„Der nächste Kandidat für die ZDF-Torwand!“

Borussias David Panterodt erzielt mit dem Ehrentreffer der Borussia beim 1:8 im Pokal gegen Köllerbach das „Tor des Tages“

Am Ende war es das erwartet klare Ergebnis. Mit einem 8:1-Sieg in der Ferraro-Sportarena zogen die Sportfreunde Köllerbach verdient ins Viertelfinale des Sparkassenpokals Saar ein. Die Rumpftruppe der Borussia, die erneut, wie schon in Rastpfuhl, ohne jegliche Neuzugänge (noch keine Freigabe!) antreten musste, lieferte aber dennoch eine vor allem kämpferisch respektable Vorstellung gegen den routinierten und übermächtigen Gegner, der im vierfachen Torschützen Jan Issa seinen herausragenden Akteur hatte.

Dennoch: Das Tor des Tages erzielte ein Borusse! Das Freistoßtor von David Panterodt war zweifellos ein Treffer Marke „Tor des Monats“. Unüberhörbar waren die Kommentare unter den Zuschauern in der Ferraro-Sportarena: „Der nächste Kandidat für die Torwand im ZDF-Sportstudio!“ Zuvor waren die Gäste allerdings schon nahezu uneinholbar mit 3:0 in Führung gegangen, darunter zwei unnötige Elfmeter: Zunächst hatte Ba Duc Vo Köllerbachs Winterneuzugang Can Gür hart an der Strafraumgrenze zu Fall gebracht (10.), dann hatte Yaman Alakoud den Stürmer der Sportfreunde, Barima Osei Tutu Bawuah gefoult (29.). Beide Chancen ließ sich Torjäger Jan Issa natürlich nicht entgehen und dem tüchtigen Tjorven Joel Gehre keine Chance. Der Borussen-Torwart hatte schon zuvor reichlich Gelegenheit, sich auszuzeichnen, war nach 26 Minuten aber ebenso machtlos wie bei den Strafstößen, als Jan Issa eine Hereingabe im Strafraum zum 0:2 verwertete. Aber auch die Borussen hatten Offensivaktionen, wobei Hamza Alobaidaat nach gut einer Viertelstunde allein auf David Kercek zulief, aber am Köllerbacher Schlußmann scheiterte und die Riesenchance auf den Ausgleich liegen ließ. Besser machte es dann nach 41 Minuten David Panterodt, der einen Freistoß as etwa 20 Metern in den rechten Torwinkel versenkte. „Traumtor“ – so der Kommentar von fupa.net-Liveticker Axel Bastian. Noch vor der Pause stellte Can Gür aber den alten Torabstand wieder her – da der Ball durch das Netz gesaust war, musste dieses gleich repariert werden. Das 1:4 zur Pause spiegelte die Überlegenheit der Sportfreunde auch durchaus wieder, hatten doch Hasan Sonsuz und Marcel Noll weitere Gelegenheiten ausgelassen. Zudem musste Ba Duc Vo einmal auf der Torlinie klären (35.). Die Zuschauer sahen jedenfalls ein unterhaltsames Pokalspiel.

Sitzt, passt, wackelt und hat Luft: Präzise im Torwinkel eingeschlagen hat der Freistoß von David Panterodt im Köllerbacher Kasten, Torhüter Kerczek ist ohne Chance (oben/Foto: -rh-), der Torschütze darf sich zurecht die Glückwünsche seiner Kameraden einholen (unten/Foto: -jsb-).

Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte David Panteroth, erneut per Freistoß, den Anschlusstreffer auf dem Fuß: Das Leder wurde gefährlich abgefälscht, landete aber leider rechts neben dem Tor (49.). Nachdem Georgios Anastasopoulos (61.) per Flachschuss und Jan Issa (67.), der sich auf der rechten Seite durchgesetzt hatte und ebenfalls flach (ins linke Eck) das Resultat auf 1:6 erhöht hatten, war auch aufgrund nachlassender Kraft bei den Borussen die Luft raus. Sie standen jetzt sehr tief, Entlastung nach vorne gab es kaum noch, dafür gleich mehrfach Gelegenheiten für Tjorven Joel Gehre, sein Können zwischen den Pfosten zu zeigen. Nicht verhindern konnte der gute Torwart aber die beiden weiteren Gegentreffer durch Marcel Noll (flach aus der Distanz, 78.) und Barima Osei Tutu Bawuah, der per Abstauber mit dem 1:8 den Schlusspunkt setzte (89.).

Neben dem sportlichen Leiter Boris Schellenberg war auch Coach Kevin Lüder trotz der hohen Niederlage nicht unzufrieden. „Es geht derzeit nicht um Ergebnisse oder Erfolge, sondern darum, dass wir in dieser Notsituation als Verein zusammenwachsen und jeder – egal ob Spieler, Fans oder Menschen, die hinter den Kulissen mit Herzblut für den Verein arbeiten – für den anderen da ist“, benennt Kevin Lüder den Schwerpunkt. Der Trainer weiß, „dass sportlich gesehen allein die Entwicklung wichtig ist: Schritt für Schritt sich an das Niveau gewöhnen, auch wenn es nur ein Prozent Steigerung ist, um aus der Situation das Beste zu machen und eventuell im Sommer in der Verbandsliga einen Neuanfang starten zu können. Bis dahin aber liegt noch ganz viel Arbeit vor uns. Es werden harte Monate. Doch das Herz schlägt immer noch und wir lassen uns nicht unterkriegen“, schreibt er auf seiner facebook-Seite. Dort hat er auch seine Story geteilt und sie bezeichnendeweise mit der rockigen Musik der Gruppe „Frei.Wild“ unterlegt: „Es geht weiter, immer weiter, immer, immer weiter voran. Ich bin und bleib auch in Zukunft der Mensch, der wirklich kämpfen kann. Es kann kommen, was will, es soll kommen wer mag. Du stellst die Weichen selber jeden Tag, du räumst alles aus dem Weg. Denn du bist Sieger in der Schlacht des Lebens“, heißt es da im Refrain. Auch vom „tiefen Tal der Tränen“ und der durch die Zeit aufgelösten Vergangenheit ist im Liedtext die Rede, ehe der Song mit dem Appell endet: „Kopf nach oben, aufrecht leben, Sieger stehen, Sieger kriechen nicht, Sieger geben niemals auf.“  Ein Appell, der Kevin Lüder und Boris Schellenberg für die Mentalität ihrer Schützlinge ein wichtiges Anliegen ist.

Ein herzliches „Dankeschön“ sei an dieser Stelle allen gesagt, die im Umfeld für einen reibungslose Ablauf des Pokalspiels gesorgt haben, vor allem an das Orga-Team, angeführt von Markus Presser und Carina Krieg, und an das Verkaufsteam – ohne Euch wäre die Durchführung der Partie nicht möglich gewesen! (-jf-)

Untenstehend weitere Impressionen vom Pokalspiel der Borussia gegen die Sportfreunde Köllerbach – besten Dank für die tollen Bilder an Susi Welter, Rainer Hoffmann und Jan-Sebastian Bach!