Glückwunsch zum Kuntz-Werk!

Unser Bild: Ein „Neinkeijer Bub“ in den Schlagzeilen – Stefan Kuntz holte mit seiner U21-Nationalmannschaft den EM-Titel nach Deutschland, zum zweiten Mal nach 2017! (Fotos + Collage: -jf-)

Das Daumendrücken hat sich gelohnt! Die deutsche U21-Nationalmannschaft wurde am vergangenen Sonntag unter ihrem Trainer Stefan Kuntz mit einem 1:0 gegen die hoch eingeschätzten Portugiesen unerwartet Europameister. Der gebürtige „Neinkeijer Bub“ ist damit so erfolgreich wie kein deutscher U21-Nationaltrainer vor ihm. Drei Finals, zwei Titel – so lautet die eindrucksvolle Bilanz des oft als „Menschenfänger“ und „Talenteflüsterer“ bezeichneten Saarländers. Ganz Neunkirchen und die Borussia gratuliert Stefan Kuntz herzlich zu dem Triumph!

Dabei war das Trainerkapitel für Stefan Kuntz nach den Stationen beim Karlsruher SC, Waldhof Mannheim und LR Ahlen eigentlich nach eigenem Bekunden „definitiv beendet“, Immerhin hatte der frühere Torjäger seinen Heimatverein aus dem Ellenfeld im Jahr 2000 zur Oberliga-Meisterschaft geführt. 21 Jahre später tanzte der jung gebliebene 58jährige mit Freudentränen und ausgelassen mit seinen Jungs auf dem Rasen und verneigte sich vor seinem „golden boy“ und Torschützen Lukas Nmecha – eine symbolträchtige Handlung, die die Symbiose zwischen Trainer und Team unterstreicht. „Der Trainer schenkt jedem einzelnen Spieler das Vertrauen. Er ist taktisch sehr gut, kann uns motivieren und bringt Feuer in die Mannschaft. Der Zusammenhalt ist ihm wichtig. Er will, dass wir auf dem Platz und auch außerhalb alles für einander tun. Ich glaube, das ist der Grund für den Erfolg“, spricht Mergim Berisha das aus, was alle denken. Und ran-Experte Rene Adler glaubt: „Stefan kennt seine Spieler, und das sind vor allem Menschen! Er berührt die Menschen einfach und ist der Vater des Erfolgs. Er ist angekommen, ist mit sich im Reinen.“

Kaum etwas kann den Menschen und Sportler Stefan Kuntz, der im Jugendtrikot der Borussia vor 50 Jahren im Ellenfeld seine große Karriere startete, besser charakterisieren, einen tieferen Einblick in sein Seelenleben geben als seine eigenen Worte nach dem siegreichen Finale von Ljubljana. Die schönsten davon seien an dieser Stelle – im Sinne eines nachträglichen Glückwunsches – zusammengestellt.

„Der Pokal ist mehr was für den Briefkopf. Die Momente nach dem Schlusspfiff sind eine andere Form von Freude. Freude für die Seele, für das Herz.“ (über sein Empfinden unmittelbar nach Spielende)

„Hinter meinen Jungs stecken 25 Einzelgeschichten. Was wir jetzt zurückbekommen haben, ist unglaublich. Was in der Stunde nach dem Spiel zwischen Spielern und Trainer gesprochen wurde, ist fantastisch. Von meinen Spielern habe ich viele mündliche Poesie-Einträge erhalten!“ (über die Kommunikation mit seinen Schützlingen)

„Weißt du noch, wie ich bei euch zuhause war und von Deinem Vater Rühreier gegessen habe, um dich zu überzeugen, dass es schön ist für Deutschland zu spielen?“ (zum Torschützen Lukas Nmecha noch auf dem Spielfeld)

„Ich habe ihnen vor dem Spiel gesagt, dass sie ein Löwenherz brauchen, aber auch Adleraugen, damit wir alles erkennen. Und ihr müsst eine Hyänenbande sein – die kann keiner leiden, aber die bekommen zum Schluss immer das, was sie wollen!“ (über seine Motivationsrede)

„Wir wollten mit unserer Mannschaft aufzeigen, dass nicht nur Dribbelstärke und Sprintzeiten wichtig sind, sondern auch die Softskills: Wie viel Interesse jeder Spieler beispielsweise daran zeigt, den Matchplan umzusetzen. Dazu gab es einen harten Kern, diesen Zusammenhalt. Das hat die ganze Kombination so erfolgreich gemacht.“ (über das Geheimnis des Erfolgs)

„Der liebe Gott hat bei mir das Alkohol-Gen vergessen. Da bin ich nicht stark drin.“ (Zur Tatsache, dass es bei ihm bei den Feierlichkeiten nach dem Finale nur zwei Gin-Tonic gereicht hat)

„Es wurden Wetten verloren und Haare geschnitten. Aber das war eher im Staff. Bei den Spielern hatten wir keine größeren Ausfälle. Vielleicht haben sie aber gewartet, bis der Trainer im Bett ist. So clever sind sie ja schon.“ (über die Party nach dem Spiel)   

„Der Empfang ging mir extrem unter die Haut. Die DFB-Mitarbeiter haben Spalier gestanden. Es bestand bei mir extreme Tränengefahr.“ (über die Begrüßung in der DFB-Zentrale in Frankfurt)

„Ich konzentriere mich zunächst auf das Olympia-Turnier im Juli. Über alles andere mache ich mir danach Gedanken. Dann lasse ich alles nochmal auf mich wirken. Es geht darum: Wie sehen neue Ziele aus? Brauche ich eine neue Herausforderung? Ist der neue Jahrgang eine Herausforderung? Ein Nationaltrainer-Job hat von der Flexibilität her sicher seine Vorteile. Das würde aber nicht ausschließen, dass ich noch einmal eine Aufgabe in einem Verein mit täglichen Herausforderungen angehen würde, wenn alle Rahmenbedingungen passen.“ (über seine Zukunftspläne)

Quellen: Kicker-Sportmagazin, ran.de u.a. / Zusammenstellung: -jf-

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