Wieder 8:1 – Borussia dominiert Viktoria Hühnerfeld

Unser Bild: Cooler Typ – Jean-Charles Mananga Monthe vollstreckt nach langem Ball alleine vor Torhüter Leon Breuer zum 5:0. (Foto: -jf-)

Die völlig neu formierte Borussia hat auch ihr zweites Testspiel gewonnen. Gegen Viktoria Hühnerfeld II lautete das Endergebnis wie zuvor gegen TuS Jägerfreude 8:1. 16 Treffer binnen fünf Tagen – das kann sich durchaus sehen lassen, auch wenn die Kontrahenten sicher nicht mit den Kalibern zu vergleichen sind, die auf die jungen Borussen im Falle einer Fortsetzung der Saarlandliga-Saison zukommen werden. „Die Jungs sollen und müssen sich einspielen und das fällt vielleicht gegen nicht so schwere Gegner leichter. Zudem sorgen Siege wie gegen Jägersfreude und Hühnerfeld auch für mehr Selbstvertrauen – und das kann sich wiederum gegen stärkere Gegner auszahlen“, will Kevin Lüder die beiden 8:1-Erfolge nicht über-, aber auch nicht unterbewertet wissen.

Der Borussen-Coach konnte allerdings in der Anfangsphase mit seiner Truppe nicht so recht zufrieden sein. „Jetzt habt ihr genug Kindergarten gemacht, jetzt könnt ihr mal wieder Fußball spielen“, hatte Kevin Lüder nach gut einer Viertelstunde von der Seitenlinie aus von außen lautstark in die Partie eingegriffen. Ähnlich sah es der sportliche Leiter Boris Schellenberg: „Die ersten 20 Minuten haben mir nicht so gefallen, das war zu wenig Tempo drin.“ Allerdings hatten die Borussen nach 25 Minuten schon zweimal Aluminium getroffen, ehe die Gäste sich auch einmal nach vorne wagten, doch Tjorven Joel Gehre, der diesmal statt zwischen den Pfosten in der Innenverteidigung stand und einen guten Part ablieferte, ging im letzten Moment mit entschlossener Grätsche dazwischen und spitzelte den Ball aus der Gefahrenzone. So war fast eine halbe Stunde vorbei, bis der Ball schließlich zum ersten Mal im Netz zappelte. Nach einem flotten Angriff über die linke Seite landete das Leder bei Hamsa Alobaidaat, der im Rücken der gegnerischen Abwehr Maß nahm und trocken einschoss (29.). Acht Minuten später war es Jean-Charles Mananga Monthe, der eine Vorlage von der linken Seite vom 11-Meter-Punkt aus verwertete und den Pausenstand auf 2:0 stellte.

Tor des Tages: Der sehenswerte Bogenschuss von Mahmud Ouzaid (oben), für den sich Borussias Nummer 17 – bei aller Bescheidenheit! – von der Bank zurecht feiern lassen durfte (unten). (Fotos: -jf-)

„Ich habe der Mannschaft in der Halbzeit gesagt, dass wir viel entschlossener unser Spiel durchdrücken müssen. Das hat dann auch gleich besser ausgesehen, Die Jungs können alle kicken, das steht gar nicht zur Debatte, aber es gilt halt, die Disziplin zu haben, das auch konsequent und vor allem konstant über 90 Minuten auf den Platz zu bringen“, konnte Kevin Lüder nach Wiederanpfiff beobachten. In der Tat gelang die Balance zwischen fußballerischer Verspieltheit und taktischer Disziplin besser. Nach 55 Minuten profitierten die Borussen von einem Fehler des Gäste-Keepers Leon Breuer, der eine allerdings angeschnittene und damit nicht ungefährliche Flanke von Thomas Reuter ins eigene Netz boxte (55.), ehe Hamsa Alobaidaad nach einer Hereingabe von der rechten Seite im Fünf-Meter-Raum nur noch den Fuß hinhalten musste, um zum 4:0 zu vollstrecken. Beim 5:0 blieb Jean-Charles Mananga Monthe nach einem langen Ball alleine vor Leon Breuer cool und schickte den Ball am Torhüter vorbei ins Netz (70.). Der Viktoria muss man zugute halten, dass sie nie aufsteckte und auch um offensive Aktionen bemüht war, die nach einem Eckball gegen eine in dieser Situation unsortiert wirkende Borussen-Abwehr zum verdienten Ehrentreffer durch Kai Bürstlein führte (73.). In der Schlussphase – just, als die Sonne nach einem trüben Nachmittag einmal hinter grauen Wolken hervorlugte und ein paar Strahlen in die Ferraro-Sportarena schickte – ging der Drehzahlmesser bei den Lüder-Männern nochmal ordentlich nach oben. Gegen jetzt nachlassende Gäste wurden nahezu im Minutentakt zahlreiche Gelegenheiten kreiert. Eine davon nutzte Mahmud Ouzaid zum vielleicht schönsten Treffer des Tages: Der erst 17jährige mit der Rückennummer 17 schnappte sich auf der linken Angriffsseite das Leder, drehte nach innen und zirkelte das Spielgerät mit einem exakt gezirkelten Bogenschuss ins lange obere Toreck – Leon Breuer streckte sich zwar, war aber ohne Chance (85.).  Da wollte dann Hamsa Alobaidaat nicht nachstehen und verwertete einen Klasse-Diagonalpass von Mahmud Ouzaid aus halbrechter Position knallhart ins Netz (87.). Den Schlusspunkt setzte Moritz Schneider, der nach einem abgeblockten Schuss im zweiten Versuch zum 8:1 traf (89.).

„Der Sechser, den ich gesucht habe“ – Ferhat Kizmaz wusste bei seinem ersten Auftritt im Borussen-Trikot durch Ruhe und Übersicht zu gefallen. (Foto: -jf-)

Erstmals im Borussen-Trikot mit dabei: Ferhat Kizmaz. Der 35jährige Routinier, der zuletzt bei der Zweitvertretung der Spvgg Quierschied aktiv war, brachte dank seiner Erfahrung viel Ruhe ins Spiel der jungen Borussen. „Mit seiner Abgeklärtheit und Spielstärke ist er in der Lage, die Mannschaft zu führen, und ist genau der Sechser, den ich gesucht habe“, ist Kevin Lüder froh, dass sich Ferhat Kizmaz zum Schritt ins Ellenfeld entschlossen hat, wo sich jetzt auch ein Kreis schließt: Denn von 2013 bis 2016 trug der Routinier, von den Sportfreunden Köllerbach kommend, schon mal drei Jahre lang das Borussen-Trikot – damals in der der zweiten Mannschaft in der Landesliga, ehe es über die SG Knopp-Wiesbach, Merchweiler und Hangard nach Quierschied ging.

„Hat Spaß gemacht zuzuschauen“, kommentiert Borussen-Fan Karin Schmeer den zweiten 8:1-Sieg binnen weniger Tage und trifft damit genau das, was fast alle der leider nur wenigen Zuschauer empfanden. Diese junge Truppe hat mehr Fans, mehr Unterstützung verdient! Nächste Gelegenheit dazu: Am kommenden Sonntag trifft die neue Borussia in der Ferraro-Sportarena um 14.30 Uhr auf die Sportfreunde Saarbrücken. Dort trotz seiner mittlerweile 55 Jahren immer noch als Spielertrainer engagiert: Juan Carlos Corvolan. Ein „alter Bekannter“ – schließlich wechselte er 2002 zur Borussia, in deren Trikot er seinen 112 Regionalligaspielen (für Elversberg und Saarbrücken) weitere 28 hinzufügte. Neben der erfrischend-jungen Borussia-Truppe vielleicht ein weiterer Grund, am Sonntag ins Ellenfeld zu kommen.“ (-jf-)

Unsere Bilder zeigen Eindrücke vom 8:1-Sieg der Borussia gegen den SC Viktoria Hühnerfeld. (Fotos: -jf-)