Die Leistung von Theley in „Zweebrigge“ bestätigen

Ein paar Informationen zum morgigen Testspiel und zum Gegner TSC Zweibrücken / Anpfiff um 17.30 Uhr im Stadion Wattweiler Berg / Dank Peter Rubeck Aufbruchstimmung beim TSC

Unser Bild: Man kennt sich, man schätzt sich! Mit Björn Klos (im Hintergrund) und Zweibrückens Peter Rubeck (hier noch im Dienste der SG Ballweiler) stehen sich beim Testspiel morgen zwei sehr engagierte und emotionale Trainer gegenüber. (Archivfoto: -jf-)        

Nach dem Test ist vor dem Test. Klingt verdammt nach Corona, hat aber diesmal mit Fußball zu tun. Denn nur knapp 70 Stunden, nachdem Schiedsrichter Pascal Frenzel Borussias Vorbereitungsspiel gegen den VfB Theley abgepfiffen hat, wartet schon der nächste Gegner. Der TSC Zweibrücken fühlt den Schützlingen von Björn Klos morgen am frühen Abend auf der Sportanlage am Wattweiler Berg in Zweibrücken-Bubenhausen auf den Zahn. Das Testspiel wird um 17.30 Uhr von Schiedsrichter Florian Stahl vom SVN Zweibrücken angepfiffen.

Für einen Borussen wird die Partie sicherlich eine ganz besondere: Joshua Penth ist erst vor wenigen Wochen aus Zweibrücken ins Ellenfeld gewechselt. Personell wird es bei der Borussia gegenüber dem vergangenen Mittwoch kaum Veränderungen geben, mit Tim Braun stößt ein Innenverteidiger wieder zum Team, der zuletzt beruflich verhindert war.  Nur allzu gerne möchten die Borussen an die gute Vorstellung beim überzeugenden 8:0 gegen den VfB Theley anknüpfen. Doch der Turn- und Sportclub aus Zweibrücken, der bereits seit drei Wochen im intensiven Trainingsbetrieb (bis zu fünf Mal wöchentlich!) ist, wird sicherlich hochmotiviert zu Werke gehen und versuchen, dem Gast das Leben so schwer wie möglich zu machen. Denn in der Westpfalz herrscht Aufbruchstimmung, seit mit Peter Rubeck ein renommierter Trainer das sportliche Szepter schwingt. Der 59jährige, bereits beim FC Homburg, Wormatia Worms, Eintracht Trier und beim TSC-Lokalrivalen SV Niederauerbach erfolgreich tätig, hat große Ziele und möchte den Traditionsclub aus der Landesliga nach oben führen – ganz im Einklang mit dem sportlichen Leiter Hakan Haliloglu, der offen zugibt. „Ja, wir wollen in die Verbandsliga aufsteigen, aber nicht mit Gewalt, sondern mit gewachsenen Strukturen, so dass wir uns dort auch etablieren können. Dazu gehört aber nicht nur eine gute Mannschaft, sondern das ganze Umfeld muss passen.“ Mit Peter Rubeck, so ist man in Zweibrücken überzeugt, hat man den richtigen Steuermann gefunden.

Der war schon seit März in die Kaderplanung mit eingebunden. „Die Spielerdecke war in der vergangenen Saison zu dünn. Wir haben uns vergrößert und mit Sicherheit auch ein paar gute Akteure dazubekommen“, zieht Rubeck eine erste Transferbilanz. Allein von seinem Ex-Club SG Ballweiler hat der Coach fünf Spieler mitgebracht: Maximilian und Felix Decker, Max Leyes, Luca Brödel und Torhüter Lucas Schmidt. Darüber hinaus heuerten Erik Bischof (U23 FK Pirmasens), Jan Tüllner und Jan Patrick Buchheit (beide von der SG Knopp-Wiesbach), Noel Maurice Weis (SG Rieschweiler), Pawel Paryz (SV Reiskirchen) und Steven Mathieu (SV Palatia Contwig) am Wattweiler Berg an. Stolze 25 Mann umfasst der Kader – eine Zahl, von der Björn Klos, Rubecks Kolllege auf der Borussen-Bank nur träumen kann. „Doch das Zusammenwachsen braucht Zeit“, weiß der erfahrene Rubeck, auch wenn er unumwunden zugibt: „Es ist schon mein Bestreben, weiter oben mitzuspielen.“ Die Aufstiegsrunde in der zweigeteilten Landesliga-Runde soll es dann doch sein!

Pflichtspiel-Berührungspunkte zwischen der Borussia und dem TSC gab es lange, lange Zeit nicht mehr. In der Regionalliga-Spielzeit 1963/64, siegten die Borussen auf dem Weg zum Südwesttitel und späteren Bundesliga-Aufstieg im Ellenfeld mit 5:0, doch im Rückspiel vermochte der TSC dem Gast aus dem Saarland mit 2:1 immerhin eine von nur zwei Saisonniederlagen beizubringen! Im Laufe der Jahre verabschiedete sich der Traditionsclub vom höherklassigen Fußball, rutschte 2011 sogar bis in die neuntklassige A-Klasse Pirmasens-Zweibrücken ab. Bis 2015 gelang dann der Durchmarsch zurück in die Landesliga.

Ein Ex-Borusse ist eine der prägenden Gestalten in der TSC-Nachkriegsgeschichte. Erich Leibenguth, der gebürtige Wellesweilerer, war von Karl Regitz entdeckt worden und organisierte fast zwei Jahrzehnte – mit Ausnahme der Kriegsunterbrechung – das Mittelfeldspiel der Borussia. Er stand nicht nur im geheimnisumwitterten Notizbach des 54er-Weltmeister-Trainer Sepp Herberger, sondern auch auf dem Sprung ins Nationalteam. Doch Leibenguth war in den 50er Jahren im Sinne der FIFA kein Deutscher mehr. Das Saarland war eigenständiges Mitglied der Fußballorganisation, und so musste sich der mit reichlich Spielideen und präziser Schussicherheit gesegnete Borusse mit der Spielführerrolle der Saarauswahl begnügen. Welch ein großartiger Fußballer in Leibenguth steckte, zeigte er bei einer Begegnung in der Saison 1947/48 gegen den 1. FC Kaiserslautern, als er sich nach einem Armbruch mit Schiene bis zum Schluss weiterspielte und am Ende der Spielzeit mit 39 Treffern (!) zweitbester Torschütze hinter seinem Freund Fritz Walter wurde. Als Trainer hat er dann „den TSC über Jahre zu einer Mannschaft geformt, die – beflügelt von der eigenen Phantasie – über den Kampf zum Spiel fand und damit eine Begeisterungsfähigkeit entwickelte, die heute in Zweibrücken kaum oder nur sehr schwer noch vorstellbar ist“, heißt es in der TSC-Chronik auf der Vereins-Website.

Und noch ein der älteren Generation bekannter Mann trug das schwarz-rote Trikot des TSC: Ein gewisser Horst Nußbaum, als Musikproduzent unter dem Namen Jack White sehr erfolgreich, kam nach den Stationen Viktoria Köln und FK Pirmasens nach Zweibrücken, ehe er sich dem holländischen Erstligisten PSV Eindhoven anschloss und dort die Vizemeisterschaft gewann.

Navigationsadresse für Borussia-Fans: TSC-Sportanlage, Wattweiler Straße 36, 66482 Zweibrücken-Bubenhausen.

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