„Ein besseres Resultat verdient!“

Die Borussen hadern nach der Niederlage gegen Herrensohr mit einigen Entscheidungen von Schiedsrichter Carsten Schyma / In Halbzeit eins kompakte Defensive / Der Pfosten stand dem möglichen und verdienten Ehrentreffer im Weg

Kevin Lüder war den Tränen nahe, die Nerven lagen blank. „Ein Spiel so zu verlieren – das haben die Jungs nicht verdient, das tut richtig weh“, so der Borussen-Coach, nachdem seine Schützlinge am gestrigen Abend gegen den TuS Herrensohr nach dem 2:11 gegen Bliesmengen-Bolchen und dem 0:13 in Elversberg die dritte zweistellige Niederlage hatten hinnehmen müssen. In der Tat hatten die Borussen, die personell auf Jean-Charles Mananga Monte, Dimitri Anenou und Mousrafa Ouzaid verzichten mussten, lange Widerstand geleistet und die Räume eng gemacht. So lagen sie zur Pause nur knapp 0:1 zurück. Doch zwei umstrittene Zeitstrafen, die Schiedsrichter Carsten Schyma nach dem Seitenwechsel binnen zwei Minuten gegen Hamza Alobaidaat (56.) und Hamad Al Hassan (58.) verhängte, brachen der jungen Mannschaft letztlich das Genick. In zweifacher Überzahl legten die Gäste durch die Treffer von Niclas Judith (zum 0:3) und Manuel Schuck (zum 0:4) den Grundstein für den klaren Sieg – die Borussen waren „kalt“ erwischt und standen jetzt „naggisch“ da. Am Ende gingen Kraft und Konzentration verloren, Herrensohr nutzte die Überlegenheit gnadenlos aus und schraubte das Resultat hoch. Erst nach dem zehnten Tor hatte auch der Unparteiische aus Püttlingen genug (ein Schelm, wer Böses dabei denkt!) und pfiff die Partie ab.

Herrensohr hatte von Beginn an erwartungsgemäß mehr Ballbesitz und Spielanteile, aber Borussias Defensive hatte an Kompaktheit zugelegt und hielt ordentlich dagegen. Nachdem Torwart Tjorven Joel Gehre gleich mehrfach gegen Nino Keuper und Nicolaus Staub pariert hatte, dauerte es bis zur 25. Minute, ehe Niclas Judith die Vorlage von Nils Becker im Strafraum mit einem Schuss aus der Drehung zur Führung für den TuS veredelte. Danach hätten die Borussen sogar fast den Ausgleich erzielt, doch ein Abpraller konnte von Nils Becker noch vor der Torlinie geklärt werden (33.). „Den knappe Rückstand zur Halbzeit können wir bei dem Qualitätsunterschied der beiden Kader als Erfolg werten“, war Kevin Lüder bis dahin zufrieden. Auch der sportliche Leiter Boris Schellenberg bescheinigt der jungen Truppe eine „hochengagierte Leistung, womit wir es den Gästen doch recht schwer gemacht haben.“

Nach der Pause waren gerade einmal zwei Minuten gespielt, als der Schiedsrichter den Gästen einen Handelfmeter zusprach, den Niclas Judith sicher verwandelte und zu seinem 9. Saisontreffer nutzte – ein Nackenschlag für die bis dahin tapfer kämpfenden und motiviert aus der Kabine gekommenen Borussen, bei denen sich erneut Keeper Gehre mit reaktionsschnellen Paraden gegen Nino Keuper, Philipp Gales sowie Manuel Schuck und Haj Mohammad auszeichnen konnte. Dann kam der Auftritt von Carsten Schyma, der nach knapp einer Stunde gleich zwei Borussen für zehn Minuten vom Platz schickte. „Dadurch wurde uns der Zahn gezogen“, war für den sportlichen Leiter Boris Schellenberg klar. Niclas Judith per Abstauber und Manuel Schuck nutzten die numerische Überlegenheit mit zwei Toren gnadenlos aus. In der Schlussphase hing die Mannschaft aus dem Ellenfeld kräftemäßig dann regelrecht in den Seilen. So kam der TuS durch Niclas Judith (75. / 90.+2), Manuel Schuck (76.). Nino Keuper (82. / 87. / 90.+6) nahezu im Minutentakt zu weiteren Toren. Aber auch Borussia hätte den verdienten Ehrentreffer verdient gehabt, als Hamad Al Hassan nach einem gelungenen Angriff und Vorarbeit von A Aladdi am Pfosten scheiterte (89.).

„Die Mannschaft hätte ein besseres Ergebnis verdient gehabt“, machte Boris Schellenberg aus seiner Enttäuschung kein Hehl. Kevin Lüder haderte mit einigen Entscheidungen des Unparteiischen, die laut fupa.net-Liveticker „Unruhe in die Partie brachten“, haderte: „Ich finde keine Worte dafür.“ Doch die beiden Borussen-Leader geben sich weiterhin kämpferisch: „Nichtsdestotrotz geht es weiter. Wir ziehen das Ding mit den Soldaten, die wir haben, durch. Die Jungs lernen in jedem Spiel in verschiedener Hinsicht dazu, den Lerneffekt konnte man heute phasenweise schon gut sehen.“ Zu den „Soldaten“ gehört jetzt auch Ralph Günther: Der reaktivierte Mittelfeldspieler, der zuletzt in der Saison 2023/24 für den FV Neunkirchen aktiv war, stieß kurzfristig zur Mannschaft und feierte gegen den TuS Herrensohr seinen Einstand im Borussentrikot. (-jf-)

Statistik: Borussia – TuS Herrensohr 0:10 (0:1)

Borussia: Tjorven Joel Gehre – Muayed Al Hamad A Hassan, Ali Aladdi, Mohammed Kizmaz, Cüneyt Kizmaz (ab 37. Justin John, ab 80. Boris Schellenberg), Tomas Schlegel, Moritz Schneider (ab 67. Cüneyt Kizmaz), Murot Kizmoz, Yaman Alakoud, Ralph Günther (ab 46. Marius Ruffing), Hamza Alobaidaat. – Trainer: Kevin Lüder.

Tore: 0:1 (25.) Niclas Judith, 0:2 (47.) Niclas Judith (Handelfmeter), 0:3 (64.) Niclas Judith, 0:4 (72.) Manuel Schuck, 0:5 (76.) Niclas Judith, 0:6 (78.) Manuel Schuck, 0:7 (82.) Nino Keuper, 0:8 (87.) Nino Keuper (Foulelfmeter), 0:9 (90.+2) Niclas Judith, 0:10 (90.+6) Nino Keuper. – Schiedsrichter: Carsten Schyma (FV Püttlingen). – Zuschauer: 100. – Gelbe Karte Borussia: Hamza Alobaidaad (14.), Moritz Schneider (35.) – Zeitstrafen Borussia: Hamza Alobaidaad (57.), Muayed Al Hamad Al Hassa (59.).

Unsere Bilder zeigen ein paar Impressionen vom Spiel der Borussia gegen den TuS Herrensohr. (Fotos: Susi Welter, Rainer Hoffmann – vielen Dank!)