Die Rollen im Achtelfinalspiel des Sparkassenpokals Saar morgen Abend gegen die Sportfreunde Köllerbach in der Ferraro-Sportarena (Anstoß: 19.00 Uhr) sind klar verteilt
Unser Bild: Gegen die starken Köllerbach brauchen die jungen Borussen als Underdog die feurige Unterstützung des 12. Mannes (wie hier im Pokalhalbfinale 2025 gegen Palatia Limbach, li.). (Foto: -jf-)
Der Gegner aus Köllerbach ist mit einem 3:2 auf dem Kieselhumes in Saarbrücken bei Saar 05 erfolgreich in die Restrunde gestartet. Dabei führten die Schwarz-Roten schon mit 3:0, ehe die „Söhne Saarbrückens“ dank ihrer Stärke bei Standards noch auf 2:3 verkürzen konnten. Die Sportfreunde feierten damit ihren dritten Auswärtssieg der Saison, holten auf fremden Plätzen 11 ihrer 29 Punkte. Zuhause war man erfolgreicher: Fünf Siege und 3 Unentschieden in 10 Heimspielen sorgten für 18 Zähler. Auch im Winter waren die Sportfreunde aktiv, konnten sich wieder einmal für das Hallenmasters qualifizieren, wo man sich gegen die Oberligisten Auersmache (3:5) und Eppelborn (3:3) ordentlich zu Wehr setzte, aber dennoch in der Vorrunde ausscheiden musste. Torreich ging es auch in den Testspielen während der Wintervorbereitung zu: Nach einem 4:4 gegen den Verbandsligisten SSC Schaffhausen unterlagen die Jungs mit der Burg auf der Brust der U23 des FC Homburg mit 4:5, ehe sie den Ligakonkurrenten aus Merchweiler mit 4:3 bezwangen. Aus dem Kader verabschiedeten sich derweil Marvin Hessedenz und Fabio Götzinger, die beide zum FV Diefflen gewechselt sind. Im Gegenzug wurden drei Neue verpflichtet: Torhüter David Kercek (21), der in den U-Teams der SV Elversberg, beim SC Freiburg und beim Halleschen FC eine solide fußballerische Ausbildung genoss, stand zuletzt beim FC Villingen und dem Schweizer Erstligisten FC Winterthur zwischen den Pfosten. Mit den beiden 18jährigen Can Gür (von der JFG Saarlouis) und Okatakyie Jones Bawuah (von Hertha Wiesbach) kamen zwei Nachwuchskräfte als Investition in die Zukunft.

Mit diesem Kader wollen die Köllerbacher Sportfreunde diesmal im Pokal ganz weit kommen (oben). Das (spielende) Trainerteam Megim Kuqi und Jan Issa durfte im Winter drei Neuzugänge im Stadion an der Burg begrüßen: Can Gür, David Kercek und Okatakyie Jones Bawuah (unten v.li.). (Fotos: Homepage/facebook-Seite SF Köllerbach)

Auf der Trainerbank wurden bereits die Weichen über das Saisonende hinaus gestellt: Im Sommer übernimmt Martin Peter das Amt vom aktuellen Spielertrainer Mergim Kuqi. Peter ist in der saarländischen Fußballszene bestens bekannt, von seinen Stationen in Bübingen, Brebach und Bliesmengen bringt der aktuelle Coach von Preußen Merchweiler ganz viel Erfahrung mit an die Burg. Mergim Kuqi geht den Sportfreunden allerdings nicht verloren: Der 31jährige wird sich wieder ganz auf seine Rolle als Spieler konzentrieren. Jan Issa wird weiter als spielender Co-Trainer agieren. Der 34jährige ist auch in dieser Spielzeit in der Torjägerliste mit 12 Einschlägen ganz vorne mit dabei, da kann nur noch Marcel Noll (8 Tore), der im Sommer zur aufstrebenden Victoria nach St. Wendel wechseln wird, mithalten. Im Übrigen strotz Köllerbachs Kader nur so von Namen, die im Saarlandliga-Fußball und darüber hinaus Rang und Namen haben: Neben den genannten Kuqi, Issa und Noll tragen mit Malcom Asante, Yannick Momper, Arthur Schneider, den Sonsuz-Brüdern und Torhüter Moritz Bohnenberger routinierte Kräfte das schwarz-rote Trikot.
Die Ausgangssituation: Der Gastaus Köllerbach geht am morgigen Mittwochabend als klarer Favorit auf den Kunstrasen der Ferraro-Sportarena. Zwar könnte man aus dem aktuellen Tabellenbild, das die Sportfreunde mit 29 Zählern einen Rang vor Borussia (28) platziert zeigt, eine Partie auf Augenhöhe ableiten. Doch angesichts der personellen Veränderung in der Winterpause ist den jungen Borussen allenfalls eine Außenseiterchance einzuräumen. Nichtsdestotrotz werden die Schützlinge von Trainer Kevin Lüder alles daransetzen, den Favoriten so lange wie möglich zu ärgern – getreu dem Motto: „Wir haben eigentlich keine Chance, doch die wollen wir nutzen!“ Köllerbachs Sportvorstand Bernd Gillet, der nach dem 3:2-Sieg seiner Mannschaft bei Saar 05 am Samstag zum Rastpfuhl gekommen ist, um die neue Borussia unter die Lupe zu nehmen, fasst in der „Saarbrücker Zeitung“ (SZ) seine Eindrücke und Erwartungen an das Pokalspiel wie folgt zusammen: „Wir tun gut daran, den Gegner nicht zu unterschätzen. Die Borussia konnte sich, solange die Kraft hielt, gut wehren und kam auch zu einigen Chancen. Das sind überwiegend ganz junge Spieler, die sich zur Wehr setzen.“ Borussias Sportvorstand Boris Schellenberg setzt vor allem auf die Unterstützung der Fans: „In Rastpfuhl waren etwa 100 dabei. Sie sehen ja, dass wir in dieser brutal schwierigen Situation alles raushauen, was irgendwie geht. Die Devise muss lauten, von Spiel zu Spiel auf diesem für die Jungs ungewohnten Level dazuzulernen.“ Auch wenn dem Pokal in einer fußballerischen Binsenweisheit oftmals „eigene Gesetze“ unterstellt werden, so wäre doch alles andere als ein Sieg der favorisierten Gäste eine Riesenüberraschung.
Bisherige Bilanz: 15 Mal trafen beide Mannschaften seit dem Oberliga-Abstieg der Borussen 2017 in der Saarlandliga aufeinander. Borussia konnte 8 Begegnungen für sich entscheiden, am deutlichsten mit 7:0 im Oktober 2020 im Ellenfeld. Fünf Siege stehen auf dem Konto der Sportfreunde, der höchste mit 6:1 im September 2023 im Stadion an der Burg Bucherbach. Zweimal trennten sich Borussia und Köllerbach unentschieden. 56 Tore fielen in den 15 oft emotionalen und hitzigen Spielen, das sind etwas mehr als der Treffer pro Spiel. In der vergangenen Saison gewann Köllerbach im Ellenfeld mit 2:1, die Borussen blieben dagegen in Köllerbach mit 3:1 siegreich. Im Saarlandligaspiel der Vorrunde erlebten die Zuschauer eine aufregende Dramaturgie der 90 Minuten: Die hoch effizienten Sportfreunde führten zur Pause mit 2:0, kaum einer gab noch einen Pfifferling für die in Partie eins nach dem Abgang von Trainer Jan Berger sichtlich verunsicherten Borussen. Doch die bewiesen eine bemerkenswerte Mentalität und drehten nach dem Seitenwechsel das Spiel: Nach Treffern von Dominik Cullmann (2) und Tobias Jänicke wurde mit 3:2 am Ende doch noch die Ernte eingefahren.

Schiedsrichter des Pokalspiels ist (nach Angaben von fussball.de) Stephan Müller (Foto oben/-jf-). Er pfeift für den SV Stennweiler und hat in der laufenden Saison bereits die Spiele der Borussia gegen den SC Reisbach (3:0) und bei der Sportvereinigung Quierschied (1:0) geleitet, in Quierschied musste er allerdings zur Pause verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Stephan Müller, der bereits seit 1998 als Unparteiischer aktiv ist, wird an den Seitenlinien von den Herren Bahzet Poyras und Markus Kennel assistiert. Wir wünschen dem Schiedsrichterteam eine gute Anreise ins Ellenfeld und eine gelungene Spielleitung! (-jf-)