Bis zum Schluss eine enge Kiste

Presseschau und andere Nachbetrachtungen zur Partie der Borussia gegen die Sportfreunde Köllerbach

Unser Bild: Furkan Erdogan (gelbes Trikot, hier „im Tanz um den Ball“ umringt von den Köllerbachern Basel Naj Mohammad, Sascha Fess und Mike Seewald, v.l.) verdiente sich für den „Saar.Amateur“ die Bestnote gegen Köllerbach: „Seine Formkurve zeigt ganz klar nach oben.“ (Foto: -jf-)

Das Spitzenspiel zwischen der Borussia und den Sportfreunden Köllerbach steht natürlich auch im Focus der Berichterstattung in den saarländischen Sportmedien. Hier ein kleiner Einblick in die Sichtweisen zum Spiel.

Die Homepage des Gegners aus Köllerbach fasst die Partie im Ferraro-Sportpark ganz knapp zusammen: „Nach einer geschlossenen Mannschaftsleistung gewann unsere erste Mannschaft erstmals in einem Meisterschaftsspiel bei der heimstarken Borussia. (…) Durch ein frühes Tor und zwei späte Tore in der Nachspielzeit gewann unser Team letztlich verdient mit 3:0 Toren (…) und festigte Rang zwei in der Saarlandliga.“ Wermutstropfen im Siegesbecher ist für die Sportfreunde die Verletzung des Torschützen zum 0:1, Mike Seewald: „Er ist der Mann der Stunde. Drei Tore in den letzten drei Spielen. Doch bei seinem letzten Einsatz beim 3:0-Erfolg in Neunkirchen musste er verletzt ausgewechselt werden. Er erlitt eine Gesichtsschädelfraktur. Dies wurde heute im DRK-Klinikum in Saarlouis diagnostiziert. Wie lange Mike fehlen wird, ist noch nicht bekannt“, lautete die Hiobsbotschaft für alle Köllerbacher Fußballfreunde auf der facebook-Seite der Sportfreunde. Die im „Saar.Amateur“ geäußerten Hoffnungen von Robin Vogtland und Co-Trainer Florian Bohr, be der Verletzung handele es sich „nur“ um eine starke Prellung, erfüllten sich nicht. Den allseits geäußerten Wünschen für eine baldige Genesung schließt sich Borussia gerne an – alles Gute und gute Besserung!

Für den „Saar.Amateur“ war die Partie im Ellenfeld das „Spiel der „Woche“ in der Saarlandliga. Berichterstatter Boris Schellenberg attestierte den Borussen eine „beherzte Vorstellung“ und führte aus: „Nach dem starken Heimspiel unter der Woche gegen Saar 05 zeigte Neunkirchen auch gegen Köllerbach eine klasse Partie. Nach gutem Beginn der Borussia waren es jedoch die Gäste, die nach zehn Spielminuten mit 1:0 in Führung gingen. (…) Doch Neunkirchen zeigte sich unbeeindruckt und hatte kurz darauf durch einen strammen Schuss von Furkan Erdogan die Chance zum Ausgleich, die Gäste-Keeper Sascha Segarra-Gil jedoch vereitelte. Neunkirchen agierte weiter gefällig, lieferte sich vor 340 Zuschauern mit Köllerbach eine rassige Partie und hatte gegenüber den Gästen optische Vorteile.“ Die entscheidende Schlussphase „einer sehr intensiven und hochspannenden Begegnung“ wird unter der Überschrift „Hektik zum Schluss“ wie folgt geschildert: „In der 90. Minute hatte Yannick Nonnweiler mit einem strammen Schuss das 2:0 auf dem Fuß, doch Borussen-Keeper Philippe Persch parierte bärenstark und hielt seine Mannschaft dadurch im Spiel. Im direkten Gegenzug hatte Kevin Saks eine tolle Schusschance, die Gästekeeper Segarra-Gil genauso klasse entschärfen konnte (91.). Der daraus resultierende Eckball sollte dann zur Vorentscheidung und auch zu vielen Diskussionen nach der Partie führen. Borussen- Keeper Persch wurde von Trainer Björn Klos nach vorne beordert und Neunkirchen setzte noch einmal alles auf eine Karte. Der Ball kam herein und sprang einem Gästespieler an die Hand! Während Neunkirchens Spieler vehement protestierten, nutzte Yannick Nonnweiler die Situation und traf auf der anderen Seite aus über 40 Metern ins leere Tor zum 2:0 für Köllerbach. Der Jubel auf Seiten der Gäste war natürlich riesig nach diesem schönen Treffer von Nonnweiler! Nur zwei Minuten nach dem 2:0 kam es dann zu der nächsten kuriosen Situation. Nach einem langen Ball von Köllerbach fing Borussen-Torsteher Persch den Ball souverän ab und traf dabei mit dem Knie den heranstürmenden Gästespieler Georgios Anastasopoulos. Schiedsrichter Thorsten Rock zückte sofort die Rote Karte für den Keeper und entschied auf Strafstoß für Köllerbach. Valentin Solovej ließ Janosch Scherer, der mittlerweile für Persch im Tor stand, keine Chance und traf zum etwas zu hohen 0:3-Endstand.“

Sorgenfalten bei Björn Klos (li.): Yannick Bach war mit Oberschenkelproblemen ins Spiel gegangen, musste trotz Pflege von Physio Horst Marin zur Pause raus – „ist wohl nur eine Zerrung“, so der „Capitano“ nach dem Spiel. (Foto: -jf-)

Wie immer im „Spiel der Woche“ verteilt der „Saar.Amateur“ Noten für jeden einzelnen Spieler. Die Bestnote (1,5) im schwarz-weißen Trikot verdiente sich diesmal Furkan Erdogan, und das nicht nur wegen zweier gefährlicher Schüsse, die beide fast zum Ausgleich geführt hätten. „Eroberte viele Bälle und strahlte auch Torgefahr aus. Seine Formkurve zeigt ganz klar noch oben“, meint der „Saar.Amateur“, der auf Seiten der Borussen insgesamt sechsmal die Note „gut“ (Philippe Persch, Tim Cullmann, Marco Dahler, Mo Benghebrid, Daniel Schlicker und Tom Fink) verteilte. Das Prädikat „befriedigend“ (3) erhielten Kamil Czeremurzynski („Gewohnt engagiert und zweikampfstark, lediglich im Spielaufbau etwas überhastet und dadurch mit ungenauen Zuspielen“) und Kevin Saks („enorm bemüht und engagiert, aber etwas unglücklich im Abschluss“). Als „ausreichend“ (4) wurden die Leistungen von Yannick Bach, Janosch Scherer und Daniel Ruschmann bewertet. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass Yannick Bach schon mit muskulären Problemen in die Partie hineingegangen war, deshalb ungewohnt passiv agierte und zur Halbzeit ausgewechselt werden musste. Janosch Scherer, für Yannick Bach gekommen, schlug gute (Diagonal)Pässe und öffnete das Spiel der Borussen, in den Zweikämpfen ist jedoch sein (beruflich bedingter) Trainingsrückstand unübersehbar – betrachtet man seine fußballerische Veranlagung, gehört nicht viel Phantasie dazu sich vorstellen, was er unter optimalen Bedingungen zu leisten im Stande wäre! Daniel Ruschmann begann gut, „hatte eine gelungene Aktion am Anfang, tauchte dann aber ab und wurde zur Pause ausgewechselt“, begründet der „Saar.Amateur“ seine Bewertung. Insgesamt kommt das Borussen-Team auf einen Notendurchschnitt von 2,7.

Robin Vogtland erkannte Borussias Leistung an: „Neunkirchen war ein Gegner auf Augenhöhe und der Sieg schon etwas glücklich“, bilanziert der Coach der Sportfreunde im „Saar.Amateur“. „Es war das erwartet schwere Spiel. Neunkirchen hat in der zweiten Halbzeit den Druck erheblich erhöht. Da hatten wir teilweise das Spielglück auf unserer Seite, andererseits haben wir uns defensiv immer wieder gut in die Bälle hineingeworfen und den Gegner am finalen Schuss gehindert, das war dann entscheidend“, so Vogtland, der kritisch anmerkte, „dass wir es versäumt haben, bei den sich bietenden Konterchancen, als die Borussia aufgemacht hat, das entscheidende zweite Tor früher zu schießen, um Ruhe reinzukriegen. So war es bis ganz zum Schluss eine enge Kiste. Denn hier im Ellenfeld kann man sich bis zur letzten Minute nie sicher sein. Umso glücklicher sind wir über die drei Punkte, denn hier ist nicht einfach zu gewinnen!“

Abschied im Sommer: Der gegen Köllerbach verletzte Jens Kirchen (re.) wird Borussia nach sechs Jahren verabschieden und in seinem Wohnort als Spielertrainer beim VfB anheuern. (Foto: -jf-)

Nicht zum Aufgebot der Borussia gehörte wegen muskulärer Probleme Spielmacher Jens Kirchen. Der 30jährige sprach am Rande des Spiels über seinen bevorstehenden Abschied aus dem Ellenfeld im Sommer. Jens Kirchen war nach den Stationen Eintracht Trier, SV Mettlach, CS Petange/Lux. und SVN Zweibrücken zu Beginn der Saison 2013/2014 zur Borussia gekommen und avancierte schnell zum Leistungsträger. Nach schweren Verletzungen konnte er sich immer wieder herankämpfen und prägte über die Jahre hinweg das Gesicht der Borussia. Ab 1. Juli wechselt Jens Kirchen als Spielertrainer in die Kreisliga B zum VfB Waldmohr in die Pfalz, wo er auch wohnt und arbeitet. Dass der Mittelfeldregisseur bis zuletzt alles für die Borussia in die Waagschale werfen wird, daran hat keiner, der Jens Kirchen kennt, auch nur den geringsten Zweifel! „Den Abschied möchte ich aber auf jeden Fall gemeinsam mit den Mannschaftskameraden und den Fans zum Saisonschluss noch richtig feiern“, ließ Jens Kirchen schon verlauten. Man darf sicher sein: Er wird sich was einfallen lassen! (-jf-)

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