalb ist man am Kieselhumes überzeugt: „Seine Präsenz und Kaltschnäuzigkeit werden unser Spiel bereichern!“
Die Ausgangssituation: Mit Borussia und Saar 05 treffen im Duell der Kellerkinder zwei Teams aufeinander, die nach der Winterpause noch auf ein Erfolgserlebnis warten. Für beide wäre deshalb ein Sieg ein versöhnlicher Abschied aus der Saarlandliga. Dennoch gehen die Gäste aufgrund der Qualität des Personals als klarer Favorit in die Partie. Zumal die Borussen noch eine Hiobsbotschaft vermelden: Torwart Tjorven Joel Gehre, bislang stets einer der Besten, erlitt einen Unfall und „wird, Stand heute, am Sonntag nicht zur Verfügung stehen“, so Boris Schellenberg, Borussias kommissarischer sportliche Leiter. Abwehrspieler Tomas Schegel wird nach seiner Hüftverletzung voraussichtlich wohl wieder auf der Bank Platz nehmen können. „Wir schleppen uns über die Ziellinie“, sagt Boris Schellenberg, der aber dennoch stolz darauf ist, „dass wir das seit Januar durchgehalten haben und Borussia weiter leben lassen. Die Mammutaufgabe, die wir da mit allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern gestemmt haben, hat sicher einen Platz in der Geschichte des saarländischen Fußballs!“

Eine von vielen vergebenen Chancen der Borussia im Hinspiel auf dem Kieselhumes: Jan Luca Rebmann verpasst den Ball – und Saar gewann am Ende mit 3:1. (Foto: -jf-)
Die bisherige Bilanz in den gemeinsamen Saarlandliga-Jahren seit Borussias Abstieg aus der Oberliga 2017 geht knapp an die Borussen: 5 Siegen stehen 5 Unentschieden (davon gleich drei Mal 2:2) und 3 Saarbrücker Siege gegenüber. Das Hinspiel auf dem Kunstrasen unterhalb des Stadions am Kieselhumes verloren indisponierte Borussen am Ende der Vorrunde überraschend mit 1:3: Dion Rosche (15.) und Maximilian Krill (18.) hatten früh zwei Unaufmerksamkeiten in Borussias Abwehr zur einer 2:0-Führung genutzt. Zwar gelang Marco Dahler nach gut einer halben Stunde per Elfmeter der Anschluss, zwar hatten die Borussen Mitte der zweiten Halbzeit in ihrer besten Phase gute Gelegenheiten zum Ausgleich – doch die konnten nicht genutzt werden. So passierte das, was in solchen Situationen dann oft passiert: Maximilian Krill versetzte Borussia mit einem Konter nach 82 Minuten mit dem 3:1 den K.o.!

Schiedsrichter des Spiels im Ellenfeld ist (nach Angaben von fussball.de) der junge Tim Großmann (Foto oben Mitte/-jf-). Er pfeift für den SC Fortuna Büschfeld und kam durch seinen Vater Stefan, der selbst Unparteiischer ist, einst zur Schiedsrichterei. Seit 2023 wird der 21-Jährige in der Verbandsliga eingesetzt – und das war noch nicht das Ende: Mittlerweile stehen 10 Einsätze in der Saarlandliga und drei in der Oberliga in seiner Bilanz! Dass das Talent noch größeren Aufgaben gewachsen sein wird, traut dem Nachwuchsmann auch sein Schiedsrichter-Chef Gerhard Bednorz zu: „Mit enormem Fleiß und der Bereitschaft zu ständiger Fortbildung hat er auf sich aufmerksam gemacht. Auch seine unaufgeregte Art der Spielleitung lässt erkennen, dass er noch mehr erreichen kann.“ Das erste richtig große Spiel, das er geleitet hat, war das Endspiel der B-Junioren im Saarlandpokal zwischen dem 1. FC Saarbrücken und der SV Elversberg. „Vor rund 700 Zuschauern im Rehlinger Bungert-Stadion“, erinnert sich der 22-Jährige: „In der Begegnung war alles drin, was zu einem Fußball-Krimi gehört.“ Elversberg siegte mit 3:2. Doch nicht nur als Schiedsrichter ist der Büschfelder aktiv, er engagiert sich auch bei der Freiwilligen Feuerwehr. Zudem erkundet er gerne mit Kumpels per Mountainbike den Hunsrück und ist dem Dartspielen nicht abgeneigt. Im März 2026 pfiff Tim Großmann beim 2:11 gegen den SV Bliesmengen-Bolchen in der Ferraro-Sportarena bereits ein Spiel der Borussia. Ihm assistieren an den Seitenlinien die Herren Robin Sauer und Björn Becker. Wir wünschen dem Schiedsrichterteam eine gute Anreise und eine gelungene Spielleitung. (-jf-)
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