Eine Nullnummer der besseren Sorte

Borussia in starker Anfangsphase ohne Fortune / Philippe Persch entschärft Foulelfmeter / Homburg mit fünf Spielern aus Regionalliga-Kader

Unser Bild: Parierte einen Foulelfmeter von FCH-Kapitän Tim Klotsch und hielt die Null für Borussia: Torhüter Philippe Persch. (Foto: -jf-)

Von Jo Frisch

2:2, 1:1, 0:0 – auch im dritten Aufeinandertreffen zwischen der U21 des FC Homburg und der Borussia in der Saarlandliga gab es keinen Sieger. Bei den Borussen stand zum zweiten Mal in dieser Saison die Null – sowohl vorne als auch hinten. Björn Klos erlebte im Waldstadion in seinem 36. Spiel auf der Borussenbank das dritte torlose Remis, seit er vor mehr als einem Jahr das Traineramt im Ellenfeld übernahm. Hinter all diesen statistischen Fakten stand aber gestern ein „0:0 der besseren Sorte, das angesichts der zahlreichen Torgelegenheiten beider Mannschaften genauso gut 2:2 oder 3:3 hätte lauten können und unter dem Strich ein gerechtes Resultat war“, wie Borussias Übungsleiter befand.

Anteil an der Nullnummer hatte auch Borussias Keeper Philippe Persch, der nach zehn Minuten einen Foulelfmeter von Homburgs Kapitän Tim Klotsch parierte, nachdem Patrick Seidel gegen Angreifer Sven Sellentin den berühmten Schritt zu spät gekommen war. Auch den Nachschuss konnte Philippe Persch in Kooperation mit Kamil Czeremurzynski erfolgreich abblocken. Zu diesem frühen Zeitpunkt hätte Borussia allerdings schon führen können, ja müssen. Denn die Klos-Schützlinge waren furios gestartet. Hellwach und zielstrebig agierten die Borussen, als ob sie die Gastgeber überrollen wollten. Noch keine zwei Minuten waren gespielt, als Furkan Erdogan allein auf das Tor von Eric Höh zustürmte und sein Schuss vom Innenpfosten wieder ins Spielfeld zurückprallte. Wenig später senkte sich ein Eckball von Daniel Ruschmann über die erste Abwehrreihe des FCH hinweg auf Kevin Saks, der das Leder mit der Brust an die Latte bugsierte, der Nachschuss wurde auf der Torlinie abgewehrt. Kurz danach legte Kevin Saks nach Balleroberung und schnellem Umschaltspiel den Ball in der Homburger Box quer – der herbeigeeilte Furkan Erdogan rauschte denkbar knapp vorbei. „Ein 1:0 in dieser Phase wäre nicht nur verdient gewesen, sondern hätte uns sehr gut getan“, trauerte Björn Klos den guten Chancen nach, wobei natürlich auch Glücksgöttin Fortuna bei den Alu-Treffern den Borussen nicht ganz zugetan erschien.

Nach dem verschossenen Foulelfmeter versuchten die Gastgeber das Heft zunehmend in die Hand zu nehmen. Philippe Persch war nach einem Kopfball von Wunn auf dem Posten (22.), ein Kopfball von Valdrin Dakaj  verfehlte das Borussentor knapp. Aber auch Borussia war präsent, setzte immer wieder Nadelstiche. So parierte FCH-Keeper Höh einen Kopfball von Kevin Saks (34.), ehe Sven Sökler auf der anderen Seite freistehend vergab (38.). Auf diese Weise endete eine durchaus ansehnliche, weil abwechslungs- und temporeiche erste Halbzeit torlos, obwohl sich beiden Teams Möglichkeiten zur Führung geboten hatten. Nach dem Seitenwechsel verflachte die Partie, beide Defensivreihen standen nun bombensicher, so dass sich die Mannschaften weitgehend neutralisierten und sich das Spielgeschehen meist im Mittelfeld abspielte. „Wir haben da nicht mehr konsequent und mutig genug nach vorne gespielt“, bemängelte Björn Klos. So waren Torchancen Mangelware. Für Homburg vergaben Lickert und Wunn, Borussia bot sich kurz vor Schluss die Gelegenheit zum „lucky punch“, als nach einem Konter über den eingewechselten Tim Cullmann, der auf der rechten Außenbahn auf und davon gegangen war, Kevin Saks alleine vor dem Tor das Leder über den Spann rutschte und nur ans Außennetz ging.

Dennoch war Björn Klos mit Spiel und Ergebnis gegen einen starken Gegner, der neben den 3.Liga- und regionalligaerfahrenen Sven Sökler und Sven Sellentin mit Luca Plattenhardt, Marco Philipp Wunn und dem eingewechselten Michael Müller drei weitere Spieler aus dem Profi-Kader von Jürgen Luginger auf dem Feld hatte, nicht unzufrieden: „Wenn man sieht, was mein Kollege Andreas Sorg alles auf den Platz geschickt hat, haben wir ein gutes Spiel gemacht. Angesichts vieler unnötiger Gegentore ist es positiv zu bewerten, dass wir hinten zu null gespielt haben. Dass mit dem wieder genesenen Marco Dahler die bewährte Achse in der Defensive wieder komplett war, hat dabei sicher auch eine bedeutende Rolle gespielt“, so das Fazit des Borussen-Trainer, der es „extrem schade fand, dass wir uns in einer starken Anfangsphase nicht mit dem Führungstor belohnt haben.“

Borussia in der Statistik

Unsere Mannschaft: Philippe Persch, Kamil Czeremurzynski, Nino Kannengießer, Patrick Seidel, Waldemar Schwab, Patrick Seidel, Furkan Erdogan (59. Tom Fink), Yannick Bach (90. Mohammed Benghebrid), Daniel Schlicker, Daniel Ruschmann (80. Tim Cullmann), Kevin Saks. – Unser Trainer: Björn Klos. – Tore: Fehlanzeige. – Schiedsrichter: Tobias Ewerhardy (Losheim am See). – Zuschauer: 220. – Gelbe Karten Borussia: Kevin Saks (29.), Yannick Bach (43.).

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