Last-minute-Punkt beim FC Rastpfuhl

Loic Matukangas erstes Saisontor rettet in der Nachspielzeit das 1:1 / Hoher Ballbesitz, aber ohne Esprit im Offensivspiel / Derzeit nur Platz 11 in der Rückrundentabelle

Unser Bild: Unterwegs ins Netz zum 1:1-Ausgleich ist der Schuss von Loic Matukanga (rechts, Nr. 27), der sich Rastpfuhls Torwart Tobias Knapp ausgeguckt hat und eiskalt vollstreckt. (Foto: Susi Welter)

Ein frühes und ein ganz spätes Tor sorgten im Stadion Knappenroth am Sonntagnachmittag für das 1:1-Endresultat zwischen dem FC Rastpfuhl und der Borussia. Niko Culum hatte die ersatzgeschwächt angetretenen Gastgeber mit seinem dritten Saisontor bereits nach 7 Minuten in Führung gebracht, der eingewechselte Loic Matukanga verhinderte mit seinem Last-minute-Treffer in der Nachspielzeit Borussias elfte Saisonniederlage. Von Zufriedenheit aber in beiden Lagern keine Spur – der FC Rastpfuhl musste sich über den Verlust zweier im Abstiegskampf äußerst wichtiger Punkte ärgern, Borussia über eine erneut blasse und ideenlose Vorstellung. Mit nur 9 Punkten bleiben die Borussen in der Rückrundentabelle in der unteren Hälfte (Rang 11) hängen.

Andererseits: Der SV Rohrbach knöpft dem hochfavorisierten SV Auersmacher beim 2:2 einen Punkt ab, ja hat den Gast sogar am Rande einer Niederlage. Der FV Schwalbach fügte vor Wochenfrist der „Übermannschaft der Liga“, der U21 der SV Elversberg, mit 3:1 eine unerwartete und bittere Schlappe zu – die Saarlandliga ist immer wieder für eine Überraschung gut. Dies soll und kann jedoch nicht das enttäuschende Auftreten der Borussia in den letzten Wochen entschuldigen oder schönreden. Das sieht auch Björn Klos so, der „nach dem, was bei uns in der letzten Woche passiert ist, eigentlich ein anderes Auftreten erwartet hatte. Wir hatten 80 Minuten Ballbesitz, aber nichts daraus gemacht, ohne Elan und Ideen gespielt. Dem Gegner hat es genügt, sich auf seine speziellen Stärken zu besinnen. Das hat er gut gemacht, hätte damit sogar fast gewonnen. Aber wir haben es ihm auch leicht gemacht, kamen kaum zu Torabschlüssen“, lautet die Bilanz des Borussen-Trainers.

Der FC Rastpfuhl, der auf einige Stammspieler verzichten musste, lebte bis zum Schluss von der frühen Führung, als Niko Culum nach einer Flanke von Jury Vullo aus dem Halbfeld mutterseelenallein vor dem Borussen-Tor auftauchte und per Kopf Marcel Sommer keine Chance ließ (7.). „Beim Rausschieben haben da ein, zwei unserer Defensivspieler geschlafen und die beabsichtigte Abseitsstellung des Torschützen aufgehoben“, so Björn Klos. Rastpfuhls Calogero Raia traf nach 13 Minuten das Außennetz, und kurz vor der Pause parierte Marcel Sommer, der ansonsten kaum geprüft wurde und einen ruhigen Nachmittag verbrachte, einen Freistoß von Ibrahim Iftikhar (44.). Borussias hoher Ballbesitz verpuffte, die Männer aus dem Ellenfeld waren im Offensivspiel einfach nicht zwingend genug.

Torgelegenheiten blieben auf beiden Seiten auch im zweiten Durchgang Mangelware. Borussia tat sich nach wie vor schwer, Gefahr bringende Situationen zu kreieren. In der Schlussphase zielte zunächst Rastpfuhls Spielertrainer Mirza Mehmedovic über das Tor (74.), Alexander Teigermer (83.) machte es ihm nach, ehe Tom Fink per Kopfball das Tor verfehlte und Tobias Knapp im Tor der Gastgeber gegen Tim Klein das Leder festhielt (86.). Als trotz der gelb-roten Karte für Rastpfuhls Thorsten Heinrich (90.+2) die 150 Zuschauer bereits mit dem fünften Heimsieg des FCR rechneten, schlug der erst kurz zuvor für Alexander Teigermer eingewechselte Loic Matukanga zu: Nach der einzig nennenswerten Spielkombination über fünf Stationen landete der Ball bei Daniel Schlicker, den der diesmal als Kapitän fungierende Mittelfeldspieler auf Loic Matukanga durchsteckte. Der Winterneuzugang der Borussia war auf der rechten Seite durchgebrochen, behielt die Übersicht und schickte das Leder kalt wie eine Hundeschnauze an Torwart Tobias Knapp vorbei ins lange Eck. Die Freude über sein erstes Saisontor war groß, nicht nur beim Torschützen, sondern auch bei Björn Klos: „Den Treffer hat er sich redlich verdient“, so der Borussen-Coach.

Trotz der erneut dürftigen Leistung gibt die derzeitige Saisonphase dennoch für Trainer und Sportvorstand wichtige Aufschlüsse für die kommende Spielzeit. „Tabellarisch ist für uns die Luft raus. Doch gerade jetzt schauen wir deshalb genau hin. Nicht alle, die das Borussen-Trikot tragen, zeigen Charakter und Leistungsbereitschaft und sollten das, was sie auf den Platz bringen, mal kritisch hinterfragen“, deutet Björn Klos personelle Konsequenzen für die nächste Saison an. In Rastpfuhl waren dem Coach die Hände gebunden: Neben Jonas Merhej saßen mit Tim Klein und Loic Maukanga nur noch zwei Spieler auf der Bank, von denen die beiden Feldspieler dann auch zum Einsatz kamen. Die nächste Gelegenheit es besser zu machen und rechtzeitig vor dem Pokalhalbfinale gegen die SV Elversberg (1. Mai, 15.00 Uhr) in die Erfolgsspur zurückzukehren, haben die Borussen am Ostermontag (22. April) im Ellenfeld gegen die Sportfreunde Rehlingen/Fremersdorf, die – wie der FC Rastpfuhl tief im Abstiegsschlamassel stecken, anschließend steht am darauffolgenden Samstag (27. April) gleich das nächste Heimspiel gegen einen Titelfavoriten, den SC Halberg-Brebach, an – zwei völlig unterschiedliche Aufgaben für die Klos-Männer! (-jf-)

Unsere Bilder vermitteln Eindrücke vom Spiel der Borussia in Rastpfuhl. (Fotos: Susi Welter)

Borussia in der Statistik

Unsere Mannschaft: Marcel Sommer – Tom Fink, Nino Kannengießer, Waldemar Schwab, Marco Dahler, Yannick Bach, Daniel Ruschmann (ab 71. Tim Klein), Daniel Schlicker, Furkan Erdogan, Kevin Saks, Alexander Teigermer (ab 87. Loic Matukanga). – Unser Trainer: Björn Klos.

Tore: 1:0 (7.) Niko Culum, 1:1 (90.+3) Loic Matukanga. – Schiedsrichter: Tobias Ewerhardy (Wahlen-Niederlosheim). – Zuschauer: 150. – Gelbe Karten Borussia: Marco Dahler (70.)

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