Informationen zum vorletzten Heimspiel der Borussia morgen Abend (19.00 Uhr) in der Ferraro-Sportarena gegen den Tabellenzweiten FSV Jägersburg
Der Gegner aus Jägersburg hat in seiner Historie seit den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine tolle Entwicklung genommen. Damals begann alles mit der Meisterschaft in der Kreisliga A Höcherberg durch ein in Wellesweiler gewonnenes Entscheidungsspiel gegen den TuS Wiebelskirchen! In den folgenden Jahren konnten – auch aufgrund der Unterstützung eines treuen Hauptsponsors (Omlor) – ehemalige Spieler zurückgewonnen und neue verpflichtet werden. Die Mannschaft wuchs immer mehr zusammen und feierte Aufstiege in Serie, bis man schließlich 2015 in der Oberliga angekommen war. Dieser Spielklasse gehörte der FSV dann – abgesehen von einem einjährigen Gastspiel in der Saarlandliga – lange Zeit an. Nach dem Abstieg in die Saarlandliga 2023 wurde natürlich der Wiederaufstieg angestrebt, den die Jägersburger im vergangenen Sommer in der Relegation gegen die SG Mülheim-Kärlich (2:0) und den TSV Gau-Odernheim (1:4) nur knapp verpassten: Im entscheidenden Spiel in Gau-Odernheim hätte sogar ein Unentschieden gereicht! Doch jetzt soll es mit der Rückkehr in die Oberliga klappen. Dass es erneut über den Umweg Relegation und nicht per direkter Meisterschaft gehen muss, liegt an zwei Schwächeperioden nach der Winterpause: Denn im Anschluss an den Triumph im Hallenmasters ist der FSV Anfang März schlecht aus den Startlöchern gekommen und verlor überraschend die ersten drei Partien (1:2 beim FCS II, 1:2 gegen Merchweiler, 0:1 in Reisbach). Das gleiche Prozedere nur einen Monat später: Binnen zwei Wochen kassierten die Schützlinge von Trainer Christian Frank, der seit 2022 gemeinsam mit Teammanager Marco Emich die sportlichen Strippen zieht, Anfang April erneut drei Niederlagen am Stück (0:3 in Schwalbach, 0:1 gegen Bliesmengen-Bolchen, 0:2 in Elversberg). Nur 15 Punkte aus 11 Spielen nach der Winterpause, zu wenig! Damit war der Titelzug abgefahren. In den verbleibenden drei Spielen (nach der Partie im Ellenfeld erwartet der FSV zuhause die DJK Ballweiler und reist zum Saisonfinale nach Quierschied) soll jetzt die Konkurrenz um Platz zwei in Schach gehalten werden.

Seit 2022 beim FSV in der sportlichen Verantwortung: Trainer Christian Frank (li.) und Marco Emich, der in den 90er-Jahren in Ober- und Regionalliga auch das Borussen-Trikot trug. Das Duo baut vor allem auf die Schlüsselspieler Daniel Dahl, Jodi Daoud (wurde in der Borussen-Jugend groß), Jannis Gabler, Mika Gilcher, Manfred Osei Kwadwo, Torhüter Bakary Sanyang und den jungen Griechen Anestis Tyriakidis (v.l.). (Fotos: -jf-/ fupa.net)

Personell hatte man im Alois-Omlor-Sportpark im Winter zwei Abgänge hinzunehmen: Sowohl Alex Stylben als auch Jannik Spengler, die erst im Sommer aus Saarbrücken (FCS II) bzw. Primstal gekommen waren, kehrten zu ihren Clubs zurück. Bester Torschütze im Kader (10 Treffer) ist bislang Manfred Osei Kwadwo: Der 30jährige Stürmer mit dem Spitznamen „Manni“ ist eine Ausnahmeerscheinung in der Saarlandliga, schließlich spielte er nach seiner fußballerischen Ausbildung beim 1. FC Kaiserslautern lange Jahre im Profibereich (2. und 3. Liga beim 1. FCK, SG Sonnenhof-Großaspach, 1. FC Magdeburg, SV Waldhof und Preußen Münster), ehe er vom VfR Mannheim nach Jägersburg kam. Ein nicht weniger interessanter Akteur ist Torwart Bakary Sanyang, der bereits auf und neben dem Platz viel erlebt hat: Geboren wurde er in New York City, wo sein Vater (mit US-Bürgerschaft und Wurzeln nach Gambia) und seiner deutschen Frau lebten. Im Alter von vier Jahren ging die Familie nach Deutschland, wo Sanyang dann beim 1. FC Kaiserslautern mit dem Fußballspielen begann – zunächst sowohl als Feldspieler und Schlussmann, ehe er dann in der D-Jugend fest zwischen die Pfosten wechselte. „Es war beim FCK eine sehr aufregende Zeit“, blickt der Keeper zurück. Bei deutschlandweit ausgetragenen Turnieren hießen die Gegenspieler unter anderem Serge Gnabry, Timo Werner oder auch Emre Can. Der Torhüter verbrachte seine gesamte Jugendzeit am Betzenberg, doch der Profitraum sollte sich nicht erfüllen. Beim FCK sei die Konkurrenz bei der U23 einfach zu groß gewesen. Und so folgten dann ab 2014 die weiteren Stationen SC Hauenstein, TSG Pfeddersheim und zuletzt sieben Jahre in Serie SV Morlautern. Von dort ging es dann nach Jägersburg – eine richtige Entscheidung, wie er sagt: „In diesem sehr familiären Verein wurde ich sehr gut aufgenommen worden und fühle mich sehr wohl.“
Unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit laufen die Planungen des FSV für die neue Saison bereits auf Hochtouren. Mit ersten Erfolgen: Mit Francis Sesay (vom TSC Zweibrücken) und dem 20jährigen Aaron Sänger (vom 1. FC Saarbrücken) konnten zwei Verstärkungen für die Offensive an Land gezogen werden. In der Defensive erhofft man sich im Alois-Omlor-Sportpark viel von Pascal Fischer, der von der U23 der SV Elversberg nach Jägersburg kommt.

Wieder im Teamcoaching am Spielfeldrand: Trainer Kevin Lüder (nach überstandener Ellenbogen-OP) und der sportliche Leiter Boris Schellenberg. (Foto: -jf-)
Die Ausgangssituation: Vor Saisonbeginn hätte man das Gastspiel des FSV Jägersburg und der Borussia am drittletzten Spieltag mit Sicherheit zum Topspiel um einen der beiden Aufstiegsplätze erklärt. Für die Lila-Weißen gelten diese Ambitionen nach wie vor, für die Borussia dagegen gehört die Partie nach den Entwicklungen der letzten Monate und dem personellen Aderlass in Folge des Insolvenzverfahrens zur Abschiedstour aus der Saarlandliga. Wobei die Frage nach dem Sieger auch diesmal schon vor dem Anpfiff beantwortet zu sein scheint. Denn der FSV hat die Trümpfe im Kampf um Platz zwei nach dem 3:1 gegen Brebach im Nachholspiel in der eigenen Hand und will sich die Butter jetzt nicht mehr vom Brot nehmen lassen. Zudem haben es die Borussen „mit einem übermächtigen Gegner“ zu tun, so der sportliche Leiter Boris Schellenberg, „dessen Kader gespickt ist mit Ex-Oberliga-Akteuren und dem Ex-2.Liga-Profi Osei Kwadwo.“ Deshalb kann es auch diesmal für die Borussen nur darum gehen, sich mit ordentlicher Einstellung zu präsentieren und den hohen Favoriten aus dem Homburger Ortsteil so lange wie möglich zu ärgern. Ob die angeschlagenen Tomas Schlegel (Hüfte) und Hamza Aloibadaat (Fuß) spielen können, wird sich erst kurzfristig entscheiden. Mit dabei an der Seitenlinie ist nach seiner Ellenbogen-OP auf jeden Fall wieder Trainer Kevin Lüder. „Ich bin froh, dass die Saison bald zu Ende ist, denn wir pfeifen in allen Bereichen aus dem letzten Loch“, bekennt Boris Schellenberg, wobei Kevin Lüder nicht unbetont lassen will, „dass wir auf jeden Fall unser Ziel umsetzen konnten, die Liga zu Ende zu spielen. Das war angesichts der Umstände Anfang des Jahres alles andere als selbstverständlich.“

Den Gegner nicht liebevoll umarmen, sondern sich so lange wie möglich dem Top-Favoriten entgegenstemmen – nur so kann das Ziel für die Borussen gegen den Aufstiegsanwärter aus Jägersburg lauten! (Foto: -sw-/-rh-)
Die bisherige Bilanz in gemeinsamen Saarlandliga-Jahren ist recht ausgeglichen: Zweimal siegte Borussia, zweimal der FSV – bis auf das denkwürdige 7:1 der Jägersburger im September 2019 in der Ferraro-Sportarena alles „knappe Kisten“. Eine Begegnung endete unentschieden (2:2). In vorangegangenen gemeinsamen Spielzeiten in der Oberliga waren dagegen die Borussen erfolgreicher und konnten auch schon mal mit 6:1 in Jägersburg gewinnen. Zur Erinnerung: Im August 2016 hießen damals die Torschützen: Moussa Dansoko, Jens Kirchen, Ruddy M´Passi (2), Marcel Jung und Markus Schmitt. Lang, lang ist´s her! Das Hinspiel zur Begegnung morgen verlor Borussia im Alois-Omlor-Sportpark knapp mit 1:2: Johannes Marchetti hatte den FSV fast mit dem Pausenpfiff in Führung gebracht. Die Borussen drehten nach dem Seitenwechsel auf und kamen durch Tobias Jänicke nach gut einer Stunde zum Ausgleich, ehe Manfred Osei Kwadwo zehn Minuten vor dem Ende den entscheidenden Treffer zum 2:1 markierte.
Schiedsrichter des Spiels gegen Jägersburg ist (nach Angaben von fussball.de) Lukas Rohn. Der Saarwellinger pfeift für den FC 08 Elm, für den er selbst noch hin und wieder kickt. Er ist seit 2012 als Unparteiischer aktiv, rückte 2019 in die Riege der saarländischen Ziffer-Schiedsrichter auf und kam auch schon in der Oberliga zum Einsatz. In dieser Spielzeit hat Lukas Rohn bereits zwei Partien mit Borussen-Beteiligung geleitet: In Bliesmengen-Bolchen gab es dabei einen 3:1-Sieg, beim SC Halberg-Brebach musste sich Borussia dagegen mit 1:3 geschlagen geben. Lukas Rohn assistieren an den Seitenlinien die Herren Alexander Weinberg und Patrick Müller. Wir wünschen dem Schiedsrichter-Team eine gute Anreise und eine gelungene Spielleitung. (-jf-)