1:0 in Quierschied – Borussia wieder mit Pokalgesicht!

„Goldenes Tor“ durch Kristof Scherpf / Verdienter Sieg: Plus an Zweikämpfen, Chancen, zweiten Bällen / Björn Klos: „Richtige Reaktion gezeigt!“

Unser Bild: Strahlende Gesichter nach kampfbetonten 90 Minuten in Quierschied bei (v.l.)Mikail Murioglu, Vincenzo Accursio, Josef Hindi und Kapitän Marco Dahler – Borussia hat wie im Vorjahr das Viertelfinale des Saarlandlokals erreicht. (Foto: Susi Welter)

Raus aus der Liga, rein in den Pokal. Die positive Kraft des anderen Wettbewerbs hat Borussia im Laufe dieser Saison schon des Öfteren gespürt und wieder neuen Schwung gesammelt für die Meisterschaft. Denn mit Ausnahme des 5:0-Erfolgs in der 4. Runde beim SSV Pachten, dem ein 6:1-Sieg in Schwalbach vorausgegangen war, gingen die Borussen in die Pokalspiele stets mit der Hypothek von Niederlagen: Vor dem 8:0 in Münchwies stand ein 0:4 in Reimsbach, vor dem 5:0 in St. Ingbert ein 0:3 in Auersmacher, vor dem 6:0 in Limbach ein 0:3 in Brebach. Das war jetzt auch anlässlich des Gastspiels bei der Quierschieder Wambe nicht anders: Nach dem 0:2 gegen Saar 05 vor ein paar Tagen gewannen die Schützlinge von Björn Klos am Franzenhaus hochverdient mit 1:0 und zogen ins Viertelfinale des Saarlandpokals ein. Ein Gesetz der Serie? „Same procedure as every round“, ist man geneigt zu sagen.

Ermutigt durch eine emotionale Ansprache ihres Trainers gingen die Borussen von der ersten Minute an mit mannschaftlicher Geschlossenheit konzentriert und engagiert zur Sache und ließen die Gastgeber überhaupt nicht zur Entfaltung kommen. Schon nach knapp 20 Minuten standen vier Chancen für Borussia zu Buche. Nach erster Torannäherung bei einem Schuss von Kristopf Scherpf (4.) und einem Kopfball von Tim Klein (6.)konnte Keeper Benedikt Schmitt Daniel Schlickers Geschoss aus der Distanz gerade noch so mit einer Hand abwehren. Die beste Gelegenheit ergab wenig später Nyger Hunter, der das Leder nach einem Quierschieder Ballverlust im Zentrum eigentlich nur noch ins Tor einschieben brauchte, aber vorbeischoss – das musste eigentlich die Führung für Borussia sein! Die Gastgeber, die in Halbzeit eins durch Fernschüsse über das Tor Gefahr allenfalls andeuteten, wirkten merkwürdig gehemmt: Möglicherweise erwies sich die Aussicht auf einen historischen Erfolg (noch nie hatte eine Quierschieder Mannschaft bislang das Viertelfinale erreicht) in den Köpfen der Akteure eher als Bremse statt als Motivation. Oder es lag an den aufmerksamen Borussen, die sehr druckvoll agierten, Quierschied immer wieder zu langen Bällen zwangen und im Kollektiv geschickt die Räume besetzen. Zudem stand die Defensive sehr sicher, in der – nach krankheitsbedingtem Ausfall von Tim Braun – erstmals Kapitän Marco Dahler und Kamil Czeremurzynski die Innenverteidigung bildeten.

In Quierschied wieder im Team und im zentralen Mittelfeld sehr zuverlässig: Borussen-Urgestein Tim Cullmann. (Foto: Susi Welter)

Auch nach dem Seitenwechsel war Borussia Herr der Lage und hielt die Gastgeber nach wie vor weitgehend vom Tor fern. Allerdings dauerte es bis zur 75. Minute, ehe nach einem Quierschieder Ballverlust eine Co-Produktion von Christoph Stemmler und Kristof Scherpf die Entscheidung herbeiführte. Kristof Scherpf, der erneut sehr lauffreudig agierte und zuvor zweimal die Führung auf dem Fuß hatte (46. / 56.), zog im Rückraum ab und belohnte sein Team für eine überlegene Leistung. Quierschieds Bemühungen, dem Spiel noch eine Wende zu geben, blieben ohne klare Linie, so dass Borussen-Keeper Marlon Beckinger einen wesentlich ruhigeren Pokalabend erlebte, als man es im Vorfeld der Partie erwarten konnte. Sein Gegenüber Benedikt Schmitt dagegen musste sich nach der Borussen-Führung noch gleich zweimal gegen Tim Cullmann (78. / 81.) und Jan Luca Rebmanns Freistoß (87.) bewähren.

Schütze des goldenen Tores: Borussias Mittelfeldmotor Kristof Scherpf (Mitte) krönte in Quierschied eine starke Leistung. (Foto: Susi Welter)

Björn Klos war natürlich nach den 90 Minuten sehr zufrieden. Nicht nur mit dem Ergebnis, mit dem die Borussen auch nach 5 Pokalrunden noch ohne jegliches Gegentor blieben, sondern vor allem auch mit der Mentalität, die die Mannschaft an den Tag gelegt hatten: „Fußballerisch war das sicher keine Glanzleistung, aber wir wussten, worum es geht, und haben so mit viel Tempo, großem Teamspirit und der richtigen Einstellung eine Reaktion auf die zuletzt in der Liga nicht so zufriedenstellenden Spiele gezeigt. Einer ist für den anderen gerannt. Wir hatten ein deutliches Plus an gewonnenen Zweikämpfen, bei den zweiten Bällen und den Torchancen. Deshalb ist der Sieg auch verdient. Ich bin stolz auf die Jungs“, so der Borussen-Coach. Das selbst gesteckte Ziel, im Pokal zu überwintern, ist wie im Vorjahr erreicht.

Auf Quierschieder Seite war die Enttäuschung verständlicherweise groß, hatte man doch viel Hoffnung und eine große Portion Euphorie in das Pokalspiel investiert. „Was unser Team aus diesem Abend unter Flutlicht mache, war schwach. Das haben sich sicher alle ganz anders vorgestellt, denn alles in allem war das ein sehr dürftiger Auftritt unserer Mannschaft, ohne die nötige Aggressivität und irgendwie ohne Mut“, heißt es in der Spielnachlese auf der Website der Sportvereinigung.

Quierschieds Keeper Benedikt Schmitt fängt das Leder sicher vor Kamil Czeremurzynski. (Foto: Susi Welter)

Ganz anders natürlich der Ausschlag auf dem Stimmungsbarometer der Borussia. „Unter den letzten Acht, darunter drei Regionalligisten, zu stehen ist für unsere junge Truppe ein toller Erfolg“, freut sich Björn Klos. Gibt es für das Viertelfinale, das am kommenden Sonntag im Clubheim des SV Auersmacher nach der Saarlandligapartie gegen den TuS Herrensohr ausgelost wird, einen Wunschgegner? „Ein Heimspiel wäre schön, vielleicht gegen einen Liga-Konkurrenten, so dass die Aussicht auf das Halbfinale besteht“, spricht der Trainer wohl dem ganzen Team aus der Seele, wohl wissend, dass der Pokal kein Wunschkonzert ist. Doch zunächst heißt es: Raus aus dem Pokal, rein in die Liga. Denn auch dort lautet der nächste Gegner (23. November): Spvgg Quierschied. Da gilt es dann, im Ellenfeld den Pokalerfolg zu wiederholen. (-jf-)

Borussia in der Statistik:

Unsere Mannschaft: Marlon Beckinger – Nino Kannengießer, Tim Cullmann, Kamil Czeremurzynski, Christoph Stemmler, Marco Dahler, Jan Luca Rebmann (ab 90. Josef Hindi), Kristof Scherpf, Daniel Schlicker, Nyger Hunter (ab 79. Vincenzo Accursio), Tim Klein (ab 88. Mikail Murioglu). – Unser Trainer: Björn Klos.

Tor: 0:1 (75.) Kristof Scherpf. – Schiedsrichter: Jörg Probst (Kleinblittersdorf). – Zuschauer: 270. – Gelbe Karte Borussia: Tim Cullmann (90.).

Das Achtelfinale auf einen Blick (die für das Viertelfinale qualifizierten Clubs sind fett gedruckt):

SV Schwarzenbach – FC Homburg 1:3

SV Rohrbach – 1. FC Saarbrücken 0:4

SV Hellas Bildstock – SC Halberg-Brebach 0:2

SV Auersmacher – Röchling Völklingen 3:1 n.V.

SF Köllerbach – TuS Herrensohr 2:4

SV Preußen Merchweiler – SV Elversberg 0:3

SV Bliesmengen-Bolchen – FV Diefflen 3:6

Spvgg Quierschied – Borussia Neunkirchen 0:1

1 Kommentar

  1. Hochverdient gewonnen.Außer den ausgelassenen Hochkarätigen in Halbzeit 1,gab es da nix zu meckern.Das die wilden Jungs das Ding unbedingt gewinnen wollten spürte man von Minute 1 bis Minute 90.ALTE LIEBE LEBT.

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