„Go, Borussia, wir lassen 1000 Fahnen weh´n“

„Go Borussia, zusammen steh’n und Siege seh’n, go Borussia, wir lassen 1.000 Fahnen weh’n!“ Ganz im Sinne des Vereinslieds der Borussia hatten die Fans aus dem Ellenfeld am heutigen Samstag die Partie gegen den VfL Primstal zum Fahnenspiel ausgerufen. Viele waren diesem Ruf gefolgt – schon lange vor dem Anpfiff war die Ferraro-Sportarena mit Zaunfahnen geschmückt.

Hüttenjungs, Schwarze Teufel, Gard Noire und City-Service waren vertreten, ein Banner beschwor im Gedenken an den größten Erfolg in der langen Geschichte der Borussia, das Pokalfinale von 1959, die Verbindung zum traditionsreichen Gegner ETB Schwarz-Weiß Essen, ein anderes griff die alte Bezeichnung der Borussia als „Schalke des Südwestens“ auf. Hessen und das Ruwertal waren dabei. „Vetus vitae amorem“ war in Latein auf einer weiteren Zaunfahne zu lesen: „Alte Liebe lebt“ oder „Alte Liebe meines Lebens“ in der Sprache der alten Römer.

Als die Mannschaften den Kunstrasen betraten, wurden auch die Schwenkfahnen ausgepackt: Ob groß oder klein ob schwarz oder weiß oder gar im Blau-Schwarz und Gold der Unterstützer aus dem Saarbrücker Ludwigspark, ob längsgestreift, quergestreift oder kariert – sie alle ergaben gemeinsam ein buntes, farbenfrohes Bild und signalisierten der Mannschaft die bedingungslose Unterstützung der Fans. Auch aus einem Fenster der Haupttribüne wurde die Identifikation mit dem VfB Borussia gezeigt, und Uli Glup, der eigens zum Spiel aus seinem Wohnort im rheinhessischen Jugenheim angereist war, hatte seine alte Fahne mitgebracht: „Aus den 70er-Jahren, da sind Flecken drauf, von denen willst du gar nicht wissen, wo sie herkommen“, scherzte der Vorsitzende des Ältestenrates der Borussia. Der langjährige Fan Wolfgang Stuppi zeigte derweil auf seinem selbstgenähtem Stoff voller Stolz zahlreiche Autogramme früherer und heutiger Borussen-Granden. Der legendäre Borussen-Leo hätte seine helle Freude gehabt!

Bis zum Schlusspfiff hatten alle diejenigen, die es mit der Borussia hielten, noch unerwartet bange Minuten zu überstehen, ehe Schiedsrichter Jörg Probst nach 95 Minuten die Partie beendete und alle zusammen den hart erkämpften, aber verdienten 3:2-Sieg, den Tim Klein, Ralph Smith und Dominik Cullmann herausgeschossen hatten, mit einem Tänzchen und dem Gruppenfoto gebührend feiern durften. Kein Wunder, dass Trainer Christian Schübelin und seine Jungs mit der Sonne um die Wette strahlten. 26 Punkte nach 12 Spielen – so viel wie noch nie auf dem Konto der Borussia in Saarlandliga-Zeiten. Wo mag die Reise in dieser Saison hingehen? Man darf gespannt sein.

Kleiner Wermutstropfen im Freudenbecher: Die Zuschauerzahl. Lediglich 202 zahlten an den Kassen des Ellenfelds ihren Obulus. Trotz bislang toller Leistungen, trotz des herausragenden Tabellenplatzes (punktgleich mit dem Spitzenreiter), trotz der guter Stimmung, trotz des Sonnenscheins. Diese Mannschaft, die viel Willen, Leidenschaft und Spielfreude zeigt, hat mehr Publikum verdient. Es wird Zeit, dass die Neunkircher ihre alte Liebe zur Borussia wieder entdecken!  

Der ausführliche Spielbericht folgt morgen.

Unser Bilderreigen zeigt ein paar Stimmungseindrücke vom Fahnentag der Borussen-Fans im Ellenfeld. (Fotos: -jf-)

4 Kommentare

  1. 202 Zuschauer!
    Es wird Zeit, dass wir wieder dort spielen wo wir hingehören. Am 19.10. jährt sich die Platzsperre des Ellenfeld-Stadions wegen einer Rasenerneuerung mit Beregnungsanlage ohne Regenwasserrückgewinnung. Das ist keine Glanzleistung der verantwortlichen Akteure (Vorstand ausgeschlossen).

    Über diese Fahnenaktion hätte sich „Unser Ellenfeld sicher gefreut“.

    Hoch lebe Eisen und Unser Ellenfeld, mehr als nur ein Stadion ⚒🏟⚒
    Prof. Dr. Jens Kelm
    Mitglied im ÄR der Borussia
    Stadiongesellschaft Ellenfeld
    ELLENFELD e.V.

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