In der Brust von Dr. Sebastian Richter schlagen zwei Herzen, wen am morgigen Freitagabend (Anstoß: 19.00 Uhr) der TuS Herrensohr in der Ferraro-Sportarena Borussias Gast ist / Letzte Infos zum Spiel
Der Gegner aus „Kaltnaggisch“, wie der Saarbrücker Vorort Herrensohr im Volksmund auch genannt wird, hatte als Saisonziel einen „einstelligen Tabellenplatz“ ausgegeben. Mit Punkten auf Rang 8 ist man nach 23 Spielen also voll im Soll. 21 Zähler hat man auf der heimischen Sportanlage geholt, 13 auf fremden Plätzen. Auswärtssiege gelangen dem TuS in Reisbach (2:1), Ballweiler (3:0) und Rastpfuhl (1:0), dem Spitzenreiter von der Kaiserlinde knöpften die Schützlinge von Coach Manuel Schuck und Co-Trainer Marius Neumeyer in Friedrichsthal mit 1:1 immerhin einen Punkt ab. Allerdings ist die Torausbeute mit insgesamt gerade mal 34 Treffern relativ mager ausgefallen – nur die Kellerkinder Saar 05 (31), SG Marpingen-Urexweiler (30) und der SV Bliesmengen-Bolchen (33, davon allein 11 vor zwei Wochen gegen die Borussia) trafen weniger! 27 der 34 Tore gehen auf das Konto von nur vier Spielern: Nino Keuper (9), Nicolaus Staub und Niclas Judith (je 7) sind die Top-Drei-Torschützen, Ex-Borusse Tim Klein hat auch schon vier Mal eingenetzt. Auf der anderen Seite gehört die TuS-Defensive um Torwart-Senior und Kapitän Georg Amann zu den stabilsten der Liga: Lediglich 37 Gegentore kassierten die Blauen, nur die ersten drei der Tabelle, SV Elversberg II (21), FSV Jägerburg (31) und der 1 FC Saarbrücken II (35), sind hier besser.

Mit diesem Aufgebot will der TuS Herrensohr am Saisonende einen einstelligen Tabellenplatz sichern (Foto oben/fupa.net). Das ist das erklärte Ziel von (v. li.) Trainer Manuel Schuck, Co-Trainer Marius Neumeyer, Fußball-Chef Sebastian Richter und dem Ex-Borussen Tim Klein, der nach seinem Wechsel nach „Kaltnaggisch“ immerhin schon vier Treffer auf seinem Konto hat. (Fotos: -jf-)

Im TuS-Trikot tummeln sich einige Akteure, die in den vergangenen Jahren auch schon im Ellenfeld aktiv waren. Das bekannteste Gesicht gehört dabei Tim Klein: Der Stürmer war 2017 aus Elversberg nach Neunkirchen gekommen. Mit 55 Toren in 174 Einsätzen (laut fupa.net) hat er sich in seinen acht Borussia-Jahren zu einem Klasse-Offensivmann entwickelt und ist auch menschlich gereift. Gerade erst in der Winterpause nach Herrensohr gewechselt ist Mujittin Erdem Bastürk, der im Ellenfeld zuletzt allerdings lange verletzt war. Auch Osman Akyol (in der Spielzeit 2016/17 bei der Borussia, ehe er über die FSG Ottweiler-Steinbach 2019 zum TuS kam) und Akim Soleimana (bestritt in der Saison 2021/22 zehn Spiele im schwarz-weißen Dress) haben eine Borussen-Vergangenheit.
Die Ausgangssituation lässt sich in Anlehnung an das alljährliche Fernsehprogramm zu Silvester („Dinner for one“) mit „same procedure as every game“ beschreiben. Die Rollen sind wie zuletzt klar verteilt: Der TuS ist mit zwei Heimsiegen (2:1 gegen Schwalbach und zuletzt ein 2:0 gegen die starken Brebacher) und zwei Auswärtspleiten (1:3 in Hasborn und etwas überraschend 0:4 bei den abstiegsbedrohten Marpingern) zwar nur durchwachsen in die Frühjahrsrunde gestartet, aber dennoch gegen die neuformierte Borussia, die deutliche Niederlagen hinnehmen musste, hoher Favorit in einem Spiel, in dem es – soweit alles normal verläuft – für die tapferen Borussen zunächst einmal um Schadensbegrenzung geht. Einer der Akteure sitzt dabei stimmungsmäßig eher „zwischen den Stühlen“, gehört sein Herz doch beiden Clubs: Dr. Sebastian Richter. Einerseits ist der „Doc“ schon seit 1993 Teamarzt der Borussia, andererseits aber auch seit langen Jahren Abteilungsleiter Fußball in seinem Heimatverein TuS Herrensohr und hat es mittlerweile fast schon zur Tradition gemacht, beide Mannschaften nach Spielen in Herrensohr zum gemeinsamen Essen ins TuS-Sportheim einzuladen. Was wünscht er sich für das „Richter-Derby“ zwischen dem TuS und der Borussia? „Ich bin für 22 gesunde Spieler nach 90 Minuten. Wenn dann jeder noch einen Punkt bekommt, ist alles gut“, hat Sebastian Richter im September 2022 einmal, von der „Saarbrücker Zeitung“ nach seiner Prognose gefragt, zu Protokoll gegeben. Ein Wunsch, den er vor der morgigen Partie sicher noch einmal so tätigen würde. Die Hoffnung, dass sich der zweite Teil des Wunsches (Punkteteilung) erfüllt, dürfte diesmal allerdings angesichts der doch sehr unterschiedlichen Kaderstärke eher gering sein. Dabei hofft Borussen-Coach Kevin Lüder, das die zuletzt wegen Erkrankung fehlenden Jungs wieder einsatzbereit sind.
Die bisherige Bilanz in den gemeinsamen Saarlandliga-Jahren sieht den Gast aus Herrensohr leicht im Vorteil. Der TuS konnte von 15 Partien sechs für sich entscheiden, dabei gleich zweimal (mit 5:1 und 4:0) recht deutlich. Die Borussia setzte sich vier Mal durch, der höchste Sieg gelang unter Flutlicht in der Ferraro-Sportarena in der Saison 2020/21 mit 6:1. Fünf Mal trennten sich beide Teams Unentschieden (drei Mal 2:2, zwei Mal 1:1). Remis lautete auch das Endresultat im Hinspiel, in dem Kristof Scherpf die Borussen nach 30 Minuten in Führung gebracht und Elias Huf per Kopfball in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit ausgeglichen hatte.

Schiedsrichter der Partie im Ellenfeld ist (nach Angaben von fussball.de) Carsten Schyma (Foto oben/-jf-). Er ist für den FV Püttlingen an der Pfeife und hat in dieser Spielzeit noch kein Spiel der Borussia geleitet. Gleich zweimal im Einsatz mit Borussen-Beteiligung war Carsten Schyma in der vergangenen Saison: Sowohl beim 2:1 gegen Merchweiler als auch beim 1:1 gegen den SC Reisbach war der sehr erfahrene Referee Spielleiter im Ellenfeld. Am morgigen Freitag stehen ihm an den Seitenlinien die Herren Thomas Lang und Javanshir Yusifov als Assistenten zur Seite. Wir wünschen dem Schiedsrichterteam eine gute Anreise und eine gelungene Spielleitung! (-jf-)