Aus im Elfmeterschießen

Borussia-Damen liefern dem letztjährigen Pokalfinalisten SG Parr-Medelsheim ein hart umkämpftes Pokalspiel / Gäste haben im Shoot-out das glückliche Ende für sich

Unser Bild: Gemeinsam der Entscheidung ins Auge blicken! Noch war der Jubel groß bei den Borussen-Girls – denn soeben hat Torhüterin Natalie Gräber einen Elfmeter des Gegners abgewehrt. Am Ende aber setzte sich der Verbandsligist durch. (Foto: -jf-)

Die Idee kam Anfang der siebziger Jahre auf. Elfmeterschießen. Nicht unumstritten.Auf jeden Fall Nervensache, aber ein bisschen Glück ist aiuch dabei. Allemal sportlich gerechter als der bis dahin praktizierte Münzwurf. Elfmeterschießen. Mit einem Mal schrumpft das Spiel zusammen auf zwei Menschen. Dann wird aus einem „Elf gegen elf“ ein „Eins gegen eins“. Auge in Auge stehen sie sich gegenüber: Schütze und Torwart. Beide wollen, nur einer wird können. Die anderen stehen mindestens 9,15 Meter vom Punkt entfernt, machtlos. Eine moderne Form des Duells. Die Waffe: Der Ball. Keiner muss sterben. Aber einer wird die Schmäh abbekommen.

Prickelnde Spannung bekamen die Zuschauer geboten, die auch am Samstagabend den kühlen Temperaturen in der Ferraro-Sportarena im Ellenfeld trotzten. Mit einer bemerkenswerten kämpferischen und spielerischen Leistung boten die Borussen-Girls dem Verbandsligisten SG Parr-Medelsheim Paroli und zwangen den zwei Klassen höher spielenden Gegner nicht nur in die Verlängerung, sondern sogar ins Shoot-out. Hier hatten die Schützlinge von Trainer Oliver Rinder und seinem Co-Trainer Florian Werle dann die Glücksgöttin Fortuna nicht mehr auf ihrer Seite. Als der letzte Elfmeter der Gäste nach Billard-Art erst vom einen Pfosten rüber zum anderen springt und dann ins Tor, sind die Pokalträume der Borussen-Girls in der 3. Runde ausgeträumt.

Doch ein Klassenunterschied war über die gesamte Spieldauer nicht zu beobachten. Die in 9 Ligaspielen bislang noch unbesiegten Borussen-Girls waren mit viel Zutrauen und großer Vorfreude in die Partie gegangen waren. Auch spielerisch erwiesen sie sich sich den Gästen ebenbürtig, kombinierten sich mit viel Lauffreude gut durchs Mittelfeld und erarbeiteten sich zahlreiche Chancen. Wenn man den Mädels im schwarz-weißen Trikot überhaupt etwas ankreiden konnte, dann die Tatsache, dass sie aus den sich bietenden Möglichkeiten zu wenig gemacht hatten. Schon in den ersten 45 Minuten war eine Führung durchaus möglich. Deshalb gab sich Trainer Oliver Rinder in der Pausenbesprechung optimistisch: „Wir schießen das erste Tor“, gab er seiner Mannschaft mit auf den Weg. Auch nach dem Seitenwechsel ergab sich ein Chancenplus für die Mädels aus dem Ellenfeld, die einige vielversprechende Situationen nicht konsequent und konzentriert genug ausspielten. Wenn die Borussinnen einmal das Tor der Gäste anvisierten, fanden sie in Gäste-Torhüterin Denise Schöndorf ihre Meisterin. Die verletzte Torjägerin Helena Kiefer, die gemeinsam mit der ebenfalls verletzten Maria Barbara von der Seitenlinie aus ihre Mannschaft unterstützte, wurde schmerzlich vermisst. Auf der anderen Seite stand auch die Defensive der Borussen-Girls sicher, in der die starke Torhüterin Natalie Gräber viel Sicherheit ausstrahlte. Als Schiedsrichter Horst Kraus die reguläre Spielzeit abpfiff, blieb es somit beim torlosen Remis.

In der Verlängerung waren dann die letzten Körner gefragt. Beide Teams schenkten sich nichts, auch konditionell mussten sich die Borussen-Girls vor dem Gegner nicht verstecken. So musste letztlich ein Elfmeterschießen die Entscheidung herbeiführen. Als es darum ging, die Schützen ausfindig zu machen, ging Torhüterin Natalie Gräber voller Tatendrang voran: „Ich schieße einen“, ließ sie als allererste verlauten. Das Selbstbewusstsein in ihrer Stimme ließ heraushören, dass sie sich nicht nur auf das Schießen beschränken, sondern sich auch als Elfmetertöterin auszeichnen wollte. Das gelang der tapferen Torfrau dann auch, doch da die Borussen-Girls offenbar Kraft und Konzentration während der 120 Minuten aufgebraucht hatten, waren die Pokalträume nach dem Elfmeter(ver)schießen gegen 20.45 Uhr endgültig ausgeträumt.

Doch deshalb müssen sich die Mädels aus dem Ellenfeld nicht lange grämen. Schließlich lieferten sie dem letztjährigen Finalisten im Saarlandpokal einen großartigen Kampf und durften deshalb erhobenen Hauptes die Ferraro-Sportarena verlassen. Schmäh werden sie nicht abbekommen. Im Gegenteil: Stolz dürfen sie sein und aus der gezeigten Leistung genug Selbstvertrauen und Optimismus ziehen, um auch die bevorstehenden Spitzenspiele in der Liga bei Spitzenreiter 1. FC Riegelsberg (Sonntag, 1. Dezember 16.15 Uhr) und gegen den Tabellendritten SG Nahe erfolgreich zu bestehen und vielleicht im Aufstiegskampf ein Wörtchen mitzureden. (-jf-)

Unsere Fotos vermitteln Eindrücke von den hart umkämpften 120 Pokalminuten in der Ferraro-Sportarena. (Fotos: -jf-)

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