Die nächste schwere (Lern)Aufgabe

Heute Abend um 19.00 Uhr im FC-Sportfeld: Borussia reist in den Ludwigspark zum Nachholspiel der Saarlandliga gegen die zweite Mannschaft des 1. FC Saarbrücken

Der Gegner und Gastgeber aus dem Ludwigspark hat einen spektakulären Weg hinter sich. Nach Wiederanmeldung im Spielbetrieb ist die zweite Garnitur der „Molschder“ nach vier Aufstiegen in sechs Jahren von der Kreisliga in der Saarlandliga gelandet, nachdem man zuvor lange Jahre sogar der Oberliga Südwest angehört hatte. Vor Rundenbeginn wurde als Saisonziel „schönen Fußball spielen“ (fupa.net) angegeben – ein Ziel, das zweifellos bislang erreicht, ja mit dem derzeitigen Tabellenplatz 7 sogar übertroffen wurde. Mittelfristig gesehen muss es allerdings der Anspruch sein, die zweite Mannschaft näher an das Drittliga-Team heranzuführen, um junge Talente so ausbilden zu können, dass sie den Sprung nach oben packen. Coach Sammer Mozain, der in Steven Zellner einen früheren FCS-Profi als Co-Trainer an seiner Seite hat, baut auf „fünf, sechs erfahrene Spieler, die die unsere jungen Kräfte fördern und ihnen helfen sollen. Zehn der 20 Feldspieler sind unter 20 Jahre alt. Zwei sind Jahrgang 2007 und können noch in der A-Jugend spielen“, erzählt Mozain, der seinen Schützlingen insgesamt „eine enorme Qualität und Geschwindigkeit“ bescheinigt.

Trainer Sammer Mozain (oben) will in den zwei unmittelbar aufeinander folgenden Heimspielen gehen die Borussia (heute) und den Lokalrivalen Saar 05 (am Wochenende) den erfolgreichen Weg fortsetzen. Dabei soll auch Dylan Sodji helfen, der im Hinspiel (unten li.) noch das weiße Borussen-Trikot trug und jetzt in den blau-schwarzen Dress geschlüpft ist (unten re.). (Fotos: -jf/fupa.net)

Auf eigenem Gelände sind die Landeshauptstädter erfolgreicher als auswärts: 19 ihrer 31 Zähler wurden auf dem Kunstrasen am FC-Sportfeld in der Camphauser Straße gesammelt, wo es allerdings auch schon vier Heimniederlagen (jeweils 0:1 gegen Quierschied und Bliesmengen, jeweils 2:3 gegen Schwalbach und Limbach). Das zeigt, dass der Truppe noch etwas Konstanz fehlt. Als Top-Torschützen konnten sich im bisherigen Saisonverlauf Gibriel Darkaoui (10) und Lukas Feka (5) auszeichnen, bester Vorbereiter ist Ram Jashari (4 Torvorlagen). Personell hat man im Ludwigspark im Winter den Kader ein bisschen verkleinert: Zinedin Osmanagic und Felix Jubelius (beide nach Bischmisheim) haben den FCS ebenso verlassen wie Luca Mura (nach Bliesmengen), Lucas Dier (nach Friedrichweiler), William da Costa (nach Remich/Lux.) und Yannik Jungfleisch (zum FC Marxheim), Im Gegenzug sind Alex Styben (vom FSV Jägersburg) und Dylan Sodji (aus Neunkirchen) neu hinzugekommen. Die Testspiele verliefen erfolgreich: Gegen den SV Morlautern (3:2), den SV Geislautern (4:2), den Rheinlandligisten SG Hochwald Zerf (5:1) und den SV Schwarzenbach (7:1) gab es zum Teil deutliche Siege, während sich die Blau-Schwarzen gegen die U23 des FK Pirmasens (3:3) und Rot-Weiß Wittlich (2:2) mit einem Remis bescheiden mussten. Lediglich gegen den luxemburgischen Zweitligisten Bardenia Berbourg musste man sich geschlagen geben (0:1).

Die Ausgangssituation könnte unterschiedlicher nicht sein. Während die neu formierte Borussen-Elf zum Auftakt der Restrunde wie befürchtet zwei klare Niederlagen einstecken und dabei von trotz kämpferischer Gegenwehr von einem Gegentreffer-Tsunami nahezu überrollt wurde, kam der FCS, der sich bereits mit einem beeindruckenden 4:1 in Limbach in die Winterpause verabschiedet hatte, mit zwei weiteren beachtlichen Erfolgen (2:1 gegen den Titelaspiranten FSV Jägersburg und 1:1 bei den Sportfreunden Köllerbach) und vier Punkten sehr gut aus den Startlöchern und könnte mit einem Sieg im Nachholspiel sogar an Rot-Weiß Hasborn und dem FV Schwalbach vorbei auf den fünften Tabellenplatz springen. Die Rollen sind also klar verteilt: Der Favorit ist Saarbrücken, die Borussen sind lediglich krasse Außenseiter.  FCS-Coach Sammer Mozain warnt aber auf der Homepage der Blau-Schwarzen eindringlich davor, die Partie auf die leichte Schulter zu nehmen: „Wir werden sie so ernst nehmen wie alle anderen Gegner. Das verlangt allein schon der Respekt vor denjenigen, die sich jetzt in Neunkirchen Woche für Woche stellen und teils hohe Niederlagen kassieren. Aber es geht bei Null los. Sie haben sich ja auch verbessert. Wir werden sie auf keinen Fall unterschätzen, das könnte ein böses Erwachen geben“, so Mozain, der mit seiner Truppe den Erfolgsweg weiter gehen will. Verzichten muss der FCS-Trainer auf Gibriel Darkaoui, der schon in den letzten Spielen fehlte, und seinen Winterneuzugang Dylan Sodji: Der Ex-Borusse sah beim jüngste Remis in Köllerbach wegen einer Notbremse in der Nachspielzeit die rote Karte. Borussias Personallage ist unverändert – der Kader bleibt klein, „aber die Jungs werden wie zuletzt auch alles in die Waagschale werfen, was sie haben, und versuchen, dazu zu lernen“, soviel kann Borussen-Coach Kevin Lüder (Foto unten/-jf-) im Namen seiner jungen Truppe auf jeden Fall versprechen.

Das Hinspiel brachte für die mit großen Hoffnungen in die Saison gestarteten Borussen eine bittere Ernüchterung: Im offiziellen Eröffnungsspiel der Saarlandliga schockte der Aufsteiger aus Saarbrücken das mit über 1000 Zuschauern gut gefüllte Ellenfeld und entführte dank ausgeprägter Effizienz nach Toren von Niklas Schiller (23.) und Lukas Feka (73.) mit 2:1 alle drei Punkte. Jan Luca Rebmann hatte mit seine Ausgleich unmittelbar nach dem Seitenwechsel eigentlich das Momentum auf Borussias Seite gezogen, doch die Gunst der Stunde konnte aufgrund der mangelnden Konsequen beim Ausnutzen der Torchancen nicht genutzt werden. Schenkt man der Statistik auf fupa.net Glauben, dann trafen die Borussia und die Reserve des 1. FC Saarbrücken seit 1988 mittlerweile schon 39 Mal aufeinander: 15 Siege für Borussia, 15 Unentschieden und 9 Erfolge für den FCS stehen dabei zu Buche.

Schiedsrichter der Partie auf dem Kunstrasen im FC-Sportfeld ist (nach Angaben von fussball.de) Tim Gillen (Foto oben Mitte/-jf-). Der 33jährige Finanzbeamte pfeift für den SC Eintracht Alsweiler und engagiert sich nicht nur in der Schiedsrichtergruppe Schaumberg als Lehrwart, sondern auch in seiner Gemeinde politisch (CDU) und sozial (Theater- und Karnevalsverein). Zudem kickt er gelegentlich, sofern es seine Zeit zulässt, noch selbst n der zweiten Mannschaft es SC Alsweiler. Dass Tim Gillen Spiele der Borussia leitete, ist schon ein bisschen länger her: In der Saison 2023/24 war er in zwei Heimspielen im Ellenfeld (im Oktober 23 gegen Jägersburg und April 24 gegen Elversberg II) Spielleiter, beide Partien endeten 2:2. Ihm assistieren an den Seitenlinien die Herren Bahzet Poyraz und Louis Naumann. Wir wünschen dem Schiedsrichterteam eine gelungene Spielleitung! (-jf-)