Mit Dankbarkeit und Vorfreude ins neue Jahr

Harmonischer Neujahrsempfang im VIP-Raum des Ellenfeld-Stadions / Zahlreiche Mitglieder für langjährige Treue und besondere Verdienste ausgezeichnet / OB Jörg Aumann: „Es macht Spaß zur Borussia zu gehen!“

Janus war bei den alten Römern der Gott allen Ursprungs, des Anfangs und des Endes. Sein Name leitet sich vom lateinischen Wort „ianua“ ab – das bedeutet so viel wie Tür oder Tor.  Die bildliche Darstellung des Gottes, der sogenannte Januskopf, hat immer zwei Gesichter: Denn Janus blickt zurück, aber auch nach vorne. Nach ihm ist der Monat Januar benannt – ein Monat, der Anlass gibt innezuhalten und zurückzuschauen, aber auch einen Blick in die Zukunft zu werfen. Rückblick in Dankbarkeit und Vorausschau in Freude: Unter diesen Aspekten begrüßte Borussias erster Vorsitzender Alexander Kunz denn auch zahlreiche Gäste, die anlässlich des Neujahrsempfangs 2024 am vergangenen Sonntag in den VIP-Raum des Ellenfeld-Stadions gekommen waren. Sie erlebten zwei abwechslungsreiche Stunden bei Imbiss, Gespräch und Austausch rund um die Borussia. Zudem wurden verdiente Vereinsmitglieder ausgezeichnet.

 Auch Oberbürgermeister Jörg Aumann und Bürgermeisterin Lisa Hensler hatten es sich nicht nehmen lassen, der Borussia durch ihre Anwesenheit Respekt zu zollen. Vorbereitet hatte die Veranstaltung der Ältestenrat unter Stabführung seines Vorsitzenden Uli Glup und unter tatkräftiger Mitwirkung von Uli Horbach und Ulf Danner. Nach der Eröffnung durch Uli Glup erinnerte Alexander Kunz (Foto oben/-jf-) zu Beginn seiner kurzen Ansprache an das berühmte Zitat des legendären amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy: „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern du selbst für dein Land tun kannst.“ Ein sicher hoch aktueller und bedenkenswerter Gedanke, der – so Alexander Kunz – aber auf ganz unterschiedliche Resonanz stoße: „Manche stellen sich diese Frage nie, andere indessen machen sie buchstäblich zur Richtschnur ihres Handels.“ Auf jeden Fall sei es der Borussia ein wichtiges Anliegen, das Wirken von Menschen zu würdigen, die etwas für andere tun und sich für den Verein engagieren. In diesem Sinne seien die vorzunehmenden Ehrungen in Form der silbernen und goldenen Ehrennadel für langjährige Mitgliedschaft oder besondere Verdienste zu verstehen.

Nach den Auszeichnungen für 25- bzw. 40jährige Mitgliedschaften und für besonderes Engagement zugunsten der Borussia stand vor allem die Ernennung der Ehrenmitglieder im Vordergrund des Empfangs. Dr. Hans Bauer, Mitglied des Ältestenrates (Foto oben), würdigte die dafür ausgewählten Personen in Worten, die erkennen lassen, dass sie das obige Kennedy-Zitat auf ihre Weise beherzigt und ganz viel für ihren Verein getan haben.

So zum Beispiel Wilfried Heidenmann (Foto oben). Der 85jährige ist seit 50 Jahren Mitglied der Borussia und hat früher selbst in der ersten Mannschaft des SV Marpingen Fußball gespielt. „Er war zwar kein Erwin Glod, kein Rudi Dörrenbecher und kein Erich Leist“, so Dr. Bauer in Anspielung auf großartige Spieler der Borussia aus Marpingen, „aber heute würde er immerhin mit der SG Marpingen im Ellenfeld gegen die Borussia spielen.“ Als Direktor der Sparkasse Neunkirchen sei Wilfried Heidenmann dann aber auf dem Kreditsektor für die Borussia ein wichtiger Ansprechpartner geworden, der Ende der 80er-Jahre auch entscheidend zur Übernahme des finanziell arg belastenden Stadions durch die Stadt und damit zur Rettung beigetragen habe. Darüber hinaus sei der Geehrte als Unternehmensberater auch mitbeteiligt gewesen, die Ferraro-Group als Hauptsponsor für die Borussia zu gewinnen. „Ein Mann, der nicht nur redet, sondern auch entsprechend handelt. Ein Freund und väterlicher Ratgeber für die Borussia“, so erwies Sportvorstand Gunther Persch dem neuen Ehrenmitglied großen Respekt.

Sogar seit 60 Jahren gehört Claus Hoppstädter (Foto oben) der Borussia an, hat den Weg vom Jugendfußball bis hin zu den Amateuren im Ellenfeld bestritten. „Zu höheren Weihen hat es zwar nicht gereicht“, so Dr. Bauer in seiner Laudatio, „aber seit vielen Jahren ist Claus Hoppstädter das Verbindungsglied zwischen Verein und Stadt und hat als solches dafür gesorgt, dass das Verhältnis zwischen den beiden Partnern, das nicht immer ungetrübt war, trotz allem intakt geblieben ist.“ Claus Hoppstädter freute sich sehr über die Ehrenmitgliedschaft, betonte aber, „dass der Verein mir viel gegeben hat, und ich eigentlich nur versucht habe, dafür etwas zurückzugeben.“

Besonders großer Beifall brandete im VIP-Raum auf, als Dr. Sebastian Richter zum Ehrenmitglied ausgerufen wurde (Foto oben). Seit 1997 ist er Borussen-Mitglied, engagiert sich als Mannschaftsarzt, „und das, ohne auch nur einen Cent dafür in Rechnung zu stellen. Auch die medizinischen Mittel werden von ihm zur Verfügung gestellt. Das Besondere dabei: Sebastian Richter ist gleichzeitig Vorsitzender der Fußballabteilung des TuS Herrensohr, also eines Konkurrenten der Borussia in der Saarlandliga“, begründete Dr. Bauer, warum die Wahl auf den auf saarländischen Sportplätzen bestens bekannten und stets hilfsbereiten „Doc“ gefallen ist.

Ein besonderes Signal hat auch Gerhard Alsfasser gesetzt. Der frühere Präsident der Borussia, der wegen des Geburtstages seiner Enkelin nicht anwesend sein konnte, hatte im Herbst des vergangenen Jahres anlässlich seines 80. Geburtstages bei seinen Gästen eine Spendenaktion ins Leben gerufen und der Borussen-Jugend die stolze Summe von 1550,- Euro übergeben. Nicht der einzige Verdienst um den Traditionsclub aus dem Ellenfeld, wie Dr. Bauer weiter ausführte: „Gerhard Alsfasser ist 60 Jahre Borussen-Mitglied und engagierte sich lange als Obmann der Schiedsrichtergruppe Neunkirchen. Was viele nicht wissen: Der leidenschaftliche Lehrer initiierte Anfang der 80er-Jahre eine nachmittägliche Aufgabenbetreuung für die Jugendspieler der Borussia im Ellenfeld und betreute die Jungs zweimal in der Woche dienstags und donnerstags von 14 bis 16 Uhr. Eine Aktion, die damals für einiges Aufsehen im Saarland sorgte.“ Darüber hinaus scheute sich Gerhard Alsfasser nicht, in schwerer Zeit Verantwortung als Präsident zu übernehmen. Dr. Bauer erinnerte in diesem Zusammenhang an die Insolvenz und das rettende Pokalspiel gegen Bayern München 2003: „Gerhard Alsfasser hat seinem Nachfolger Matthias Woll trotz der prekären Situation ein Guthaben von 165.000 Euro hinterlassen.“

Sichtlich überrascht war Gunther Persch (Foto oben), als er aus den Händen von Alexander Kunz die Urkunde zur Ehrenmitgliedschaft erhielt.. Dr. Bauer zeigte sich in seiner Würdigung beeindruckt von der Ehrlichkeit, Klarheit und Geradlinigkeit, mit der derzeitige Sportvorstand die Borussia seinerzeit aus schwierigen Verhältnissen heraus wieder auf Kurs gebracht und konsolidiert habe. Dr. Bauer nannte die herausragende Arbeit der Jugendabteilung, die harmonische Vorstandsarbeit, den sportlichen Erfolg und die Begeisterung und Unterstützung einer Fan-Schar, wie er sie lange nicht mehr erlebt habe, als Beispiele für die unter Gunther Persch angestoßene positive Entwicklung hin zu einem intakten Verein. Der Geehrte nutzte die Gelegenheit, an alle Borussen zu appellieren, „die einmalige Chance, die uns das Pokalspiel gegen den 1. FC Saarbrücken bietet, zu nutzen: Wir gehen von vielleicht 7000, 8000 Zuschauer aus. Für die Mannschaft wird es ein großartiges Erlebnis, vor einer solchen Kulisse im Stadion zu spielen. Aber im Drumherum müssen wir alle liefern! Jeder, der kann, muss bereit sein mitzumachen und zu helfen.“ Den derzeitigen Erfolg wollte Gunther Persch aber nicht allein für sich beanspruchen: „Ich bedanke mich bei allen Spielern. Ich sehe hier Akteure, die schon seit Jahren dem Verein trotz mancher Probleme die Treue gehalten haben. Auch unsere neuen Spieler sind mit Herzblut dabei. Und wir haben einen Trainer, der das Ganze vorlebt und an dem sich alle ein Beispiel nehmen können“, zollte der Sportvorstand seinem ganzen Team ein Riesenlob.

Dass die Führung eines Vereins viel Lust, aber auch viel Frust mit sich bringt, davon wusste aus eigener Erfahrung zu guter Letzt Oberbürgermeister Jörg Aumann (Foto oben) in seinem Grußwort an die Borussen zu berichten. Deshalb dankte das Stadtoberhaupt, das erste seit Friedel Regitz (OB von 1966 bis 1971), das wieder Mitglied der Borussia ist, dem Vorstandsteam um Alexander Kunz und Gunther Persch ausdrücklich für das große Engagement: „Das Beste, was der Borussia in den letzten Jahren passiert ist.“ Für die Borussen gelte es, einen schwierigen Spagat zu meistern: Einerseits das historische Erbe zu bewahren, sich aber andererseits auch zukunftsorientiert zu positionieren. Das erfordere viel Kärnerarbeit. Besonders erfreut zeigte sich Jörg Aumann „über die Wiederbelebung der Jugendabteilung. Das schätzen wir in der Politik ganz besonders. Denn wenn 200 Jugendliche in einem Verein Sport treiben und betreut werden, dann erspart uns viel Sozialarbeit!“ Deshalb werde man, so Jörg Aumann weiter, auch weiterhin im Rahmen der Möglichkeiten die Borussia unterstützen. „Ich wünsche dem Verein ein gutes Jahr 2024. Ich freue mich auf das Top-Spiel gegen Saarbrücken und kann nur sagen: Macht weiter so! Es macht Spaß zur Borussia zu kommen!“

Das Schlusswort der Veranstaltung gehörte wieder dem Ältestenrat, in dessen Namen Uli Glup (Foto oben) allen, die an der Organisation des zweifellos gelungenen Neujahrsempfangs beteiligt waren, herzlich dankte, ehe eine Bildpräsentation mit zahlreichen Action-Fotos von den Spielen der Vorrunde 2023/24 nicht nur ein emotionales Finale setzte, sondern bei allen Anwesenheit Vorfreude und Appetit auf mehr weckte. Ganz im Sinne des römischen Janus: Rückblick in Dankbarkeit, Blick nach vorne in Zuversicht und Vorfreude! (-jf-)

Geehrt wurden folgende Mitglieder (jeweils in alphabetischer Reihenfolge):

Mit der silbernen Ehrennadel für 25jährige Mitgliedschaft:

Dirk Dollmann, Karsten Düppre, Kurt Düppre, Volker Fröhlich, Christian Kage, Rolf Lang, Domenico Nigro, Eric Perrin, Christian Petry, Petra Schirra, Hanno Schmitt, Peter Schneider, Attila Serr, Christoph Serr, Dennis Serr, Mathilde Serr, Manfred Tatsch, Uwe Wamprecht, Josef Wöllert.

Mit der silbernen Ehrennadel für besondere Verdienste:

Jörg Eisenhuth, Philippe Persch.

Mit der goldenen Ehrennadel für 40jährige Mitgliedschaft:

Eric Hör, Rolf Hoffmann, Michael Nürnberger, Christian Zepp.

Mit der goldenen Ehrennadel für besondere Verdienste:

Jo Frisch, Christian Müller, Heinz Petri.

Zu Ehrenmitgliedern wurden ernannt:

Gerhard Alsfasser, Wilfried Heidenmann, Claus Hoppstädter, Gunther Persch, Sebastian Richter. (-jf-)

Unsere Bilder zeigen Eindrücke vom Neujahrsempfang 2024 und den vorgenommenen Ehrungen. (Fotos: -jf-)

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