3:1 in Hasborn – erster Saisonsieg für Borussia

Michael Müller, Danny Kleinbauer und Simon Schreibeisen schossen schon zur Pause einen klaren Vorsprung heraus / Ehrentreffer für Hasborn durchs Christian Lenschs Elfmeter

Unser Bild: Neuzugang Michael Müller sorgte nicht nur für die Borussen-Führung, sondern verlieh auch der Defensive mit seinem unbändigen Einsatz (hier gegen Hasborns Steffen Lenhardt) viel Stabilität- (Foto: -jf-)

Peter Rubeck machte es im Spielerkreis nach den 90 Minuten in Hasborn kurz: „Jungs, das habt ihr gut gemacht. Einstellung und Wille war absolut in Ordnung, es passt zwar noch nicht alles, aber der Sieg heute war ganz wichtig. Ihr habt ihn euch redlich verdient. Und jetzt freue ich mich auf Euer Tänzchen!“ Das ließen sich die Borussen nicht zweimal sagen. Unter Taktgeber Christoph Stemmler ging es zweimal links herum, zweimal rechts herum, und wieder von vorne: „Schalalalalala, schalalalalala, Bo-rus-sia“, bis sich das Ganze in ein etwas chaotisch-kreatives Getümmel auflöste – Premiere für die neue Spielzeit. Und das gegen einen Gegner, der nach dem 5:0-Kantersieg beim SC Halberg-Brebach gerne weiter auf der kleinen Euphori-Welle geritten wäre.

Den Grundstein zum 3:1-Erfolg im Waldstadion legte Borussia bereits in der ersten Halbzeit. Zwar hatten die Gastgeber durch Steffen Lenhardt die erste Chance, der auf der rechten Seite freigespielt zum Schuss kam, aber Philippe Persch war zur Stelle und verhinderte Schlimmeres (9.). Ein Distanzschuss von Tim Braun, bei dem Ex-Borusse Jonas Merhej im Tor der Rot-Weißen nachfassen musste, signalisierte erste Gefährlichkeit im Hasborner Strafraum (14.). Dort herrschte nach 23 Minuten Alarmstufe Rot, denn nach einem abgeblockten Schuss von Kevin Saks wurde ein Kopfball von Danny Kleinbauer in höchster Not zur Ecke geklärt. Das hätte schon das 0:1 sein können. Doch das ließ nicht lange auf sich warten: Die Borussen. die das Heft jetzt in die Hand genommen hatten, setzten nach und gingen dank Lufthoheit mit einer Kopfballstafette in Führung: Ein langer Einwurf von Niklas Allenfort auf Höhe des Strafraums wurde von Kapitän Marco Dahler per Kopf verlängert, Michael Müller war vorgerückt und beförderte ebenfalls per Kopf das Leder über Jonas Merhej hinweg ins Netz (25.).

Tor in vier Akten: Marco Dahler verlängert den langen Einwurf von Niklas Allenfort … (1)

Michael Müller ist ebenfalls per Kopf zur Stelle … (2)

… der Ball hat sich über Jonas Merhej hinweg ins Tor gesenkt … (3)

… ehe sich der Torschütze (Mitte) von Kevin Saks, Danny Kleinbauer, Simon Schreibeisen und Dylan Sodji die verdienten Glückwünsche abholt (4). (Fotos: -jf-)

Mit einer Energieleistung baute Danny Kleinbauer die Führung aus. Der junge Stürmer ließ sich nach einem Steckpaß von keinem Geggenspieler mehr aufhalten, behielt auch vor dem ihm entgegenstürzenden Jonas Merhej die Nerven und schickte den Ball ganz cool zum 0:2 ins Netz (35.). Und noch vor der Pause setzte Borussia noch eins drauf: Nach Vorarbeit von Kevin Saks war es Simon Schreibeisen, der weit ausholte und mit dem rechten Fuß das Leder aus der Luft ins Tor jagte. Ein beruhigender Vorsprung? Nur auf den ersten Blick.

Denn die Rot-Weißen, von Coach Heiko Wilhelm in der Kabine neu eingestellt, kamen mit der festen und sichtbaren Entschlossenheit aus der Kabine, der Partie doch noch eine Wende zu geben, und sorgten mit den ersten Aktionen für ziemliche Unruhe in Borussias Defensive: „Wollt ihr denn alles spielerisch lösen?“, hinterfragte ein aufgeregter Peter Rubeck das Abwehrverhalten seiner Schützlinge. Die überstanden die Drangperiode der Gastgeber schadlos, auch eine große Chance von Steffen Lenhardt blieb ungenutzt, als Hasborns Nummer 9 nach Flanke von Christian Lensch frei vor Philippe Persch den Ball über den Kasten jagte. Die Borussen kamen erstmals wieder nach 65 Minuten bei einem Kopfball von Dylan Sodji aussichtsreich vors Tor von Jonas Merhej.

Nach einer Zehn-Minuten-Zeitstrafe für Tim Cullmann erhöhten die Rot-Weißen in Überzahl nochmal den Druck. So musste Philippe Persch bei einem Schuss von Sven Görgen abtauchen, um das Leder mit den Fingerspitzen zur Ecke abzuwehren, wenig später boxten die Fäuste des Borussen-Keepers den Ball aus der Gefahrenzone, bevor ein Gegner einschussbereit war. Die endgültige Entscheidung hätte dann Kevin Saks nach genau getimter Flanke von Kamil Czeremurzynksi besorgen können, der mit seinem wuchtigen Kopfstoß Jonas Merhej zu einer Flugeinlage zwang. Kurz vor Schluss kam Hasborn dann doch noch zum dank der unermüdlichen Bemühungen verdienten Anschlusstreffer, für den allerdings ein Foulelfmeter (Christian Lensch verwandelte sicher) herhalten musste.

Vorentscheidung. Danny Kleinbauer behält vor Jonas Merhej kühlen Kopf und netzt zum 0:2 ein (oben), groß ist die Freude mit den Mannschaftskameraden. (unten) Fotos: -jf-)

„In der ersten Halbzeit haben wir die Konter richtig gut gesetzt. Es ist uns taktisch gelungen, die zentralen Spieler des Gegners weitgehend zu neutralisieren. Und nachher haben wir die Führung gut und leidenschaftlich verteidigt“, hob Peter Rubeck die positiven Aspekte hervor, sah aber noch Defizite in punkto Cleverness: „Die Konterchancen in der zweiten Halbzeit müssen wir besser zu Ende spielen. Auch haben wir noch zu viel zugelassen, die Abläufe passen noch nicht. Aber jetzt nach dem Ende der englischen Woche haben wir Zeit, uns in der Trainingsarbeit auf diese Dinge zu konzentrieren.“ Besonders gefreut hat den Borussen-Trainer, „dass heute alle Spieler – auch die, die verletzt waren oder nicht im Kader standen – da waren und damit Teamgeist demonstriert haben. Das wollen wir auch in Zukunft so halten.“ Ein Sonderlob galt Simon Schreibeisen und Sebastian Cullmann, die sich trotz ihrer Blessuren zur Verfügung stellten: Simon Schreibeisen spielte wegen einer bei einem häuslichen Unfall erlittenen Platzwunde auf der Stirn mit Kopfverband, Sebastian Cullmann zog trotz getapten Nasenbeinbruchs nach seiner Einwechslung selbst bei Kopfbällen nicht zurück und haute sich voll rein. „Auch deshalb bin ich stolz auf das, was die Jungs heute abgeliefert haben“, so Peter Rubeck, dem das Abschlusstänzchen seiner Schützlinge sichtlich gefiel: „Überragend! Ich hoffe, wir können das in dieser Saison noch oft aufführen.“

Weniger glücklich an diesem sonnigen Nachmittag im Waldstadion: Die Leistung des Unparteiischen Olivier Wolfers. Einmal gelb für Hasborn, 7 gelbe Karten für die Borussia, eine Zeitstrafe für Hasborns Christian Lensch, zweimal Zehn-Minuten-Strafe für die beiden „Cullmänner“ auf Borussen-Seite, dazu die rote Karte für Rot-Weiß-Coach Heiko Wilhelm – eine Bilanz, die für ein zwar umkämpftes, aber keinesfalls unfaires Spiel ziemlich überzogen erscheint.

Ihre Freizeit für fußballerische Weiterbildung nutzten nur einen Tag nach dem Spiel in Hasborn Sebastian Cullmann und Tim Braun, die sich auf dem Lauterer Betzenberg gemeinsam den 2:1-Sieg der Roten Teufel gegen den FC St. Pauli ansahen. Was sie da zu sehen bekamen, können sie sicher auch beim nächsten Heimspiel gegen den FV Eppelborn (Sonntag, 14. August, Anstoß: 17.00 Uhr) auf dem Ellenfeld-Rasen umsetzen: Kampfbereitschaft, Wille, mannschaftliche Geschlossenheit – einer für alle, alle für einen! (-jf-)

Statistik: RW Hasborn – Borussia 1:3 (0:3)

Borussia: Philippe Persch – Niklas Allenfort, Tim Braun (53. Kamil Czeremurzynski), Tim Cullmann, Marco Dahler (ab 77. Florian Stopp), Nico Purket, Michael Müller, Simon Schreibeisen (58. Tim Klein), Dylan Sodji (58. Sebastian Cullmann), Danny Kleinbauer, Kevin Saks (ab 77. Tiziano Pompa). – Co-Trainer: Özal Acar. – Trainer: Peter Rubeck.

Tore: 0:1 (25.) Michael Müller, 0:2 (35.) Danny Kleinbauer, 0:3 (45.) Simon Schreibeisen, 1:3 (90.) Christian Lensch (Foulelfmeter). – Zuschauer: 250. – Schiedsrichter: Olivier Wolfers (SF Hanweiler). – Gelbe Karten Borussia: Tim Braun, Tim Cullmann, Danny Kleinbauer, Nico Purket, Simon Schreibeisen, Michael Müller, Kamil Czeremurzynski. – Zeitstrafen Borussia: Tim Cullmann, Sebastian Cullmann.

Unten stehend einige Bild-Impressionen aus dem Waldstadion vom Spiel der Borussia in Hasborn. (Alle Fotos: -jf-)

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