Ein junger Borusse schießt sich an die Torwand …

… und darf am morgigen Samstag im ZDF-Sportstudio (ab 23.00 Uhr) gegen einen Promi-Gast antreten!

Samstagabend, die Flutlichter lassen die Ferraro-Sportarena in gleißendem Licht erstrahlen. Der Sekundenzeiger tickt die letzte Minute des Vorbereitungsspiels der Borussen-A-Jugend gegen den FC St. Wendel hinunter. 4:2 führen die Jungs aus dem Ellenfeld gegen den Verbandsligisten. Noch einmal gibt es in halblinker Position etwa 18 Meter vor dem Tor der Gäste einen Freistoß. Während sich die Abwehrmauer formiert, legt sich Mahmud Ouzaid das Spielgerät exakt zurecht und läuft konzentriert an. Der 17jährige trifft die Lederkugel perfekt, streichelt sie regelrecht ins linke obere Toreck. Der Torwart der Gäste holt alle Zentimeter seiner Körpergröße aus sich heraus, doch an diesen millimetergenau gezirkelten Ball kommt er nicht heran, zwischen Kreuzeck und Leder passt kein Blatt Papier mehr: 5:2, der Endstand, denn kaum liegt das Leder im Netz, pfeift der Unparteiische Eric Pascar die Partie ab. Der Torschütze hat derweil jubelnd abgedreht, kann wohl selbst kaum fassen, was er da vollbracht hat, und wird im Freudentaumel von seinen Kameraden fast erdrückt.

Ein Treffer „Marke Tor des Monats“ – das hat sich sogleich auch Trainer Kevin Lüder gedacht. Und sich erinnert: Da gibt es doch die sogenannten „Hartplatzhelden“! 2006 wurde das Videoportal für Amateur- und Jugendfußball gegründet. Die Mission: Dem Amateurfußball eine Stimme zu verleihen. „Hier kommen Menschen zu Wort, die sich seit Jahren im Verein engagieren. In Kolumnen und Podcasts stellen sie Ideen vor, wie der Sportverein der Zukunft aussehen kann, und erklären die Bedeutung des Ehrenamts für die Gesellschaft“, heißt es auf der Website der „Hartplatzhelden“. Seit Jahren kooperieren die Macher des Portals mit dem ZDF-Sportstudio und schicken alle zwei Wochen einen Nachwuchsspieler an die legendäre Torwand, um gegen einen prominenten Studiogast anzutreten. „Zeigen Sie uns, was Sie am Ball können! Filmen Sie Ihre besten Tricks, Treffer und Tore und laden Sie diese auf unserem Portal hoch“, so die Einladung an alle talentierten Fußballer. Die in Aussicht gestellte Belohnung: „Mit etwas Glück werden Sie ausgewählt, reisen mit einer Begleitperson ins aktuelle Sportstudio und treten dort gegen die Profis bzw. Promis an der Torwand an.“ Gedacht, getan. Kevin Lüder schickt das Video mit dem Traum-Freistoß seines Schützlings ein, ein paar Tage später kommt tatsächlich ein Anruf vom ZDF: Einladung ins Sportstudio und zum Torwandschießen am morgigen Samstag!

Die Idee für die berühmte Wand mit den zwei Löchern entstand bereits 1960. Im Rahmen eines Prominentenwettbewerbs beim Westdeutschen Sportpressefest mussten die Teilnehmer aus elf Metern auf ein Handballtor mit Fußballtorwart schießen. Doch nicht einmal der damalige Bundestrainer Sepp Herberger traf. Deshalb griff der technische Direktor Heinrich Klein, gelernter Bauingenieur und Zimmermann, zur Holzwand: Drei mal zwei Meter groß mit zwei Löchern in 50 Zentimeter Durchmesser. Eine einfache Idee mit großer Wirkung! Denn die Sportjournalisten Werner Schneyder und Wim Thoelke nahmen die Torwand im August 1964 mit ins aktuelle Sportstudio. „Drei oben, drei unten“ heißt es seitdem für die prominenten Kicker. Sechs Einschläge gelangen bislang noch keinem, Gladbachs Star Günter Netzer war der erste, der fünf Mal traf, die letzte, der dieses Kunststück gelang, war 2019 Ex-Nationalspielerin Inka Grings.

Drei oben, drei unten, oder: Das Runde muss in das Runde – so heißt es am Samstag auf dem Mainzer Lerchenberg auch für Mahmud Ouzaid (Foto oben/-jf-). Schon um 18.00 Uhr wird er, begleitet von seinem Trainer Kevin Lüder, im Hotel einchecken, dann vom ZDF mit dem Auto abgeholt und ins Studio gefahren. Dort gibt noch eine kleine Führung. Doch bis der junge Borusse von Moderator Sven Voss begrüßt wird und zum Torwandduell antreten darf, wird es wohl fast schon Mitternacht sein. Ehrengast ist laut Angaben auf der Website des Sportstudios Julia Taubitz, Olympiasiegerin im Rennrodeln. Wird sie auch sein Gegner an der Torwand sein?

Natürlich winkt dem Gewinner des Duells auch ein Preis. Bei einem Sieg gewinnt der Herausforderer des Promis einen Warengutschein des Sportartikel-Herstellers Decathlon im Wert von 1000,- Euro. Außerdem qualifiziert er sich als Sieger für das Finale, das am Ende der Saison ausgetragen wird. Hier darf sich dann der Gesamtgewinner über 25.000 Euro (in Form von Investmentfondsanteilen) freuen. Doch daran verschwendet Mahmud Ouzaid derzeit überhaupt keinen Gedanken: „Ich bin dankbar für diese große Chance, auf mich aufmerksam machen zu können, aber auch stolz, die Borussia vor einem so großen Publikum vertreten zu dürfen“, ist der 17jährige, der in Italien das Licht der Welt erblickte und nach den Stationen Florenz, St. Etienne, Rouen, Sarreguemines und Riegelsberg in Neunkirchen gelandet ist, schon im Vorfeld regelrecht geflasht von dem, was da auf ihn wartet. Sein Traum ist es, im Fußball „groß rauszukommen“, und im Ellenfeld wird er das erste Mal so richtig wahrgenommen. Seit drei Jahren ist Kevin Lüder sein Trainer, der dem „jungen Wilden“ das nötige Vertrauen gibt und ihn sich frei entwickeln lässt. „Das Resultat ist davon ist dann, dass er sich was zutraut und so tolle Tore schießen kann wie diesen Freistoß, der ihm jetzt den Auftritt im Sportstudio beschert hat“, freut sich Kevin Lüder riesig über den Erfolg seines Schützlings. Auch für den Trainer ist der Besuch in Mainz ein Erlebnis: „Schon als Junge habe ich mit meinem Opa jeden Samstag das Sportstudio geschaut und hätte mir nie träumen lassen, mal dort Gast sein zu dürfen!“ So kann man sich täuschen …

Herzliche Gratulation ergeht an unseren A-Jugendspieler zu diesem großartigen Erfolg. Mahmud Ouzaids Auftritt im Sportstudio darf in aller Bescheidenheit auch für den Verein Borussia als kleine Wertschätzung gewertet werden für die engagierte Jugendarbeit, die in den letzten Jahren betrieben wurde und mittlerweile wieder über 200 Jugendlichen in allen Altersklassen den Spaß am runden Leder vermittelt. Alle Borussen wünschen Mahmud Ouzaid an der Torwand viel Glück und Erfolg – wenn es ihm gelingt, das Leder unter dem ZDF-Flutlicht so exakt zu zirkeln wie beim Spiel in der Ferraro-Sportarena gegen den FC St. Wendel, dann wird er sicherlich zumindest nicht leer ausgehen! (-jf-)