„Denn das hier ist noch nicht vorbei!“

Unser Bild: Borussias Neuzugang Thomas Reuter (re.) ist derzeit noch gesperrt – auch das hat ihn zu einem ziemlich emotionalen Song über die Situation im Ellenfeld inspiriert. Möglichst bald möchte der Außenbahnspieler in den Kreis seiner Mannschaftskameraden (li.) stürmen. (Fotos: -jf-)

„Samstagabend, Flutlicht scheint, die Kabine riecht nach Gras und Schweiß, Trikots hängen an der Wand. Heute zählt nur Mut und Fleiß. Solange haben wir darauf gewartet, diesen Schritt einmal zu geh´n, in der Saarlandliga wirklich auf dem Platz zu steh´n.“ Text und Melodie eines neuen Borussen-Liedes haben durchaus das Zeug, zu einem Hit zu werden. Als Trainer Kevin Lüder den Song erstmals auf seiner facebook-Seite online stellte, blieb das positive Feedback nicht lange aus. Was hat es mit den eher sanften Klängen auf sich?

Initiator des Liedes war Thomas Reuter. Borussias Neuzugang, der vom SC Primsweiler ins Ellenfeld kam die Idee abends auf der Couch: „Ich habe einfach mal einen Text geschrieben. Gedanken, die mir so in den Sinn kamen. Den habe ich dann dem Freund meiner Schwester geschickt. Der kennt sich mit KI aus und hat auch die entsprechenden Programme, mit deren Hilfe dann der Song entstanden ist“, erzählt der 28jährige Flügelflitzer, der darauf brennt, dem Team helfen zu können. An den Zeilen ist unschwer zu erkennen, dass ihn auch die derzeit noch über ihn und weitere Neuzugänge verhängte Sperre beschäftigt: „Doch einige fehlen im Kader, eine Sperre hält uns auf, und wir steh´n nur an der Seitenlinie und seh´n den Jungs beim Kämpfen zu im Lauf. Viele dürfen noch nicht spielen, keine Freigabe, es tut weh.“ Stand jetzt sind die Neuen, zu denen auch Ferhat und Abdul Kizmaz sowie Torhüter Philipp Müller zählen, trotz aller Bemühungen des sportlichen Leiters Boris Schellenberg sogar bis zum 1. Juli gesperrt und damit nicht einsatzfähig, obwohl sie als erfahrene „alte Hasen“ im jungen Team so dringend gebraucht würden. Kleiner Trost: „Auch wenn wir derzeit draußen steh´n, weiß ich tief in meinem Sinn: Jede Sperre geht vorüber, und irgendwann steh´n wir wieder mitten drin“, heißt es im Lied.

Dass es in den ersten Spielen die befürchteten deftige Niederlagen gab, tut der positiven Sicht auf das Projekt im Song keinen Abbruch. Der Blick wird nach vorne gerichtet: „Doch man sieht den Willen in den Augen, jeder Zweikampf wird gelebt. Denn wer dieses Wappen tragen darf, weiß genau, warum er hier steht.“ Und weiter: „Vielleicht geht´s jetzt nur darum zu lernen, Meter für Meter auf dem Feld.“ Auch der Ausklang klingt zuversichtlich: „Das hier ist noch nicht vorbei, auch wenn heute vieles fehlt. Borussia lebt von jedem Spieler, der für diesen Verein hier zählt.“ Beschworen wird die Gemeinschaft – in der Hoffnung, dass diese sich auch dann bewährt, wenn es auf dem langen und steinigen Weg noch weitere einzukalkulierende Nackenschläge  gibt: „Borussia im Herzen – wir kämpfen weiter, Spiel für Spiel. Und wenn irgendwann alles passt, die Mannschaft wieder komplett ist, wird man seh´n, was entstehen kann, wenn ein Verein gemeinsam geht.“ Im Fade-out des Songs wird geradezu mantraartig betont: „Denn das hier ist noch nicht vorbei!“

Das deckt sich auch mit der Meinung von Thomas Reuter: „Ich bin zu Borussia gewechselt, weil ich an diesen Verein glaube. Ich sehe hier großes Potenzial und finde den Neuaufbau richtig spannend auch wenn noch viele Schritte, manche Steine und Verbesserungen vor uns liegen. Aber genau das motiviert mich, Teil davon zu sein und meinen Beitrag zu leisten. Ich habe das Gefühl, dass hier etwas entstehen kann, wenn alle zusammenhalten und konsequent arbeiten. Besonders schätze ich, dass sich Kevin Lüder diese Aufgabe zutraut. Ich denke, er wird alles dafür geben, den Verein nach vorne zu bringen, und genau diese Mentalität hat mich in meiner Entscheidung, ins Ellenfeld zu kommen, bestärkt.

Das für alle Borussen Hoffnung verbreitende Lied fand guten Anklang und hat das Potential, zu DEM Stadionlied im Ellenfeld zu avancieren. „Richtig cool“, kommentiert Borussias Ex-Trainer Christian Schübelin, der derzeit den Landesligisten VfR Baumholder betreut. „Großartig“, meint Uli Glup, Vorsitzender des Ältestenrates im Ellenfeld. Und für Rosaria Lauria, engagierte Helferin im Jugendverkaufsraum, finden sich im Song „alles wahre Worte: Da bekommt man richtig Gänsehaut.“ Sie dürfte nicht die einzige sein. Denn schließlich ist das hier noch lange nicht vorbei. (-jf-)

Anbei das neue Borussen-Lied zum Anhören und Mitfühlen: