Neu in der Saarlandliga (2): Hochkarätiges Personal für Rot-Weiß Hasborn

Saarlandliga-Rückkehrer sorgt schon vor Rundenbeginn auf dem Transfermarkt für Schlagzeilen / Betriebsunfall Abstieg umgehend korrigiert

Unser Bild: Diese Mannschaft schaffte postwendend die Rückkehr in die Saarlandliga und will in der kommenden Saison für Furore sorgen: SV Rot-Weiß Hasborn. (Foto: SV Hasborn Homepage)

Noch ist der erste Ball in der neuen Saarlandliga-Saison noch gar nicht gerollt, da hat sich Aufsteiger SV Hasborn schon die Aufmerksamkeit der Konkurrenz gesichert. Die Verpflichtung der Ex-Profis Martin Dausch (vom 1. FC Saarbrücken) und Christian Lensch (mit Regionalliga-Erfahrung beim FC Homburg, 1. FC Kaiserslautern II und TSG Hoffenheim II) sorgten für Top-Schlagzeilen in den letzten Wochen und sind ein deutliches Signal dafür, dass die Rot-Weißen nach der sofortigen Rückkehr in die höchste Liga des Saarländischen Fußballverbandes (SFV) höhere Ziele anstreben als lediglich den Klassenerhalt.

Dies dokumentiert zudem die Tatsache, dass mit Tim Roob, dem mit 16 Treffer in der Spielzeit 2018/19 erfolgsreichsten Torschützen des Nachbarn VfL Primstal, ein weiterer hochkarätiger Spieler im Waldstadion angeheuert hat. Mit Lukas Hasenfratz (FC Uchtelfangen), Gian-Luca Forkel (U19 1. FC Saarbrücken), Mike Forster (SV Baltersweiler) und Christopher Seibel (SV Wahlen-Niederlosheim) stoßen weitere junge Nachwuchskräfte zum Kader – man darf sehr gespannt sein, wohin die Reise der Rot-Weißen in der neuen Saison geht, die gleich zum Start ein paar harte Nüsse zu knacken haben: Zunächst kommt der letztjährige Tabellendritte SC Halberg-Brebach ins Waldstadion, nach zwei Auswärtsspielen in Eppelborn und bei Oberliga-Absteiger VfB Dillingen erwarten die Schützlinge von Trainer Pascal Bach dann Mitaufsteiger FV Bischmisheim.

Martin Dausch (li.) und Mike Forster (re.) – vielversprechende Neuzugänge im Hasborner Waldstadion. (Foto: SV Hasborn Homepage)

Apropos Pascal Bach: Dass die Hasborner nach dem Abstieg im vergangenen Sommer sich in der Verbandsliga direkt gut zurecht fanden, daran hat vor allem der Trainer großen Anteil. Der 38jährige, der in Köllerbach wohnt, war – als Nachfolger von Michael Warschburger – von der Trierer Eintracht gekommen, bei der er nicht nur die U19 coachte, sondern auch als sportlicher Leiter im BereichU16 bis U19 fungierte. Zuvor hatte Pascal Bach schon als Co-Trainer beim FC Homburg fünf Jahre lang höherklassige Erfahrungen sammeln können. Seine Tätigkeit als Lehrer für Sport und Geschichte am Peter-Wust-Gymnasium in Merzig stattet den Übungsleiter über das Sportliche hinaus mit viel pädagogischem Geschick aus, das er beim SV Hasborn erfolgreich einbrachte. Da nimmt es nicht wunder, dass der sportliche Leiter Tobias Scholl den Vertrag mit Pascal Bach bereits im Dezember 2018 vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängerte. „Pascal leistet großartige Arbeit“, so das mehr als zufriedene Fazit des Hasborner Sportvorstandes.

Verdienter Meister und Aufsteiger – die Fieberkurve ist der Beweis: 23 Spieltage lang führte der SV Hasborn die Tabelle der Verbandsliga an. (Grafik: fupa.net)

An 23 Spieltagen waren die Rot-Weißen Spitzenreiter der Verbandsliga, ab Runde 18 ununterbrochen bis zum Saisonfinale! Erst am neunten Spieltag gab es mit dem 1:3 bei der SG Bostalsee die erste Pleite, anschließend folgten erneut acht Spiele ohne Niederlage. Das 0:1 gegen die SG Thalexweiler-Aschbach sollte das einzige Spiel bleiben, das im heimischen Waldstadion verloren ging. 22 Siege in 30 Spielen sind eine beeindruckende Bilanz. Nach dem 5:2 gegen den VfB Theley stand Hasborn bereits am 28. Spieltag als Meister und Aufsteiger fest, war beste Heim- und Auswärtsmannschaft und stellte mit Lukas Biehl den Torschützen Nummer eins: Mit 31 Treffern und 13 Torvorlagen war der Goalgetter an mehr als der Hälfte der 75 Tore der Rot-Weißen beteiligt! Umso mehr bedauert man es, das Biehl dem Waldstadion jetzt den Rücken kehrt und als Spielertrainer zur SG Oberkirchen/Grügelborn wechselt. Als weiterer wichtiger Baustein im Personalpuzzle erwies sich Johannes Gemmel, der in der Winterpause vom SC Idar-Oberstein zurückgeholt werden konnte. Die Truppe von Pascal Bach ist mit einem Durchschnittsalter von 23,8 Jahren lernwillig und entwicklungsfähig. Die Zuschauer honorierten die guten Leistungen mit beachtlichem Besuch: Fast 300 Fans im Schnitt besuchten die Spiele, gegen Mitabsteiger SG Lebach-Landsweiler (550) und die SG Marpingen-Urexweiler (650) gab es Rekordbesuch!

Viele Arbeitseinsätze ehrenamtlichetr Helfer beim Bau des Kunstrasenplatzes – beim SV Hasborn packen alle mit an. (Foto: SV Hasborn Homepage)

Die Saisonvorbereitung ist gut angelaufen. Bereits die ersten Testspielergebnisse ließen aufhorchen. Dem Süd-West-Verbandsligisten zogen die Nordsaarländer mit 8:1 regelrecht das Fell über die Ohren. „Für ein erstes Testspiel sah das schon richtig gut aus“, freute sich so denn auch Maximilian Alt, der Pascal Bach als Co-Trainer zur Seite steht. Auch beim TSC Zweibrücken hielten sich die Rot-Weißen mit 3:1 schadlos. Zudem ist man außerhalb des sportlichen Bereichs mit allen Kräften dabei, die Infrastruktur zu verbessern. Anstelle des bisherigen Hartplatzes, der einem Baugebiet weichen muss, entsteht derzeit ein neues Kunstrasengelände; hier engagieren sich auch Vereinsmitglieder ehrenamtlich, über 30 Arbeitseinsätze haben mehr als 20 Helfer bereits absolviert. Die energetische Sanierung des Clubheims, in dem für die Mannschaft eine Sauna eingerichtet ist, ist ebenfalls ins Auge gefasst. Bei all dem wird, so auf der Homepage zu lesen, stets auf „die Anbindung der Jugend an den Verein und die Erhaltung einer gesunden finanziellen Basis“ größten Wert gelegt.

Alles in allem stehen rund um das Waldstadion die Zeichen also sehr gut, dass der SV Hasborn wieder an alte erfolgreiche Zeiten anknüpfen kann. Schließlich gehörte der Verein lange Jahre der damals dritt- und viertklassigen Oberliga an, belegte nach dem Abstieg 2011 in die Saarlandliga immer einstellige Tabellenplätze im vorderen Mittelfeld, ehe es im vergangenen Sommer runter ging in die Verbandsliga. Ein Abstieg, der als Betriebsunfall angesehen und postwendend korrigiert werden konnte.

Borussia gratuliert dem SV Rot-Weiß Hasborn zum direkten Wiederaufstieg in die Saarlandliga und freut sich auf eine faire und gute Vorrundenpartie am 12. Spieltag im Hasborner Waldstadion! (-jf-)

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