Letzte Informationen vor dem Spiel der Borussia morgen, Sonntag, 8. März, in der Ferraro-Sportarena gegen den SV Bliesmengen-Bolchen
Der Gast aus dem Mandelbachtal war im Sommer nach dem Abstieg 2024 postwendend in die Saarlandliga zurückgekehrt. Mit einem klaren Saisonziel: Klassenerhalt. Dass diese Vorgabe realistisch war, zeigt der augenblickliche Tabellenstand. Der SV Bliesmengen-Bolchen kommt als Vorletzter der Tabelle ins Ellenfeld – allerdings ist die Lage nicht hoffnungslos, denn der Abstand zum sicheren Ufer ist bei noch 13 ausstehenden Partien nicht unermesslich groß. Statistisch gibt es einige interessante Beobachtungen im Saisonverlauf unserer Gäste: Das Team hat die meisten Unentschieden der Liga (8) und mit nur 20 erzielten Treffern die mit Abstand schwächste Offensive. Jannik Bergmann (9) und Kapitän Paolo Valentini (4) haben allein 13 dieser Tore erzielt, also etwa zwei Drittel! Marius Bauer ist mit vier Assists bester Vorlagengeber. „Menge-Bolche“ ist auf fremden Plätzen erfolgreicher als im heimischen Stadion am Burgweg: Zweimal konnte man auswärts gewinnen (in Ballweiler und überraschenderweise auch bei der U23 des 1. FC Saarbrücken), zuhause gab es bislang erst einen Sieg (gegen Mitaufsteiger SG Marpingen-Urexweiler). Bezeichnenderweise wurden alle drei Siege mit dem knappsten und sparsamsten aller Ergebnisse (1:0) erzielt! Das Problem: Oft werden genug Chancen herausgearbeitet, doch die Verwertung ist das Manko. Deshalb hat man in der Winterpause personell nachgelegt und aus der zweiten Mannschaft des 1. FCS Stürmer Luca Mura (22) verpflichtet.

Das Aufgebot des SV Bliesmengen-Bolchen für die Saarlandliga-Spielzeit 2025/26, an deren Ende der Klassenerhalt stehen soll. (Foto: fupa.net)
Die Defensive des SV Bliesmengen-Bolchen ist dagegen mit recht stabil: Lediglich 36 Gegentreffer hat man bisher kassiert – das sind sechs weniger als die Borussia, drei weniger als der Tabellendritte Palatia Limbach und gar acht weniger als der Rangvierte SC Halberg-Brebach! Sechs der zehn Niederlagen fielen mit nur einem Tor Unterschied denkbar knapp aus. Wozu die Mannschaft von Coach Mathias Lillig fähig ist, hat sie im Saarlandpokal bewiesen, als es gelang, den Oberligisten FV Eppelborn mit 5:4 im Elfmeterschießen zu eliminieren. Der Lohn in der darauf folgenden Runde: Das Heimspiel gegen den Drittligisten 1. FC Saarbrücken, in dem die Rot-Weißen beim 0:9 allerdings chancenlos waren.

Trainer Mathias Lillig (li.) vertraut in seinem ersten Amtsjahr im Stadion am Burgweg vor allem auf den Top-Torschützen Jannik Bergmann, seinen Kapitän Paolo Valentini und den besten Vorlagengeber Marius Bauer (v. li.). (Fotos: fupa.net)
In der Vorbereitung musste sich der SV Bliesmengen-Bolchen in sechs Testspielen nur einmal geschlagen geben (1:2 gegen den TSC Zweibrücken), gegen die SG Erbach (4:1), den SSC Schaffhausen und den FC Kleinblittersdorf (jeweils 6:2), gegen den SV Schwarzenbach (4:2) und den VfL Primstal (3:1) gab es überwiegend deutliche Siege. Auf der Trainerbank soll – unabhängig von der Ligazugehörigkeit – auch über den Sommer hinaus Kontinuität herrschen: Coach Mathias Lillig, der vom Verbandsligisten Kleinblittersdorf ins Mandelbachtal gekommen war und jetzt etwas mehr als ein halbes Jahr im Amt ist, soll weiter die sportliche Verantwortung tragen und baut im Kampf um den Klassenerhalt vor allem auf seine Schlüsselspieler Marius Bauer, der aus seiner Zeit in Frankreich sogar internationale Erfahrung mitbringt, und Jannik Bergmann (26). Letzterer war 2024 aus Walsheim die paar Kilometer nach Bliesmengen gekommen und hat nach seiner schweren Verletzung (September 2024: Riss des vorderen Kreuzbandes) seine Torjägerqualitäten wieder entdeckt.
Die Ausgangssituation: Bliesmengen hat beim 1:2 gegen Brebach vor Wochenfrist den Auftakt in die Restrunde verpatzt und damit einen Befreiungsschlag verpasst. Dabei ließen sich die Rot-Weißen eine 1:0-Führug binnen zwei Minuten rauben! „Wir hätten einen Punkt verdient gehabt“, befand Trainer Mathias Lillig nach den 90 Minuten, und auch Brebachs Coach, Günter Erhardt, sprach von einem „Sieg, der hinten raus sicher ein bisschen glücklich war.“ Durch die Heimniederlage besteht schon ein gewisser Druck, obwohl am heutigen Samstag beide Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt nicht gewinnen konnten: Ballweiler unterlag zuhause dem FC Rastpfuhl mit 1:3, Saar 05 holte immerhin mit 1:1 einen sicher nicht erwarteten Punkt beim FV Schwalbach. Die Borussen landeten mit dem 0:7 in Rastpfuhl auf den harten Boden der Saarlandliga-Realität und mussten auch im Pokal gegen Köllerbach erkennen, dass die Trauben extrem hoch hängen. Immerhin wehrte sich die junge Mannschaft nach Kräften – jedenfalls solange wie dies vorhanden waren. Unter diesem Aspekt bleibt auch abzuwarten, wie die Pokalpartie unter der Woche körperlich und konditionell „verarbeitet“ wurde. Allerdings werden Trainer Kevin Lüder und der sportliche Leiter Boris Schellenberg nicht müde zu betonen, „dass es nicht um Ergebnisse, sondern Entwicklungserlebnisse geht: Jedes Spiel einen kleinen Schritt nach vorne zu machen – darauf legen wir in unserer prekären Situation den Fokus!“ Prekär bleibt die Lage auch in personeller Hinsicht, da einige Neuzugänge, die dem jungen Team mit ihrer Ruhe und Erfahrung guttäten, nach wie vor trotz immenser Bemühungen von Boris Schellenberg immer noch keine Freigabe erhalten haben!

Mit ganz viel Kampfgeist und Einsatz, wie hier Ba Duc Vo im Pokalspiel am Mittwoch gegen Köllerbachs spielenden Co-Trainer und Torjäger Jan Issa, wollen die Borussen gegen Bliesmengen-Bolchen – so gut es geht – dagegenhalten. Ob es für eine Überraschung reicht, wird man sehen. (Foto: Jan Sebastian Bach, vielen Dank!)
Bisherige Bilanz: In acht Begegnungen nach Bliesmengens Aufstieg in die Saarlandliga 2020 gab es bei 25:9 Toren sechs Siege für Borussia, oft torreich und spektakulär (zweimal 5:2 im Stadion am Burgweg, 4:2 im Ellenfeld). Bliesmengen konnte das erste Gastspiel im Ellenfeld im Oktober 2020 überraschend mit 1:0 für sich entscheiden und fügte der Borussia in der Saison 2023/24 mit 2:1 eine bittere Auswärtsniederlage bei. Das Hinspiel zur jetzigen Partie gewannen die Borussen im Mandelbachtal durch Tore von Nico Christmann, Jan Luca Rebmann und Kristof Scherpf (bei einem Gegentor zum 2:1-Anschluss von Paolo Valentino) mit 3:1.
Schiedsrichter des Spiels in der Ferraro-Sportarena ist (nach Angaben von fussball.de) Tim Großmann. Der 22jährige aus Büschfeld jagte in den Jugendmannschaften seines Heimatvereins SC Fortuna Büschfeld selbst dem runden Leder nach und hat sich durch die Schiedsrichtertätigkeit seines Vaters Stefan schon früh für das Amt des Unparteiischen interessiert. Seit 2018 amtiert er als Schiedsrichter. An sein erstes großes Spiel kann sich Tim Großmann noch gut erinnern – eine echte Feuertaufe: „Das war das Endspiel der B-Junioren im Saarlandpokal zwischen Elversberg und dem 1. FC Saarbrücken – vor rund 700 Zuschauern im Rehlinger Bungert-Stadion. In der Begegnung war alles drin, was zu einem Fußballkrimi gehört!“ Die SVE siegte 3:2. Kreisschiedsrichter-Obmann Gerhard Bednorz lobt in einem Beitrag der „Saarbrücker Zeitung“ (SZ) seinen Nachwuchsmann: „Mit enormem Fleiß und der Bereitschaft zu ständiger Fortbildung hat er auf sich aufmerksam gemacht. Auch seine unaufgeregte Art der Spielleitung lässt erkennen, dass er noch mehr erreichen kann.“ Nicht nur als Schiedsrichter ist der Büschfelder aktiv, er engagiert sich auch bei der Freiwilligen Feuerwehr. Zudem erkundet er gerne mit Kumpels per Mountainbike den Hunsrück und ist dem Dartspielen nicht abgeneigt. Beim morgigen Spiel in der Ferraro-Sportarena wird Tim Großmann an den Seitenlinien von seinen Assistenten Quentin Bauer und Dario Antic unterstützt. Wir wünschen dem Schiedsrichterteam eine gute Anreise und eine gelungene Spielleitung! (-jf-)