Letzte Informationen vor dem Restrunden-Auftakt der Borussia am morgigen Samstag (Anstoß: 17.00 Uhr) beim FC Rastpfuhl auf der Sportanlage Knappenroth
Der Gegner und Gastgeber FC Rastpfuhl trägt zwar im Moment die rote Laterne der Saarlandliga, doch der Kampf ums sportliche Überleben ist keineswegs aussichtslos, beträgt doch der Rückstand auf das rettende Ufer, an dem derzeit der Stadtrivale Saar 05 sitzt, lediglich zwei Punkte. Der Klassenerhalt war und ist das erklärte Ziel der Mannschaft um Trainer Sebastian Kleer, der seinen Vertrag über das Saisonende hinaus bereits verlängert ha und in der Winterpause Verstärkungen an Land gezogen hat: Aus Quierschied kam Mittelfeldspieler Christian Simonetta, der für die Sportvereinigung und die FSG Ottweiler-Steinbach 64 Spiele in der Saarlandliga absolviert hat. Seine Integration hat aufgrund des Familienanschlusses schnell funktioniert hat, schließlich trifft er im Stadion Knappenroth auf seine Cousins Gianluca und Giuseppe Simonetta. Der Außenbahnspieler dürfte aber auch wegen seiner Ballsicherheit und seiner mannschaftsdienlichen Spielweise ein Gewinn für die Rastpfuhler sein. Die Abwehr stabilisieren soll mit Jonas Holzweißig ein Mann mit Oberligaerfahrung, der zuletzt für den TSC Zweibrücken spielte. Das Offensivspiel anzukurbeln ist die Aufgabe von Sayfedine El Khadem, der die Borussia nach Bekanntwerden der Insolvenz verlassen hat. Hinzu kam aus Frankreich der junge Stürmer Marwane El Bergui (20). Verlassen haben den Rastpfuhl derweil Jury Vullo (zum SV Ludweiler) und Paul Stock (zum SV Gersweiler). Verlängert haben ihre Verträge bereits Stefan Käding, Kapitän Patrick Wöber (geht schon ins 9. Jahr beim FCR!), Giuseppe Simonettta und Fiete Prinz, der trotz seines jungen Alters bereits 5 Jahre das Rastpfuhler Trikot trägt.


Dieses Aufgebot soll die Klasse für den FC Rastpfuhl halten (oben). Trainer Sebastian Kleer (Mitte), der beim 1:5 im Hinspiel im Ellenfeld allen Grund hatte, sich die Haare zu raufen, kann sich über drei Winterneuzugänge freuen (unten v.l.): Jonas Holzweißig, Christian Simonetta und Sayfedine El Khadem. (Fotos: fußa.net/-jf-/ facebook-Seite FC Rastpfuhl)

Mit dem jetzigen Kader hofft das Team um den sportlichen Leiter Mirza Mehmedovic, die Liga halten und das Image der Fahrstuhlmannschaft (seit 2018 ging es in schöner Regelmäßigkeit immer wieder rauf und runter) ablegen zu können. Dabei baut man auch auf die Torjägerqualitäten des Ex-Borussen Ruddy M´Passi, der mit 8 Treffern bislang bester Schütze im FCR-Trikot ist, gefolgt von Sinan Tomzik und dem spielenden Co-Trainer Max Recktenwald, die beide auf 5 Tore kommen. Von den 16 Punkten hat Rastfuhl 10 auf eigenem Gelände gewonnen (2 Siege, 4 Unentschieden, 4 Niederlagen), auf fremden Plätzen steht erst ein Sieg (2:0 bei der SG Marpingen-Urexweiler) auf dem Konto. Die Vorbereitungsspiele in der Wintervorbereitung konnten mit Ausnahme der Partie gegen den Oberligisten FK Pirmasens (2:4) siegreich gestaltet werden, zuletzt hieß Rastpfuhl mit einem 2:1 über den stark eingeschätzten Ligarivalen SC Halberg-Brebach aufhorchen.
Die Ausgangssituation ist aus Borussen-Sicht völlig offen – geradezu eine Wundertüte! Niemand weiß so recht, wo die völlig neuformierte Mannschaft von Coach Kevin Lüder steht. Zwar blieb Borussia in der Vorbereitung ungeschlagen, aber die Gegner kamen aus unteren Spielklassen. „Wir haben das aber bewusst so gewählt, weil die Jungs ins Spielen kommen wollten und mussten“, erklärt der sportliche Leiter Boris Schellenberg. Leidenschaft, Begeisterung und Spielfreude sind zweifellos vorhanden, ob die körperlichen Voraussetzungen der „Rasselbande“, in deren Reihen sich einige A-Jugendliche befinden, für die Saarlandliga ausreichen, bleibt abzuwarten. „Denn der Herrenfußball ist schon eine andere Hausnummer“, weiß Boris Schellenberg aus eigener Erfahrung. Coach Kevin Lüder teilt seine Einschätzung auf seiner facebook-Seite wie folgt mit: „Wir stehen vor einem kompletten Neuanfang. Wir hatten sechs Wochen Vorbereitung mit sehr vielen positiven Momenten. Ich bin realistisch und weiß, dass es eine ganz schwere Mission ist, aber nicht unmöglich. Wir respektieren jeden Gegner, haben aber keine Angst. Wir sind Sportler und wollen immer mit dem bestmöglichen Ergebnis den Platz verlassen. Jedes Spiel wird sein wie David gegen Goliath: Es besteht die Möglichkeit, dass wir ordentlich was auf die Ohren bekommen, aber ebenso die Chance, dass wir den einen oder anderen Gegner überraschen können. Wie auch immer sind die Jungs auf jeden Fall stolz, die Borussia in Saarlands höchster Liga präsentieren zu dürfen und werden unser Bestes für den Verein geben.“ Der Trainer hofft dabei sehr darauf, „dass wir die Fans im Rücken haben. Wir sind dankbar für jeden Support!“

„Nichts ist unmöglich, alles ist möglich“: Borussias Trainer Kevin Lüder (hinten) und der sportliche Leiter Boris Schellenberg haben alles gegeben, um ihre neuformierte Truppe bestmöglich auf den Rundenstart vorzubereiten, wissen aber auch um die Unwägbarkeiten. (Foto: -jf-)
Die bisherige Bilanz zeigt Borussia im Vorteil: Drei Siegen stehen drei Unentschieden zur Seite, nur einmal mussten sich die Borussen geschlagen geben, mit 1:2 unterlag man in der Spielzeit 2022/23 auf dem Rastpfuhl. Das letzte Gastspiel im Stadion Knappenroth endete mit einem Kantersieg für Borussia (7:1), auch das Hinspiel in Neunkirchen war eine klare Sache: Mit 5:1 blieben die Borussen nach Treffern von Dylan Sodji, Jan Luca Rebmann, Marco Dahler, Jan Eichmann und Niklas Backes obenauf – alles Namen, die mittlerweile im Ellenfeld Geschichte sind! Schon zur Pause war die Partie mit 4:0 entschieden, für Rastpfuhl gelang Sinan Tomzik in Halbzeit zwei lediglich der Ehrentreffer. Beide Siege (7:1 und 5:1) dürfen aufgrund der total veränderten personellen Konstellation aber sicher nicht als Maßstab für die morgige Partie genommen werden!
Schiedsrichter des Spiels auf dem Rastpfuhl ist Nicolas Scherer. Der Referee mit Oberliga-Erfahrung leitete zuletzt beim Saison-Eröffnungsspiel (1:2) gegen die zweite Garnitur des 1. FC Saarbrücken ein Spiel der Borussia – übrigens die erste Niederlage der Borussen unter seiner Spielleitung! In allen elf Spielen mit dem Unparteiischen Nicolas Scherer zuvor gab es für Borussia 7 Siege und 4 Unentschieden. Ein gutes Omen? An den Seitenlinien wird Nicolas Scherer assistiert von den Herren Felix Mathieu und David Scherer. Wir wünschen dem Schiedsrichter-Team eine gelungene Spielleitung. (-jf-)