2:0 gegen Rot-Weiß Hasborn: Hauptsache gewonnen!

Hasborns Lukas Hasenfratz (Eigentor) und Daniel Schlicker bescheren Borussia den dritten Heimsieg in Folge / Die Borussen machten sich das Leben selbst schwer / Björn Klos: „Hätte mehr erwartet!“

Unser Bild: Die Entscheidung auf dem Fuß hat in dieser Szene Sebastian Cullmann (li.), aber der starke Hasborner Keeper Marc Silva fährt die Füße aus und kann parieren. Johannes Gessner (re., Nr. 18) bleibt nur das Zuschauen. (Foto: -jf-)

„Schwere Kost.“ Mit zwei einfachen Worten brachte Björn Klos die 90 Minuten der Borussia gegen Rot-Weiß Hasborn auf den Punkt. Borussias Trainer war unter dem Strich damit zufrieden, „dass wir drei Punkte eingefahren und dabei erstmals nach dem Auftaktspiel in Bischmisheim wieder zu null gespielt haben.“ Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Dennoch war in Björn Klos´ Worten eine gewisse Enttäuschung über das, was er auf dem grünen Rasen gesehen hatte, nicht zu überhören: „Jetzt kann man natürlich sagen: Mund abputzen und weiter geht´s. Aber wir hatten das vergangene Wochenende spielfrei, das Pokalspiel unter der Woche ist ausgefallen, wir haben in intensiven Trainingseinheiten vieles eingeübt, zum Beispiel auch das Ausspielen von Überzahlsituationen. Aber wie wenig das dann umgesetzt wurde, hat mich doch ein bisschen ernüchtert. Ich wage mal zu behaupten, dass wir mit dieser Leistung am nächsten Sonntag in Quierschied nicht gewinnen. Aber gut, nehmen wir jetzt das Positive mit und arbeiten an den Defiziten geduldig weiter.“

In der Tat machten sich die Borussen das Leben schwerer als nötig. Ein bisschen Bauchweh verspürten auch die 450 Fans, solange es zwar hochverdient, aber „nur“ 1:0 stand. Die frühe Führung fiel bereits nach 5 Minuten, als nach einem Eckball von Niklas Allenfort das Leder scheinbar durch Kamil Czeremurzynski vom 5-Meter-Raum aus in Netz bugsiert wurde. Doch bei genauerem Hinsehen entpuppte sich der Treffer als unglückliches Eigentor von Hasborns Abwehrspieler Lukas Hasenfratz, von dessen Oberkörper der Ball ins Netz prallte. Wie dem auch sei: Die Borussia setzte energisch nach und hätten ein paar Minuten später nachlegen müssen, als Vincenzo Accursio eine Hereingabe von Julian Flammann nicht im Tor unterbrachte (9.). Die Borussen blieben zwar spielbestimmend, wirkten aber seltsam uninspiriert. Nachdem Nyger Hunter mit einem Drehschuss vom halbrechts nur knapp über den Querbalken zielte (25.), kamen die Gäste etwas besser ins Spiel. Dominik Jost, der den verletzten Philippe Persch (Muskelfaserriss im Oberschenkel) vertrat, drehte einen Freistoß von Christian Lensch mit den Fingerspitzen noch um den Pfosten. Borussias Keeper stand wenig später bei einem Hasborner Eckball erneut im Mittelpunkt, als er per Faustabwehr klärte. „Ihr müsst Euch bewegen ohne Ball, anspielbar sein. Da steht jeder nur rum. Ihr bettelt um ein Gegentor“, rief ein sichtlich unzufriedener Björn Klos seinen Jungs zu. Die hatten nach gut einer halben Stunde wieder die Chance auf das 2:0, als Vincenzo Accursio in den Strafraum der rot-weißen eindrang und gelegt wurde. Der Gefoulte selbst schoss den Strafstoß Richtung rechts unten aber nicht platziert genug: Marc Silva, der schon früh den an der Schulter verletzten Simon Graf zwischen den Pfosten abgelöst hatte, ahnte die Flugbahn und tauchte das Leder gekonnt ab. Hasborns Torhüter erwies sich auch nach 39 Minuten als Meister seines Faches, als er einen wuchtigen Freistoß von Alexander Jochum aus der bedrohten Ecke fischte. Machtlos war Silva aber kurz vor der Pause, als ein strammer Schuss des wie immer sehr agilen Sebastian Cullmann die Latte in ihren Grundfesten erschütterte. Zuvor hatte sich Nyger Hunter auf der rechten Seite durchgedribbelt und die Lederkugel aufgelegt.

Die Szene vot dem 1:0: Den Eckball von Niklas Allenfort bugsiert Hasborns Lukas Hasenfratz, bedrängt von Kamil Czeremurzynski, ins eigene Tor (oben), Borussia freut sich über einen frühen Führungstreffer (unten). (Fotos: -jf-)

Sebastian Cullmann, der mit einigen Aktionen immer wieder für Überraschungsmomente sorgte, war es dann auch, der nach dem Seitenwechsel gleich zweimal hätte treffen und damit für eine gewisse Spielberuhigung sorgen können. Zunächst wuchtete Borussias Nummer 29 eine Hereingabe von Vincenzo Accursio über das Gäste-Tor (56.), kurz danach scheiterte er mutterseelenalleine vor Marc Silva am reaktionsschnellen Keeper, der sich auch bei Alexander Jochums abgefälschtem Freistoß (68.) und Kamil Czeremurzynski Kopfball (70.) auf dem Posten zeigte. Zuvor hatte Björn Klos durch einen Dreifachwechsel (Roman Torres, Dylan Sodji und Tim Klein kamen ins Spiel) für frischen Wind gesorgt. Torres und der später eingewechselte Joey Perryman vergaben in der Schlussphase gegen den erneut ganz stark reagierenden Marc Silva eine Doppelchance, das Ergebnis zu erhöhen (86.). So blieb weiter ein gewisses Unbehagen, auch wenn die rot-weißen Gäste nur noch selten nach vorne stießen. Die beste Chance hatte dabei Tim Rettenberger, als er nach einem Spielverlagerung auf der rechten Seite freistand und nur ganz knapp verzog (71.). Das Aufatmen der Borussen war bis unter das Tribünendach zu hören! So blieb es dem kampfstarken Daniel Schlicker vorbehalten, den Deckel endgültig draufzumachen: Nach einem Eckball von Roman Torres drosch er ein kurzes Zuspiel von Tim Klein mit aller Entschlossenheit rechts unten ins Hasborner Tor und sorgte dafür, dass die Borussen jetzt seit sechs Spielen (Pokal inklusive) ungeschlagen sind. Letztmals gab es beim 1:3 in Auersmacher eine Niederlage.

Der Deckel ist drauf: Daniel Schlicker nimmt die Gratulation seiner Teamkameraden entgegen, sein zweiter Saisontreffer kurz vor Schluss war die endgütige Entscheidung. (Foto: -jf-)

Ein ungewohntes Gefühl bescherte Björn Klos die zurzeit mit Ergänzungsspielern üppig bestückte Bank: „Ein Gefühl, das ich im Ellenfeld lange nicht mehr hatte. Es erlaubt einem, mit den Einwechslungen neue Impulse zu setzen und Positionen zu tauschen.“ Borussias Coach hatte in der Anfangsformation für Überraschungen gesorgt und Tim Klein und Mentalspieler Dylan Sodji zunächst draußen gelassen. Der Grund: Trainingsbeteiligung. „Ich war immer schon ein Trainer, der gesagt hat: Wer immer im Training ist, Gas gibt und an sich arbeitet, der spielt auch! Das schreibe ich mir auf die Fahne und setze es auch um. Die Mannschaft steht über allem.“ Für den Spruch des Tages allerdings sorgte Björn Klos´ Kollege Heiko Wilhelm: „Allein weil das so schön gespielt war, muss man das weiterlaufen lassen“, kommentierte der 51jährige, der im Übrigen von 1998 bis 2000 auch schon das Trikot der Borussia trug, eine Abseitsentscheidung von Schiedsrichter Marius Backes. Doch der zeigte sich unbeeindruckt und blies in seine Pfeife. (-jf-)

Statistik: Borussia – Rot-Weiß Hasborn 2:0 (1:0)

Borussia: Domini Jost – Daniel Schlicker, Alexander Jochum (ab 63. Dylan Sodji), Nyger Hunter, Marco Dahler, Vincenzo Accursio (ab 63. Tim Klein), Kamil Czeremurzynski, Niklas Allenfort (ab 72. Tim Braun), Christoph Stemmler, Julian Flammann (ab 63. Roman Torres), Sebastian Cullmann (ab 77. Joey Perryman). – Trainer: Björn Klos / Co-Trainer: Özal Acar.

Tore: 1:0 (5.) Lucas Hasenfratz (Eigentor), 2:0 (87.) Daniel Schlicker. – Schiedsrichter: Matius Backes (FSV Hemmersdorf). – Zuschauer: 450. – Gelbe Karte Borussia: Marco Dahler (65.).

Unsere Bilder zeigen Eindrücke vom 2:0-Sieg der Borussia gegen Rot-Weiß Hasborn. (Alle Fotos: -jf-)

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