„Mit neuem Rasen in diesem Stadion – da wird jedes Spiel ein Highlight!“

Interview mit Nico Purket vor dem Testspiel am kommenden Samstag (14.30 Uhr) gegen seinen Ex-Club, den SV Steinwenden, in der Ferraro-Sportarena

Der zweite Test steht an! Am kommenden Samstag (Anstoß: 14.30 Uhr) kommt der SV Steinwenden in die Ferraro-Sportarena und fühlt der Borussia auf den Zahn. Die Mannschaft aus dem rund 1500 Einwohner zählenden Ort in der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach ist seit dem Aufstieg aus der Landesliga im Sommer 2018 fester Bestandteil der Verbandsliga Südwest und konnte dabei ihre Platzierung in den fünf Jahren ständig verbessern: Von Platz 10 im Aufstiegsjahr bis zur Vizemeisterschaft in der vergangenen Saison. In dieser Spielzeit läuft es nicht ganz so gut. Mit den bislang gewonnenen 32 Punkten sind die Spitzenplätze hinter Tabellenführer VfR Baumholder (46 Punkte), TuS Marienborn (38) und dem letztjährigen Relegationsteilnehmer SC Idar-Oberstein (37) ziemlich weit weg. Dennoch kann der 5. Platz durchaus zufrieden stellen. Wozu das Team von Spielertrainer Daniel Meisenheimer fähig ist, zeigte sich in den letzten beiden Spielen vor der Winterpause, als es sowohl gegen Idar-Oberstein (3:2) als auch in Marienborn (2:1) Siege gab. Bemerkenswert vor allem die Heimstärke: 24 der 32 Zähler wurden auf eigenem Platz gewonnen. Als bester Torschütze konnte sich bislang David Höft auszeichnen, der 15mal traf. Bekanntester Akteur in Reihen der Gäste: Torwarttrainer Florian Fromlowitz, der 12malige U21-Nationalspieler, der 122 Spiele für den 1. FC Kaiserslautern und Hannover 96 in der Bundesliga bestritt.

Für Nico Purket ist die Partie in der Ferraro-Sportarena eine ganz spezielle, wechselte der 23jährige Mittelfeldspieler der Borussia – gemeinsam mit seinem Teamkameraden Nico Christmann – im vergangenen Sommer aus Steinwenden ins Ellenfeld. Im Interview spricht Nico Purket (NP) über das bevorstehende Spiel, seine bisherigen Erfahrungen im Borussen-Dress und seine Hoffnungen für die Restrunde.

Am Samstag geht es gegen Dein Ex-Team. Hast Du noch Kontakte nach Steinwenden?

NP: Ja, Kontakte sind noch da. Wir hatten in Steinwenden neben dem Fußball gemeinsam Dart gespielt und dazu auch eine Whatsapp-Gruppe gegründet. Da schreiben wir uns immer noch und wünschen uns gegenseitig Glück. Für intensiveren Kontakt fehlt mir leider die Zeit, denn wenn ich abends nach der Arbeit und dem Training nach Hause nach Reichenbach komme, ist es meist schon 22 Uhr.

Rückblick: Nico Purket im Trikot des SV Steinwenden im Einsatz gegen Tim Klein (li.) und Frissell Hunter (re.). Szenen aus dem Testspiel zwischen dem SVS und der Borussia anlässlich der Sportwoche des SV Ohmbach im Juli 2021 (oben). Gemeinsam mit Nico Christmann (li., Nr. 19) aus Steinwenden ins Ellenfeld: Nico Purket im Kampf um den Ball mit Mettlachs Peter Lauer (unten). (Fotos: -jf-)

Wie stark ist Deiner Meinung nach die Verbandsliga Südwest im Vergleich mit der Saarlandliga, beides 6. Liga, einzuschätzen?

NP: Das ist nicht ganz einfach zu sagen. Ein Blick auf die Tabellen zeigt, dass in der Saarlandliga doch mehr Vereine auf gleichem Niveau unterwegs sind, hier können ja im Prinzip bis Platz 9 noch alle Mannschaften ins Rennen um die beiden Spitzenplätze eingreifen. In der Südwestliga beschränkt sich das auf die ersten Drei der Tabelle. Ich glaube, dass die Saarlandliga auch vom Zuschaueraufkommen her etwas besser dasteht.

Wie siehst Du Deine frühere Mannschaft aus Steinwenden im Vergleich zur Borussia?

NP: Für den SV Steinwenden heißt die Zielsetzung Jahr für Jahr eigentlich meist: In der Liga bleiben. Das hat der Verein in den letzten Jahren immer toll hinbekommen. Bei der Borussia ist das Ziel ein anderes, wir wollen gerne in die Oberliga aufsteigen, da herrscht ein anderer Druck. Im Sommer 2021 gab es ja schon einmal ein Vorbereitungsspiel zwischen der Borussia und Steinwenden, damals spielte ich ja noch beim SVS, wir konnten gut mithalten. 1:1 lautete das Endresultat in Ohmbach.

Du trägst jetzt über 7 Monate das Borussen-Trikot, darfst Dich zurecht als Stammspieler fühlen. Wie fällt Deine Bilanz aus?

NP: Bis jetzt sehr positiv. Mein Ziel, möglichst viel Einsatzzeit zu bekommen, habe ich im Laufe der Zeit erreicht. Es wird im Hintergrund alles für uns Spieler gemacht, es wird sich gekümmert, so dass wir uns voll auf den Fußball konzentrieren können. Mein Ziel war es, menschlich und fußballerisch einiges dazuzulernen, und ich kann sagen, dass ich mich bei der Borussia wohlfühle und mich, wie erhofft, weiterentwickeln konnte. Schade nur, dass ich bisher von der einzigartigen Stadionatmosphäre im Ellenfeld noch nicht so viel mitbekommen habe. Deshalb freue ich mich sehr darauf, wenn der neue Rasen bespielbar ist. Auf einem Top-Geläuf und dann noch in diesem Stadion – da wird jedes Spiel ein Highlight! Denn der vorherige recht holprige Rasen war mit seinen Löchern und Unebenheiten für Knochen und Bänder nicht ungefährlich und hat uns sicher wohl auch den einen oder anderen Punkt gekostet.

„Größter Unterstützer und größer Kritiker“: Borussias Torwart Legende Sascha Purket (li.) ist häufig zu Gast an alter Wirkungsstätte, wenn der Junior (re.) spielt. (Fotos: -jf-)

Der Name Purket hat im Ellenfeld bis heute durch Deinen Vater Sascha, der 15 Jahre in über 700 Spielen das Borussen-Tor gehütet hat und zu einer Vereinsikone geworden ist, einen hervorragenden Klang. Ist das eher Ansporn oder Belastung?

NP: Eher Ansporn, ganz klar. Wenn ich höre, was die Leute über meinen Vater erzählen, was für eine Institution er bei der Borussia war, dann motiviert mich das sehr. Ich verspüre dadurch keinen Druck, zumal mein Vater – privat und sportlich – gleichzeitig mein größter Unterstützer und mein größter Kritiker ist, der mir sehr hilft und zwischen der Rolle als Vater und fußballerischer Fachmann und Trainer sehr wohl zu unterscheiden weiß. Ein direkter Vergleich mit meinem Vater ist schwierig, schließlich war er Torwart und ich bin Feldspieler. Aber von seiner Mentalität kann ich mir sicher viel abgucken.

Hattest Du denn nie Ambitionen, auch Torwart zu werden?

NP: Nein, das war nie ein Thema. Ich wollte eigentlich immer lieber selbst Tore schießen anstatt sie zu verhindern (schmunzelt)!

Einst und jetzt: Schon als kleiner Junge jagte er bei den Spielen des Papas im Ellenfeld dem runden Leder nach (li.), seit dem vergangenen Sommer trägt er das Borussia-Trikot (re.) und hat eine sehr gute Entwicklung genommen. (Fotos: privat / -jf-)

Du hast ja früher auch als Fan im Ellenfeld gestanden. Hast Du da noch Erinnerungen?
NP: Es gibt da ein Bild, das einen Freund und mich unten am Zaun zeigt. Und ich weiß noch, dass wir als Kinder in der Ellenfeld-Halle hin und wieder gekickt haben. Aber ansonsten sind die Erinnerungen nur noch sehr schwammig, dafür war ich damals noch zu klein.

Zurück in die Gegenwart. Was sind Deine Ziele – persönlich und mit der Mannschaft – für die restlice Runde?

NP: Mein oberstes Ziel ist es, in meine Leistung noch mehr Konstanz reinzubringen, um damit der Mannschaft zu helfen. Als Team wollen wir gerne aufsteigen. Ich denke, dass wir das Potential dazu haben, um am 28. Mai zum Saisonfinale ganz oben zu stehen – am besten ohne Relegation! Ein Aufstieg ist für jeden, der auf dem Platz steht, immer etwas ganz Besonderes. Das würden wir gerne erleben. Aber auch dafür ist eine konstante Leistung notwendig!

Welche Rolle spielt dabei Trainer Thorsten Lahm?

NP: Er hat viel Ruhe reingebracht, uns Vertrauen geschenkt und die Leichtigkeit zurückgebracht, die uns vorher gefehlt hat. Das tut jedem einzelnen und uns als Mannschaft sehr gut!

Dann wünschen wir Dir und der Mannschaft für das Spiel gegen Deinen Ex-Verein SV Steinwenden und die weitere Vorbereitung viel Glück und Erfolg, bleibt alle verletzungsfrei! Vielen Dank für das Gespräch! (-jf-)

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