Zurück in der Saarlandliga: FV Siersburg

Wir stellen vor: Die Aufsteiger in die Saarlandliga (2) / Transfercoup mit prominenten Verstärkungen: Yannick Momper, Florian Bohr, Jannick Kurz und Torjäger Thomas Geibig kommen auf den Hautzenbuckel / Siersburgs Ziel: In der Liga etablieren

Unser Bild: Gruppenbild mit Burg – dieses Team schoss den FV Siersburg nach dreijähriger Abstinenz zurück in die Saarlandliga. (Foto: fupa.net)

Drei Jahre lang hatten sie auf die Saarlandliga verzichten müssen. Oder umgekehrt die Saarlandliga auf sie. Jetzt sind die Siersburger wieder in die höchste Spielklasse des Saarländischen Fußballverbandes (SFV) zurückgekehrt. Es war die wohl knappste Titel-Entscheidung im ganzen Verband: Da bei Saisonabbruch die Quotienten-Regelung zur Ermittlung von Meistern und Aufsteigern herangezogen wurde, hatte der FV Siersburg gegenüber dem schärfsten Konkurrenten FC Rastpfuhl hauchdünn (2,22 zu 2,21 Punkten im Schnitt) die Nase vorn.

Das Team von Coach Jan Peter Hauser und dem spielenden Co-Trainer Fabio Groß, der beim FV Diefflen bereits Oberliga-Erfahrung sammelte, hatte sich von Anfang an auf die Fahne geschrieben, in der Verbandsliga oben mitzuspielen. Dieses Ziel untermauerten die Siersburger mit drei Siegen zum Start eindrucksvoll. Der Grundstein zum Titelgewinn wurde zwischen dem 10. und 17. Spieltag gelegt, als man die volle Punkte-Ernte einfuhr und lediglich beim 1:1 in Reisbach einen Zähler abgeben musste. Vor allem die Auftritte auf fremden Plätzen waren stark, hier gab es mit dem 0:1 beim SV Gersweiler nur eine Niederlage. Auf eigenem Gelände zog man dagegen gleich dreimal (1:4 im Derby gegen Rehlingen, 0:3 gegen FC Rastpfuhl und SV Losheim). Im Saarlandpokal erreichte man die zweite Hauptrunde, in der man sich beim 0:4 gegen den Regionalligisten FC Homburg achtbar aus der Affäre zog. In der Winterpause kam dann mit Yannick Momper von den Köllerbacher Sportfreunden ein erfahrener Abwehrspieler auf den Hautzenbuckel, ehe die Corona-Krise den Spielbetrieb vorzeitig zum Erliegen brachte.

Als beste Torschützen erwiesen sich bis dahin Thomas Heitz (8 Treffer), Cayan Boz (7), Christopher Wendel (6) und Lukas Staretzek (5), für die exakt zwei Drittel der 39 Saisontore verantwortlich zeichneten. Dauerbrenner im Team waren Kenny Dillinger, Fabio Groß, Cayan Boz und Lukas Staretzek, die in allen 18 Partien auf dem Platz standen. Im Schnitt besuchten etwas mehr als 200 Fans die Heimspiele, 500 in den Lokalduellen gegen die Sportfreunde aus Rehlingen und 360 gegen den FSV Hemmersdorf bedeuteten Top-Werte.

Der 1926 gegründete Verein gehörte lange Jahre zum Inventar der Saarlandliga. 1997 aufgestiegen spielte man dort mehrere Jahre. Nach einem ersten Abstieg führte Trainerlegende und Taktikfuchs Uwe Klein die Siersburger 2013 nach einem hochdramatischen Relegationsspiel mit Elfmeterschießen gegen den TuS Steinbach wieder in die Saarlandliga zurück. Vier Jahre später führte der Weg unter Coach Nico Granata wieder in die Verbandsliga zurück. Jetzt will sich der FV Siersburg erneut in der Saarlandliga etablieren. Um dieses Ziel zu erreichen hat man namhafte Verstärkungen an Land ziehen können: Florian Bohr, zuletzt Spielertrainer in Köllerbach, bringt genauso Saarlandliga-Erfahrung mit wie Stürmer Jannick Kurz (vom TuS Herrensohr). Dazu kommen Tobias Daub (vom FC Ensdorf), Tobias Krauß (vom SV Ritterstraße) und Thomas Geibig (vom SV Friedrichweiler) auf den Hautzenbuckel. Gerade Thomas Geibig war in den vergangenen Jahren sehr torgefährlich: Der 31jährige weiß, wo das Tor steht, hat er doch in Verbands- und Landesliga für den SV Karlsbrunn und Friedrichweiler in 146 Spielen 127 Tore und 48 Assists auf seinem Konto – eine beeindruckende Bilanz! Bis auf Toni Jakic (zum FV Schwalbach) und Tim Kiefer (Großrosseln) bleibt der Kader, in dem viele Spieler schon lange in Siersburg sportlich beheimatet sind, weitestgehend zusammen. Die langjährigen Aktiven Stephan Hirschauer und Andy Brosette wechseln in die zweite Mannschaft in die Bezirksliga.

Die Vorfreude auf die neue Spielzeit ist rund um das Wahrzeichen des Ortes, die Siersburg, riesig. Wehrhaft wie die Festung im Hochmittelalter soll das Stadion am Hautzenbuckel in der Saarlandliga 2020/21 sein. „Dort warten interessante und bekannte Mannschaften wie VfB Dillingen, SV Mettlach, FV Schwalbach, Borussia Neunkirchen und Saar 05 auf unser Team“; heißt es auf der Vereinshomepage, wo man es allerdings bedauert, „dass mit Reimsbach ein uns gut bekannter Verein aus der Klasse abgestiegen ist.“ Seit dem 19. Juli befindet sich der FV Siersburg wieder in der Saison-Vorbereitung. Die Resultate in den bisherigen Testspielen lassen auf eine gute Frühform schließen: Der 1. FCReimsbach wurde mit 4:1 geschlagen, gegen Oberligist FV Diefflen gab es eine denkbar knappe 1:2-Niederlage und bei der SG Großrosseln hielt sich die Männer von Jan Hauser mit 5:0 schadlos.

Das Auftaktprogramm hält mit dem Heimspiel gegen die Sportfreunde Köllerbach, der Partie beim VfB Dillingen und dem Aufsteiger-Duell gegen dem SV Bliesmengen-Bolchen an den ersten drei Spieltagen ganz unterschiedliche, aber jedenfalls spannende Begegnungen bereit. Danach wird man vielleicht schon abschätzen können, in welche Richtung der Weg des FV Siersburg geht. Die beiden Spiele gegen die Borussia finden erst im kommenden Jahr statt: Zunächst kommt der FV Siersburg zum Rundenauftakt nach der Winterpause am 21. Februar ins Ellenfeld, die Borussia ist dann am 16. Mai 2021 zum 32. Spieltag auf dem Hautzenbuckel zu Gast. Borussia gratuliert den Sportfreunden aus Siersburg herzlich zur Rückkehr in die Saarlandliga und freut sich schon jetzt auf die beiden sportlichen Begegnungen! (-jf-)

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