Zum vereinbarten Termin hat sich die sportliche Leitung der Borussia in Rücksprache mit dem ersten Vorsitzenden Jörg Eisenhuth dazu entschlossen, die neuformierte junge Truppe in der Saarlandliga an den Start zu schicken
Haben in den vergangenen Wochen schwer „geackert“ und viele Gespräche geführt, damit es in Ellenfeld weitergeht: Trainer Kevin Lüder und der sportliche Leiter Boris Schellenberg richten den Blick gemeinsam nach vorne. (Foto: -jf-)
Der heutige Sonntag war die abgemachte Deadline: Kann für die restliche Runde der Saarlandliga eine Mannschaft gestellt werden? Oder geht es unten in der Kreisliga weiter? „Wir haben eine Entscheidung getroffen“, teilt Kevin Lüder mit. Der umtriebige Trainer, der zurzeit gemeinsam mit dem neuen sportlichen Leiter Boris Schellenberg mit riesigem Engagement als „Mädchen für alles“ den Betrieb am Laufen hält, hat es tatsächlich geschafft, durch unermüdliche Arbeit aus der bisherigen U23 und U19 eine Truppe zusammenzustellen und zu formen, der man es zutraut, die Saison in der höchsten Spielklasse des SFV zu Ende zu bringen. Gleichzeitig bedeutet das: Die zweite Mannschaft, die in der laufenden Spielzeit in der A-Klasse eine sehr gute Rolle spielte, wird abgemeldet. Bekanntlich hatten alle Spieler der bisherigen Saarlandliga-Mannschaft die Freigabe erhalten und daraufhin das Ellenfeld verlassen, nachdem die Borussia sich vor Weihnachten als zahlungsunfähig erklärte.
Zunächst hatte man es sich im Ellenfeld offen gelassen, welcher Spielbetrieb fortgeführt und welcher eingestellt wird. „Wir konnten die Entwicklung der jungen Mannschaft zuerst nicht absehen. Doch da seit Aufnahme des Trainingsbetriebs so positiv war und die Jungs so hart an sich und dem mannschaftlichen Zusammenwirken gearbeitet haben, konnten wir unerwartet stark ins neue Jahr starten. Wöchentlich sieht man die Fortschritte. Deshalb haben wir uns entschlossen, die U23 vom Spielbetrieb zu nehmen und die Restrunde in der Saarlandliga zu Ende zu führen“, erläutert Kevin Lüder das Vorhaben, das Uli Glup in einem Beitrag der „Rheinpfalz“ am heutigen Sonntagmorgen, bestätigte und eine „mutige Entscheidung“ nannte: „Wir haben eine ganz junge Mannschaft aus U23 und U19 mit ein paar Neuzugängen und hoffen, dass die Jungs durchhalten und auch dann den Kopf nicht hängen lassen, wenn man damit rechnen muss, dass sie in der Saarlandliga öfter mal `die Hucke´ vollbekommen“, sagt der Vorsitzende des Ältestenrates der Borussia. Laut Uli Glup streifen sämtliche Akteure unentgeltlich ins traditionsreiche schwarz-weiße Trikot. Für die neue Spielkleidung konnte übrigens bereits ein Sponsor gefunden werden: „Der Hausmeisterservice VEBU in Person des Geschäftsführers Alexander Klein hat sich bereit erklärt, die Jungs komplett einzukleiden, damit wir auch vernünftig und geschlossen nach außen auftreten“, berichtet Kevin Lüder auf seiner facebook-Seite und bedankt sich im Namen der Borussia für die tolle Unterstützung.Die Heimspiele sollen auf dem Kunstrasenplatz in der Ferraro-Sportarena neben dem Stadion ausgetragen werden. Das Ziel, so Uli Glup, sei es, die Runde sportlich fair zu beenden, aller Wahrscheinlichkeit abzusteigen, um dann in der neuen Saison in der Verbandsliga einen Neuanfang zu starten.

Vieles hängt derzeit am „seidenen Faden“: Kann die blutjunge Mannschaft soll die über 120jährige Tradition fortführen (oben)? Gespielt werden soll zunächst in der Ferraro-Sportarena (unten). (Fotos: -jf-)

Was das Insolvenzverfahren betrifft, so hofft man im Ellenfeld, dass es positiv endet, das heißt: Dass die Borussia nicht aufgelöst werden muss – „allein schon wegen der Jugendabteilung, in der inzwischen wieder über 200 junge Menschen dem runden Leder hinterherjagen und die gleichzeitig an einem Standort wie Neunkirchen mit hohem Migrationsanteil auch einiges an Sozialarbeit erledigt“, so der Ältestenrat-Chef.
Das Votum pro Saarlandliga wurde in den sozialen Netzwerken überwiegend positiv aufgenommen. „Gute Entscheidung – den Mutigen gehört die Welt“, notiert Karin Schmeer und Uwe Junkes ergänzt: „Alle echten Borussen stehen vorbehaltlos hinter Euch!“ Beate Noll, seit Jahren treue Anhängerin der Borussia und angesichts des ungewissen Ausgangs des Insolvenzverfahrens mit vielen Tränen in den Augen („Borussia ist mein Leben!“) schreibt: „Das ist superklasse. Ich unterstütze Euch und komme so oft zu den Spielen, wie ich kann.“ Thomas Posse appelliert an den Anhang: „Eine junge Mannschaft, die, wenn sie denn weiter spielen dürfen, unsere Unterstützung braucht, der man auch leichter Fehler verzeiht.“ Hans-Peter Schmitt verleiht seinem „ehrlichen Respekt und Anerkennung für alle diejenigen, die Borussia Neunkirchen am Leben halten“, Ausdruck und wünscht ebenso wie Rosaria Lauria, Michael Rosar, HeJo und Manuel Roos den Borussen „viel Glück und Erfolg.“ Letzterer ist sogar der Meinung: „Ihr werdet einige Mannschaften in der Liga ärgern können.“ Eine erste Gelegenheit dazu bietet sich am Samstag, dem 28. Februar: Dann trifft die neue Borussia, deren Startkapital ein Konto von 28 Punkten ist, im Rahmen des 21. Spieltages der Saarlandliga um 17.00 Uhr zum Auftakt der Restrunde im Stadion Knappenroth in Saarbrücken auf den FC Rastpfuhl. Auf geht´s, Jungs – go Borussia! (-jf-)