Unser Bild: Hielt, was zu halten war, war über 90 Minuten voll ausgelastet und musste trotzdem 13 Mal hinter sich greifen – Borussias tapferer Torhüter Tjorven Joel Gehre. (Foto: -sw-/-rh-)
Es war das gefürchtete Scheibenschießen. Allerdings zwischen zwei ungleichen Mannschaften. Auf der einen Seite: SV Elversberg, zwar „nur“ die weite Garnitur, aber mit einem Personal, das in der Liga seines gleichen sucht. 10 Einsätze 2. Liga, 233 Spiele 3. Liga, 617 Einsätze Regionalliga – diese Zahlen stehen allein für Elversbergs „Achse“ Frank Lehmann, Salif Cisse, Lukas Kohler und Kevin Koffi. Dabei sind Ober- und Saarlandligaspiele (auch anderer Akteure) sowie die Erfahrungen junger Nachwuchskräfte aus zahlreichen U17- und U19-Bundesligapartien noch gar nicht eingerechnet. Auf der anderen Seite: Die neue Truppe der Borussia, weiterhin ohne Neuzugänge und quasi mit dem letzten Aufgebot, kommt summa summarum mal gerade auf die Erfahrung aus 51 Einsätzen. Das sollte man mit beachten, um die 0:13-Niederlage der Borussen am gestrigen Sonntag am Friedrichsthaler Franzschacht richtig einzuordnen.
Im Unterschied zu den letzten Spielen dauerte es diesmal mehr als 10 Minuten, ehe Borussia durch Kevin Koffis verwandelten Foulelfmeter in Rückstand geriet. Der Tabellenführer war natürlich von Beginn an dominant und torhungrig als wolle sie all das nachholen, was die Zweitliga-Mannschaft von der Kaiserlinde am Freitag in Fürth (0:2) versäumt hatte. Entsprechend war Borussen-Keeper Tjorven Joel Gehre voll gefordert. Die Truppe von der Nach 16 Minuten musste er dann das zweite Mal hinter sich greifen, als Alessandro Lazzano im Strafraum einen Ball halbhoch verwertete. Weitere vier Minuten später nahm Kevin Koffi ein Zuspiel von Lionel Nottarigo auf, umkurvte den Torwart und erzielte sein 14. Saisontor, dem er noch vor der Pause Nummer 15 und 16 folgen ließ (30. / 44.). Zwischendurch hatten Lionel Nottarigo (36.) und Naserdine Touati mit seinem Premierentreffer im SVE Trikot (37.) per Doppelschlag das Ergebnis nach oben geschraubt. Die Borussen hatten in der Defensive Schwerstarbeit zu leisten und wehrten sich nach Kräften gegen die spielstarken Gastgeber, kamen erst gar nicht zu nennenswerten Offensivaktionen. Eventuelle Anregungen aus dem gemeinsam besuchten Theaterstück „Joga bonito“ am Donnerstagabend auf den Platz zu bringen, ließ der Gegner erst gar nicht zu.

Borussias Jean-Charles Mananga Monthe im Zweikampf mit Elversbergs Anton Ziegler. Im Hintergrund beobachten Tomas Schlegel (li.) und Lukas Kohler die Szene. (Foto: -sw-/-rh-)
Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild: Überlegene Gastgeber, tapfere Borussen, die mit allem Kampfgeist versuchten dagegen zu halten, aber weitere Treffer nicht verhindern konnte. Nach Angelos Stavridis´ Doppelpack (50./55.) und Kevin Koffis Kopfball-Abstauber (58.) war es dann nach knapp einer Stunde zweistellig, ehe die eingewechselte Anton Ziegler und Lukas Kohler binnen zwei Minuten zwei weitere Male trafen (69./70.). Den Schlusspunkt setzte wiederum Stavridis. „Gegen einen übermächtigen und extrem starken Gegner mit einigen Ex-Profis in de Reihen war es für unsere erkältungsgeschwächte Truppe ganz schwer, doch die Jungs haben sich mit allem, was sie hatten, dagegen gestemmt“, wollte der sportliche Leiter Boris Schellenberg, der selbst kurz vor Schluss noch eingewechselt wurde, keinesfalls den Stab über die junge Truppe brechen. „Wir spielen nicht für Geld, wir kämpfen für den Verein und die Fans. Es geht nicht um Erfolg, sondern darum, dem Verein im Sommer eine bessere Perspektive bieten zu können“, stellte Kevin Lüder noch einmal klar, um anschließend richtig emotional zu werden: „Torwart-Titan Oliver Kahn hat einmal im deutschen Fußball Eier gefordert. Wenn jemand Eier hat, dann meine Jungs, die sich heute trotz Unterbesetzung dem besten Gegner der Saarlandliga gestellt haben. Darauf darf man auch stolz sein, davor ziehe ich den Hut“, so Borussias Trainer, der zum einen dem Gegner, aber auch den gegnerischen Fans seinen Dank übermitteln „für den Respekt, den sie den Jungs nach dem Spiel gezollt haben. Danke, SV Elversberg und natürlich auch großen Dank an unsere Anhänger, die uns in dieser Situation in jedem Spiel unterstützen. Wir ziehen das durch bis zum Ende, zusammen sind wir Borussia“, notiert der Coach auf seiner facebook-Seite.
Statistik: SV Elversberg II – Borussia 13:0 (7:0)
Borussia: Tjorven Joel Gehre – Muayed Al Hamad Al Hassan, Justin John (ab 46. Mamoun Almasri), Mohammed Kizmaz, Cüneyt Kizmaz (ab 89. Boris Schellenberg), Tomas Schlegel, Moritz Schneider (ab 65. Michael Kessler), Ba Duc Vo (ab 89. Kevin Clemens), Yaman Alakoud, Jean-Charles Mananga Monthe, Hamza Alobaidaad (ab 89. Moritz Schneider). – Trainer: Kevin Lüder.
Tore: 1:0 (12.) Kevin Koffi, 2:0 (16.) Alessandro Lazzano, 3:0 (20.) Kevin Koffi, 4:0 (30.) Kevin Koffi, 5:0 (36.) Lionel Nottarigo, 6:0 (37.) Naserdine Touati, 7:0 (44.) Kevin Koffi, 8:0 (50.) Angelos Stavridis, 9:0 (55.) Angelos Stavridis, 10:0 (58.) Kevin Koffi, 11:0 (69.) Anton Ziegler, 12:0 (70.) Lukas Kohler, 13:0 (90.+1) Angelos Stavridis. – Schiedsrichter: Yannick Huber (FV Schwalbach). – Zuschauer: 150. – Gelbe Karte Borussia: Moritz Schneider (63.)
Unsere Bilder zeigen ein paar Eindrücke vom Spiel der Borussia beim Tabellenführer SV Elversberg II. (Fotos: Susi Welter/Rainer Hoffmann – vielen Dank!)






