Kein Ausruhen bei unbequemen Rastpfuhlern

Unser Bild: Borussia wird sich am Sonntag beim FC Rastpfuhl auf eine kampfbetonte sportliche Begegnung einstellen müssen. Das war auch im Hinspiel nicht anders, wie diese Szene zeigt, in der sich die Borussen Kamil Czeremurzynski und Mo Benghebrid mit Rastpfuhls Ram Jashari (34) und Christoph Müller (29) auseinandersetzen. Im Hintergrund beobachten Nino Kannengießer (li.) und Nivarsan „Nisse“ Tharumakulenthiram die Situation. (Archivfoto: -jf-)

Wenn Borussia am kommenden Sonntag (14. April) zum FC Rastpfuhl reist, wird sich manch einer vielleicht fragen, wie der im Norden der Kernstadt Saarbrücken liegende Ortsteil zu seinem auf den ersten Blick seltsam anmutenden Namen kam. Ein Blick ins online-Lexikon „wikipedia“ bietet interessanten Aufschluss. Demnach hat der Rastpfuhl seinen Ursprung im heutigen Zentrum, in der kleinen Senke um die Straße „Rastpfuhl“. Dort befand sich wahrscheinlich eine Raststelle mit Pferde-Tränke (Pfuhl). Der Name Rastpfuhl taucht zum ersten Mal in einer Karte von 1763 auf. Eine andere Deutung besagt, dass sich der Name vom früheren Rastbach ableitet. Wie dem auch sei: An eine gemütliche Rast ist am Sonntag, wenn der Ball im Stadion Knappenroth rollt, für die Borussen sicher nicht zu denken. Denn der Gastgeber steckt mitten im Abstiegskampf und wird um jeden Zentimeter Kunstrasen kämpfen. Wie das funktioniert, konnten die unbequemen Rastpfuhler bereits im Hinspiel im Ellenfeld unter Beweis stellen, als sie Borussia einen Punkt abknöpften. Anbei die letzten Informationen vor der Partie, die zur klassischen Sonntagsanstoßzeit um 15.00 Uhr beginnt.

Der Gegner aus Rastpfuhl sorgte im letzten Sommer für Furore. Der zweite Aufstieg in drei Jahren spülte die Mannschaft aus dem Stadtteil Malstatt hinauf bis in die Saarlandliga. Wesentlicher Grund: „Der über Jahre hinweg gereifte Zusammenhalt, der uns ausgezeichnet hat“, so Trainer Christian Puff, der den FC seit 2014 betreut und gemeinsam mit dem im Sommer 2016 nach Rastpfuhl gekommenen Mirza Mehmedovic immer noch als Spieler aktiv ist. Der Stürmer (Puff) und der Abwehrspieler (Mehmedovic) ergänzen sich ideal, freuten sich vor Saisonbeginn über das Abenteuer Saarlandliga und gaben sich überzeugt davon, sich etablieren zu können. Nicht zuletzt auch deshalb, weil man sich mit Ram Jashari (SV Ritterstraße), Marcel Noll (Wiesbach), Bilal da Luz (aus Bous), Plamen Petrov (vom SC Brebach) und Patrick Wöber (aus Bübingen) qualitativ hochwertig und gezielt verstärken konnte. Und genauso sah es in den ersten Spielen dann auch aus. Rastpfuhl trumpfte auch gegen die Spitzenteams auf, holte in Köllerbach (2:2) ebenso was Zählbares mit wie beim amtierenden Meister in Herrensohr (3:3) oder auf eigenem Gelände gegen Elversberg II (2:2). Gegen Oberliga-Absteiger FV Eppelborn gelang sogar ein 3:2-Sieg. So belegte der spielstarke Neuling nach 12 Runden als bester Aufsteiger einen mehr als respektablen achten Tabellenplatz! Doch danach ging es kontinuierlich bergab. In den letzten 16 Spielen gab es nur noch einen Sieg (im November 2018 immerhin ein 1:0 in Eppelborn!) – die Folge: Das Abrutschen bis auf den 16. Platz. Eine Ursache: Der FCR hat mit 30 erzielten Treffern die schwächste Offensive der Liga. Ram Jashari (8), Calogero Raia (7), Marcel Noll (5) und Stefan Kaeding (4) erzielten allein 24 davon! Die Mannschaft, die im Schnitt knapp 26 Jahre alt ist, konnte auf eigenem Platz doppelt so viele Punkte (14) gewinnen wie auswärts.

Die Ausgangssituation setzt die Gastgeber aus Rastpfuhl stark unter Druck. Gerade weil es in sämtlichen Partien nach der Winterpause noch keinen einzigen Punkt gab und zudem die „Sechs-Punkte-Spiele“ gegen die unmittelbaren Tabellenrivalen SV Rohrbach (1:2) und in Rehlingen (0:3) verloren gingen, heißt es für den FC gegen die Borussia: Verlieren verboten! Doch auch bei den Borussen läuft es zurzeit nicht rund. Aus den letzten zehn Spielen nach dem 2:1 gegen Schwalbach Ende Oktober gab es nur noch zwei Siege. Lichtblick: Das Erreichen des Halbfinales im Sparkassenpokal Saar. Zweifellos hat die Mannschaft von Björn Klos nach dem frustrierenden 1:4 im Ellenfeld vor Wochenfrist gegen die U23 des FC Homburg noch etwas gutzumachen. „Das war die schlechteste Leistung, seit ich bei der Borussia das Traineramt übernommen habe“, hatte Björn Klos nach der Partie gesagt und gleichzeitig die Sinnfrage gestellt. Die Spieler sind jetzt gefordert, mit einer ansprechenden Leistung ihren engagierten Trainer nicht im Regen stehen zu lassen. Sowohl Björn Klos als auch die Fans erwarten eine sichtbare Reaktion, auf die man in Rastpfuhl gespannt sein darf. Obwohl die restlichen Spiele angesichts der Tabellenposition für die Borussen mehr oder weniger „Pflichtfreundschaftsspiele“ darstellen, gilt es doch für den einen oder anderen, sich mit Blick auf die neue Saison zu beweisen und Charakter zu zeigen. „Gerade in der jetzigen Situation werden wir genau hinschauen“, sagt Björn Klos, der gemeinsam mit Sportvorstand Gunther Persch mitten drin ist in den Planungen für die kommende Spielzeit. Insgesamt also Voraussetzungen, die auf eine hart umkämpfte Partie hindeuten!

Das Hinspiel im Ellenfeld endete 2:2. In einer ersten Halbzeit, in der Borussia keinen Zugriff aufs Spiel bekam, hatte Ram Jashari die Gäste in Führung gebracht (27.), die Marcel Noll per Foulelfmeter nach 34 Minuten hätte ausbauen können. Doch Philippe Persch tauchte im Borussen-Tor in die richtige Ecke und hielt Borussia im Spiel. Nach dem Wechsel in ganz anderes Bild. Die Borussen setzten die Gäste mächtig unter Druck und provozierten Fehler, die Kevin Saks binnen fünf Minuten gleich zweimal nutzte (50. / 55.) und die Partie drehte: 2:1! Doch die Führung hielt nicht lange. Nur drei Minuten später war Borussias Defensive bei einem Eckball von Patrick Wöber leicht desorientiert, so dass die Lederkugel vorbei an Freund und Feind zum Ausgleich ins Netz kullerte. Am Ende hatte sich der Aufsteiger aus Rastpfuhl den einen Punkt redlich verdient.

Borussias Personalsituation lässt Björn Klos nach wie vor nicht viel Spielraum. „Jens Kirchen wird wohl ausfallen. Mo Benghebrid ist noch nicht so weit, Tim Cullmann wird uns noch zwei Wochen fehlen. Auch ein Einsatz von Philippe Persch macht keinen Sinn, er ist nicht schmerzfrei“, so die Bilanz von Borussias Trainer, der im Tor möglicherweise dem im September letzten Jahres von der SSVG Hangard gekommenen Marcel Sommer eine Chance gibt: „Marcel hat fleißig trainiert und sich einen Einsatz verdient.“ Mit dabei ist wieder Waldemar Schwab, der gegen Homburg wegen seiner standesamtlichen Trauung fehlte.

Schiedsrichter des Spiels in Rastpfuhl ist (nach Angaben von fussball.de) Tobias Ewerhardy.  Der 18jährige, der für den SV Wahlen-Niederlosheim pfeift, ist eine große Nachwuchshoffnung der Schiri-Gruppe Merzig und hat durch gute Leistungen im letzten Sommer den „Aufstieg“ in die Saarlandliga geschafft, wo er jetzt bereits 12 Spiele geleitet hat. Ein Spiel der Borussia hat er in der Vorrunde beim 0:0 im Waldstadion gegen die U23 des FC Homburg geleitet, auch beim Pokalsieg in Quierschied (3:0) lautete der Unparteiische Tobias Ewerhardy. In Partien mit Rastpfuhler Beteiligung war Tobias Ewerhardy bereits dreimal an der Pfeife tätig (beim 4:2 in Bübingen, beim 0:1 in Auersmacher sowie beim 0:6 in Elversberg). Als Assistenten stehen bereit Sven Vilagos und Manuel Olmscheid an den Seitenlinien. Wir wünschen dem Schiedsrichtergespann eine gelungene Spielleitung!

Navigationsadresse für die Borussen-Fans: Sportanlage Knappenroth, Im Knappenroth, 66113 Saarbrücken-Rastpfuhl. (-jf)

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