Ruhe in Frieden, Heinz Hofer!

Unser Bild: Vor rund sechs Jahren war die Borussia am Uhlenkrug bei Schwarz-Weiß Essen zu Gast. Delegationsleiter Jo Frisch (li.) überreichte ETB-Präsident Heinz Hofer ein Gastgeschenk und dankte für die außerordentliche Gastfreundschaft. 85jährig ist das ETB-Urgestein (re.) nun in diesen Tagen verstorben.

Wer im Sommer 2017 von der Borussia bei der Traditionsfahrt an den Essener Uhlenkrug zum ETB Schwarz-Weiß Essen dabei war, dem wird diese Begegnung sicher noch gut in Erinnerung sein. Anlass der Reise war die anlässlich des Stadionfestes 2017 initiierte sportliche Revival-Partie gegen den Pokalfinal-Gegner von 1959. Wie damals (2:5) verloren die Borussen das Spiel mit drei Toren Unterschied (0:3), doch die Einladung und die großzügige Gastfreundschaft an diesem Wochenende, für die neben den Vorstandsmitgliedern der Schwarz-Weißen vor allem Vereinspräsident Heinz Hofer verantwortlich zeichnete, sind bis heute unvergessen. Nun ist das Lebenslicht von Heinz Hofer im stolzen Alter von 85 Jahren erloschen. Borussia trauert mit Schwarz-Weiß Essen und seinem Anhang um Heinz Hofer, der sich durch sein großes Engagement nicht nur um seinen Verein, sondern auch um die Gesellschaft verdient gemacht hat.

Es ist sicher nicht übertrieben, den Verstorbenen als „Mister ETB“ zu bezeichnen. Der ETB Schwarz-Weiß ist sein Lebenswerk. Seit seinem 18. Lebensjahr war er Vereinsmitglied, lief als Stürmer für die zweite Mannschaft auf. Als Fan verfolgte er 1959 21jährig das Pokalfinale seiner Schwarz-Weißen in Kassel gegen die Borussia und freute sich über den 5:2-Sieg. 1967 trauerte er dagegen mit seinem Club wegen des verpassten Bundesliga-Aufstiegs – die Borussia aus dem Ellenfeld schaffte nach dem 2:0-Erfolg im Hinspiel im Ellenfeld durch ein 1:1 am Uhlenkrug statt des ETB den Sprung in die `bel etage´ des deutschen Fußballs. Nach seiner aktiven Zeit engagierte sich Heinz Hofer für die Amateurabteilung am Uhlenkrug. Als am 18. März 1974 die Fußballabteilung als selbstständige Abteilung des Gesamtvereins gegründet wurde, ging Heinz Hofer mit in die Verantwortung und rückte in den Vorstand auf, aus dem er fortan (von einer kurzen Unterbrechung abgesehen) über Jahrzehnte nicht mehr wegzudenken war. Unter seiner Ägide gingen am Uhlenkrug die fußballerischen Sterne der späteren Nationalspieler Oliver Bierhoff und Jens Lehmann auf – zu ihnen hatte Heinz Hofer bis zuletzt Kontakt und konnte sie hin und wieder zur Unterstützung des ETB gewinnen.

Erinnerungen an Heinz Hofer – beim Stadionfest 2017 mit zwei Borussen-Fans (oben), beim Abschied der Borussen-Delegation vom Uhlenkrug (unten). (Archivfotos: -jf-)

Heinz Hofer meisterte in der Vergangenheit so manch brenzlige Situation der ETB-Fußballabteilung durch sein finanzielles und persönliches Engagement. Ob es am Uhlenkrug ohne Heinz Hofer noch Oberligafußball zu sehen gäbe, ist mehr als fraglich. 1999 verabschiedete er sich von den „alten Herren“ des ETB, für er noch viele Jahre „nebenbei“ Fußball spielte. Im gleichen Jahr bekam er die „große Verdienstnadel des DFB“ überreicht. Seinem Engagement ist es auch zu verdanken, dass die ETB-Familie mit der Errichtung eines Clubhauses im Jahre 2000 wieder eine gesellschaftliche Heimat bekam. Am 5. Juli 2004 bekam Heinz Hofer wegen seiner Verdienste für den Essener Fußballsport die Bundesverdienstmedaille überreicht und wurde auf der Jahreshauptversammlung 2007 zum Ehrenmitglied der Schwarz-Weißen, im September 2013 gar zum Ehrenvorsitzenden der Fußballabteilung ernannt. Im Jahr 2019 zollte er dann seiner angeschlagenen Gesundheit Tribut und trat nicht wieder für einen Vorstandsposten an. Im Dezember 2022 erhielt der Mann, der seit Jahrzehnten in einzigartiger Weise den ETB Schwarz-Weiß verkörperte, die goldene Ehrennadel für seine 65-jährige Vereinsmitgliedschaft.

Heinz Hofer war ein sehr vielseitiger Mensch. Nachdem er mit seiner Familie 1954 aus Fulda nach Essen gezogen war, avancierte er nach abgeschlossener kaufmännischer Lehre mit dem Essener Autohaus KaHaGe zu einem der erfolgreichsten Audi-Händler Deutschlands. „Vom Tellerwäscher zum Big-Boss“, hat er selbst seinen beruflichen Werdegang einmal beschrieben. Auch im Essener Karneval war der humorvolle Geschäftsmann aktiv. „Mein Leben teilt sich in vier Bereiche auf. Zur Hälfte gehört es der Firma, zu 25% dem Fußball, nur zu 15% der Familie und zu 10% dem Karneval“, hat Heinz Hofer in der Festschrift zum 100jährigen Jubiläum der ETB-Fußballabteilung im Jahr 2000 festgestellt.

Borussia spricht dem ETB Schwarz-Weiß Essen ihr tiefes Mitgefühl aus und trauert mit den Sportfreunden aus dem Essener Süden um den verstorbenen Ehrenpräsidenten. Keine Frage: Heinz Hofer wird dem ETB, wird dem Essener Fußball fehlen. Doch wenn in den Spielen der neuen Saison – wie schon in den vergangenen Jahren – eine Zaunfahne (Foto oben) im Ellenfeld an die gemeinsame Tradition der Schwarz-Weißen und der Borussen und das Pokalfinale von 1959 erinnert, dann wird sicher auch mancher Gedanke dem verdienten Sportsmann vom Uhlenkrug gelten. Ruhe in Frieden, Heinz Hofer! (-jf-)

1 Kommentar

  1. Hallo Borussia ,

    Danke für die Teilnahname er ist für den ETB nicht zu ersetzen,
    Aber last uns weiter in er In Verbindung bleiben vieleicht Klapp es ja mit ein Spiel
    es wäre auch im sinne vom Heinz
    Gruß aus dem Pott
    Toni Völker

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