Mit der Ferraro-Lilie Borussia neu gestalten

Ferraro Group – seit vielen Jahren ziert der in blauen, roten und grauen Tönen gehaltene Schriftzug das Borussen-Trikot. So auch in der neuen Saison 2019/20. Dazu die Lilie auf dem Firmenlogo – die Blume der Hoffnung. Die Ferraro Group bleibt der Borussia treu und kann dem Verein in mancherlei Hinsicht auch als Vorbild dienen.

Da ist vor allem die überaus erfolgreiche Geschichte des Familienunternehmens. Seitdem der Seniorchef Damiano Ferraro (65) sich vor mehr als 25 Jahren in der Abbruch- und Recycling-Branche selbstständig machte, ist die Firma kontinuierlich gewachsen – das Resultat harter Arbeit. Denn Damiano Ferraro war als 12jähriger mit seiner Mutter und drei Geschwistern aus Italien zu seinem Vater ins Saarland gekommen, lernte Deutsch und arbeitete auch unter Tage, um sich an der Existenzsicherung der Familie zu beteiligen. Früh konnte er seine Führungsqualitäten beweisen, gründete 1977 sein erstes Unternehmen und war überwiegend als Subunternehmen für namhafte Firmen tätig. 1993 folgte schließlich die F&R GmbH, die heute als Teil der Ferraro Group firmiert. „Trotz aller Widrigkeiten in seiner Kindheit und Jugend so viel erreicht zu haben und dies mit seinen fünf Kindern und elf Enkelkindern teilen zu können, macht seinen Erfolg umso wertvoller – vor allem im Hinblick auf seine Eltern, denen kein leichtes Leben vergönnt war und die deshalb alles dafür taten, dass es Damiano und seinen Geschwistern einmal besser gehen wird“, heißt es zurecht auf der firmeneigenen Website. 2008 erhielt Damiano Ferraro die höchste Auszeichnung, die ein italienischer Staatsbürger erreichen kann: Den Verdienstorden der Italienischen Republik und den Titel „Cavaliere al Merito della Repubblica Italiana“.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm! Damianos Sohn Giuseppe Ferraro wurden Geschäftssinn und die Bereitschaft zur harten Arbeit quasi in die Wiege gelegt. Seit 25 Jahren leitet er das Tagesgeschäft der Ferraro Group, die – so das international erscheinende Fachmagazin „d&ri“ – mit ihren 20 auf bestimmte Arbeiten spezialisierten Gesellschaften als die Nummer 30 unter den weltgrößten Unternehmen ihrer Art geführt wird. Eine entsprechende Urkunde im Empfangsbereich dokumentiert den Erfolg, der umso bemerkenswerter ist, weil „allein in Deutschland“, so Giuseppe Ferraro, „6380 Rückbau-Unternehmen registriert sind.“ Er selbst gibt 140 Subunternehmen Arbeit und beschäftigt 300 eigene Mitarbeiter – Expansion und Schaffung neuer Arbeitsplätze liegen den Ferraros stets am Herzen. „Mit unserem Umsatz im vergangenen Jahr sind wir in Europa die Nummer 1“, sagt der Firmenchef mit berechtigtem Stolz in einem Interview mit der Saarbrücker Zeitung, betont aber ausdrücklich, „dass wir mehr können als nur Rückbau.“ Denn Stillstand sei schließlich Rückstand. Viele innovative Geschäftszweige sind in den letzten Jahren dazugekommen: Eigene Recycling-Höfe für die fachgerechte Entsorgung von Rückbauabfällen, ein Landschaftsbauunternehmen zur Begrünung und Pflege von Gärten und Parks oder gar die Planung und Finanzierung neuer Immobilienprojekten auf alten Arealen. Die komplexen Aufgaben stecken stets voller Herausforderungen, auf die flexibel reagiert werden muss – denn nicht selten lauern Überraschungen, mit denen niemand gerechnet hat: Von Zementplatten voller Asbest, von dem vorher keine Rede war, bis hin zu Fliegerbomben aus dem zweiten Weltkrieg! Inzwischen hat die Ferraro Group auch die Lizenz zur Mitarbeit beim Rückbau von Kernkraftwerken – eine Erlaubnis, die aufgrund des Atomausstiegs dafür sorgt, dass der Firmengruppe die Arbeit so schnell nicht ausgeht.

Doch Ferraro auf Abbruch und Recycling zu reduzieren, greift zu kurz. Immer wieder engagiert sich die Gruppe im sozialen und sportlichen Bereich. So hat man zum Beispiel durch großzügige Unterstützung den Neubau eines neuen Hauses für die Kinder- und Jugendpsychiatrie im Klinikum Merzig gefördert. Auch der Kunstrasen hinter der Haupttribüne des Ellenfeld-Stadions verdankt der Ferraro Group seine Existenz, nicht umsonst erhielt der Platz den Namen „Ferraro-Sportpark“. Giuseppe Ferraro, dessen Herz nach wie vor im Borussen-Takt schlägt, ist sich gerade mit Blick auf die wieder aufblühende Jugendarbeit der Borussia seiner Verantwortung bewusst und hat weitere Unterstützung angekündigt, weil er hier eine große Chance sieht, soziale Probleme der Stadt wie Immigration und Integration erfolgreich anzupacken, Kindern und Jugendlichen in Neunkirchen bei der Borussia eine Heimat und einen Ort zu bieten, an dem man mit Vertrauen und gegenseitigem Respekt miteinander umgeht, das Fußballspielen unter Freunden erlernen und Gemeinschaft erleben kann.

Giuseppe Ferraro hat in guten Gesprächen mit Sportvorstand Gunther Persch signalisiert, den eingeschlagenen Weg der Borussia, unter den Prämissen Transparenz, Offenheit und solides Wirtschaften, mitzugehen, als Ratgeber und Unterstützer dem Verein zur Seite zu stehen. Was Gunther Persch an dem treuen Partner der Borussia so schätzt, ist seine Verlässlichkeit: „Er ist ohne Zögern zur Stelle, wenn Not am Mann und Hilfe erforderlich ist. Dieses Engagement ist mehr als bemerkenswert“, lobte Borussias Sportvorstand die Hilfsbereitschaft des erfolgreichen Unternehmers, als der für sein jahrelanges Engagement anlässlich der jährlichen Mitgliederversammlung in der letzten Woche mit der Ehrenmitgliedschaft der Borussia ausgezeichnet wurde.

Altes abräumen, Platz schaffen für Neues, Veränderung und Zukunft nachhaltig und sozial gestalten – in diesem Sinne ist die Ferraro-Group mit ihrer Firmenphilosophie für die Borussia nicht nur Vorbild, sondern auch ein verlässlicher Partner. Der Anfang im Ellenfeld ist gemacht. Was optimistisch stimmt: Die Mannschaft hat ein neues Gesicht und konnte vor allem in den Heimspielen viel Spielfreude und Leidenschaft auf den Rasen bringen, die Jugendabteilung ist gewachsen und hat mit der Durchführung des Real-Madrid-Fußballcamps ein lange nicht erlebtes Highlight geboten. Dazu die frohe Kunde von Innenminister Klaus Bouillon aus Saarbrücken: Neunkirchen erhält zwei Millionen Euro aus Landesmitteln für die Sanierung des altehrwürdigen Ellenfeld-Stadions. Die Revitalisierung der Borussia hat begonnen. Mit der Ferraro-Lilie auf der Brust, der Blume der Hoffnung. (-jf-)

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