+++PAUL LINZ WIRD 70+++
Vier Tage nach dem 80. Geburtstag von Borussias Ex-Spieler und Trainer Horst Brand feiert heute mit Paul Linz (Foto oben: -jf-) ein weiterer früherer Borussen-Coach einen runden Geburtstag: 70 Jahre alt wird der frühere Fußballprofi. Die Karriere des gebürtigen Trierers begann im Süden der Moselstadt beim dortigen VfL in Heiligkreuz. Mit zehn Jahren erfolgte der Wechsel zur Eintracht, wo der Stürmer im Laufe der Jahre zum Libero umfunktioniert wurde. Mangels Perspektive kehrte er zum VfL Trier zurück und entdeckte dort sein Stürmerblut wieder. In der Rheinlandliga erzielte er Tore wie am Fließband, in einer Saison sogar 44. Eigentlich sollte das die Eintracht, die 1976 gerade den Aufstieg in die 2. Liga gepackt hatte, wieder hellhörig werden lassen. „Doch die wollten mich nicht richtig, stattdessen war ich fast mit der Borussia in Neunkirchen handelseinig“, erinnert sich „Linze Paul“, wie er in Trier gerufen wird. Doch es kam anders. Der gut vernetzte Trainer und Sportartikelhändler Peter Friedländer hatte Linz und dessen Talent auf dem Schirm: Ende der Saison 1977/78 kam es auf dem Moselstadiongelände zu einem Sichtungstraining, an dem auch ein paar begabte Spieler der Eintracht teilnahmen. Dazu hatte Friedländer seinen alten Kumpel Wolfgang Weber eingeladen. Die Legende des 1. FC Köln stand vor einem Trainerengagement bei Bundesligist Werder Bremen und war noch auf der Suche nach jungen, hungrigen Spielern. „Der Einzige, der in diesem Training auffiel, war anscheinend ich. Hinzukam, dass sie mich kurz danach beobachteten, als ich im Entscheidungsspiel gegen den SV Speicher zwei Tore schoss“, weiß Paul Linz. Und so schlüpfte er ins Trikot der Grün-Weißen an der Weser – der Kindheitstraum vom Fußballprofi wurde wahr. 2.500 DM Grundgehalt, 500 DM pro Punkt, für Ersatzspieler die Hälfte, plus eine Jahresleistungsprämie – das waren die finanziellen Startbedingungen. Erster Bundesligaeinsatz am 8. Dezember 1978 beim 0:4 auf dem Betzenberg in Kaiserslautern, am letzten Spieltag der Saison (beim 2:2 in Nürnberg) der erste Bundesligatreffer.

Doch in der Folgezeit ging es für Linz in Bremen nicht weiter. Die nächsten Stationen: OSC Bremerhaven (unter Trainer Egon Coordes), in der 2. Liga der Freiburger FC („Trainer Bernd Hoss stand wie verrückt auf mich!“) und in der Bundesliga Waldhof-Mannheim (mit Coach Klaus Schlappner). Nahezu Kultstatus erlangte Paul Linz anschließend beim VfL Osnabrück, wo der Torjäger zum Kapitän avancierte. 1988 die Heimkehr nach Trier, die allerdings nicht von Erfolg gekrönt war: „Im Nachhinein betrachtet, war das Schwachsinn. In der damaligen Oberliga als Spielertrainer – das konnte nicht funktionieren“, sagt der Jubilar heute. Die abwechslungsreiche Trainerlaufbahn führte ihn weiter nach Salmrohr, Meppen, zu den Stuttgarter Kickers, RW Ahlen und den 1. FC Magdeburg. Das Highlight: Nachdem er die fast insolvente Eintracht 1999 in größter Not übernommen und sportlich stabilisiert hatte, gelang den Trierern unter Paul Linz der Aufstieg in die 2. Bundesliga, wo man sich drei Jahre halten konnte.
Zwischendurch holte die Borussia Linz ins Ellenfeld. Von Januar bis Dezember 2011 leitete der Trierer jetzt die sportlichen Geschicke der Borussia. Im Frühjahr hatte er in der Nachfolge von Kurt Knoll zunächst als „Feuerwehrmann“ sein Amt angetreten („Ich will hier ein halbes Jahr aushelfen“) und die Borussen wieder auf die Erfolgsspur geführt. Deshalb wurde sein Vertrag im Juni gleich um zwei Jahre verlängert. „Ich habe den Verein und sein Umfeld in den vergangenen Monaten kennengelernt und bin davon überzeugt, in Neunkirchen etwas bewegen zu können“, strahlte der damals 55jährige viel Optimismus aus. Stürmer und St. Pauli-Kultfigur Nico Patschinski folgte seinem alten Mentor Linz genauso ins Ellenfeld gefolgt wie Deniz Siga („Als Paul Linz mich anrief, habe ich direkt die Koffer gepackt und bin ins Saarland gefahren!“). Darüber hinaus holte der Coach mit den in Saarbrücken studierenden Fabio Fuhs, Julian Bidon, Daniel Petersch und Johannes Steinbach einige „junge Wilde“ aus Trier ins Ellenfeld, wohin mittlerweile auch Catalin Racanel zurückgekehrt war. Mit Dieter Lüders war ein weiterer Weggefährte von Linz in der Geschäftsstelle der Borussia tätig.

Gleich mehrfach versuchte sich Paul Linz (re.) als Trainer beim FSV Salmrohr, hier mit Horst Brand (li.) und Friedhelm Rach (Mitte), (Foto: -jf-)
Doch die sportlichen Ziele (Aufstieg in die Regionalliga) konnten nicht umgesetzt werden. Nach nur zwei Siegen und 6 Punkten aus den letzten 6 Spielen vor der Winterpause wurde Paul Linz anlässlich einer Vorstandssitzung, an der der Trainer auch selbst teilnahm, beurlaubt. Konkreter Auslöser war eine 3:4-Niederlage im Ellenfeld gegen die SG Betzdorf, bei der im Übrigen bereits Tim Cullmann am Ball war. Linz-Nachfolger wurde der bis dahin als U23-Trainer tätige Tunji Adeyemi. Noch zweimal versuchte sich Paul Linz anschließend beim FSV Salmrohr als Trainer, konnte aber auch dort 2024 den Absturz des ehemaligen Zweitligisten und Deutschen Amateurmeisters in die Bezirksliga nicht verhindern.

Heute betreibt Paul Linz (seit 2014) erfolgreich eine Fußballgolf-Anlage unweit seiner Heimatstadt im Freizeitpark Triolago in Riol an der Mosel (Foto oben / Andreas Arens). Die Idee, auf diese Weise technischen Fußball und Geschicklichkeit zu kombinieren, kam ihm beim Training: „Meine Spieler haben nach den Einheiten immer noch versucht, eine Eckfahne oder den Anstoßpunkt im Mittelkreis zu treffen und hatten dabei jede Menge Spaß!“ Fußballgolf (auch: Soccergolf) hat seine Ursprünge im Norden Europas. In Schweden entstanden in den 80er-Jahren die ersten Anlagen. In Deutschland kennt man den Trend- und Funsport erst seit 2006. Auch alte Weggefährten konnte Paul Linz schon am Triolago begrüßen, darunter Mitglieder jener Mannschaft von Waldhof Mannheim, mit der 1983 unter Trainer Klaus Schlappner den Aufstieg in die Bundesliga schaffte. Auch die Zweitliga-Aufstiegstruppe des VfL Osnabrück von 1985 stattete ihrem einstigen Goalgetter schon einen Besuch ab. Druck macht sich der mit seiner Familie in Waldrach im Ruwertal lebende Ex-Profi aber keinen mehr. Die Fußballgolf-Anlage zwischen Ende März und Oktober in Schuss zu halten, mit den Gästen Einführungsrunden zu machen und auch selbst noch mal ab und zu einzulochen, ist für ihn auch Erfüllung. Ideen, die Anlage zu erweitern, hat er bereits: „Fußball-Billard oder Headis (Kopfballtischtennis) kann ich mir hier auch sehr gut vorstellen.“
Die Borussia gratuliert Paul Linz herzlich zum 70. Geburtstag und wünscht alles Liebe und Gute, vor allem weiter gute Gesundheit. Ad multos annos, Paul Linz!
+++DOMINIK CULLMANN NACH FREISEN+++

Nach Nico Christmann und Niklas Backes (beide nach Quierschied) und Dylan Sodji (zum 1. FC Saarbrücken II) verlässt auch Dominik Cullmann (oben li. mit Hasborns Gianluca Forkel, 27/Foto: -jf-) die Borussia. Wie zuvor Nico Purket wird sich der 21jährige dem Verbandsligisten FC Freisen anschließen. Für den Tabellenzweiten der Verbandsliga Nord-Ost, der zur Zeit punktgleich mit Spitzenreiter SV Schwarzenbach im Rennen um Titel und Aufstieg liegt, wird der Flügelflitzer eine enorme Verstärkung darstellen.
Das Fußball-ABC hat Dominik Cullmann in seinem Heimatverein in Niederkirchen erlernt, hat dann bei der Spvgg Hof-Osterbrücken gekickt, ehe es ihn im zweiten D-Jugend-Jahr ins Nachwuchsleistungszentrum nach Elversberg zog. Dort wurde er vier Jahre lang gut ausgebildet, bis der 1. FC Saarbrücken rief, in dessen Trikot er jede Menge Erfahrungen in der U17- und U19-Bundesliga sammeln konnte. Als der trickreiche und dribbelstarke Mittelfeldspieler im Sommer 2023 im Ellenfeld anheuerte, spielte er erstmals gemeinsam mit seinem älteren Bruder Sebastian in einer Mannschaft. Für die Borussia bestritt Dominik Cullmann 81 Spiele, erzielte dabei 11 Tore und lieferte 14 Torvorlagen. Was ihn dabei auszeichnete: Aufgeben war und ist für ihn nie eine Option. „Wenn du 99mal fällst, versuche es zum 100. Mal wieder“, so könnte man seine Art zu spielen zusammenfassen. Borussia dankt Dominik Cullmann für seinen Einsatz im schwarz-weißen Trikot und wünscht ihm für die Zukunft sportlich wie privat alles Gute! (-jf-)