
Wäre die Situation nicht was sie ist und hätte es kein Fußballspiel gegeben, hätte es einer dieser verklärten Spaziergänge am Ellenfeld werden können. Am Horizont die untergehende Frühlingssonne, davor die Dachkonstruktion der Haupttribüne. Es gibt wenige Orte im Saarland die schöner sind. Aber egal wie lange man sich die Architektur des Stadions anschaut, irgendwann kommt wieder der Moment für Realität und die könnte momentan kaum trauriger sein. Tim Cullmann in einem anderen Trikot, als mit dem goldenen B auf der Brust zu sehen, irreal.
Und dann steht man am Platz und hofft einfach das es lange dauert bis das erste Gegentor fällt. 0:11 hieß es am Ende. Ein Ergebnis das sicherlich nicht unverdient ist, aber so auch nicht nötig war. Schon nach 8.Minuten durfte sich Tjorven Gehre im Tor feiern lassen, als er einen Elfmeter von Sami Affes parierte. Eigentlich, so sollte man glauben, ein wichtiges Signal noch länger die Null zu halten. Fehlanzeige, ab der zehnten Minute musste Gehre innerhalb von zehn Minuten 4 mal den Ball aus dem Netz holen. Und als sich dann noch Besard Sulejmanaj in der 32. wegen groben Foulspiels die rote Karte abholte, waren auch die letzten zarten Angriffsbemühungen dahin.
0:5 zur Halbzeit. Immerhin noch blieb die Hoffnung das es zumindest nicht zweistellig wird. Das ist durchaus eine Erwartung die man bei Auswärtsspielen beobachten kann. Als in Marpingen nach zehn Minuten immer noch die Null stand, wurden die Einheimischen schon unruhig und als nach einer Viertelstunde das 1:0 fiel, konnte man von den Nebenstehenden sowas wie „na endlich“, „das hat aber gedauert“ hören. Insofern wäre schon eine einstellige Niederlage ein Erfolg. Traurig das so schreiben zu müssen, aber das ist die Realität.
Die zweite Halbzeit bestand dann „nur noch“ aus dagegenhalten und das machte das junge Borussenteam so gut es eben möglich war. Von außen ist es immer ganz leicht darüber zu urteilen, aber man muss den Jungs lassen, sie versuchen sich zu wehren und sie treten jedes verdammte Mal an.

Und dann gibt es da Leute, da fällt einem nur noch wenig zu ein. Seit 20 Jahren hängt in der Damentoilette im Kopfbau des Ellenfelds, ein Spiegel mit dem Borussenemblem. Dieser ist zwischen Mittwoch 17:00 Uhr und Donnerstag 8:00 Uhr gestohlen wurden. Dieser Spiegel hat für Borussia Neunkirchen einen sehr hohen ideellen Wert. Sollte irgendjemand was beobachtet haben oder gar wissen wo der Spiegel abgeblieben ist, dann sehr gerne an info@ellenfeld-verein.de wenden.