Eine Allianz für Neunkirchen und die Borussia – die Chance, die Tradition in die Zukunft zu führen!

„Allianz Borussias 2025“, Teil 1: Borussias Sportvorstand Gunther Persch stellt im Interview das Projekt und seine Ziele vor

Gunther Persch, die Borussia gehört zweifellos zu den traditionsreichsten Vereinen im Saarland. Ist diese Tradition Belastung oder Ansporn?

GP: Borussia Neunkirchen, der 1905 gegründete ehemalige Bundesligist ist sich seiner Tradition bewusst – einer Tradition, die einerseits für den Verein sehr wichtig ist, andererseits aber auch eine große Belastung darstellt. Das altehrwürdige Ellenfeld, die großen sportlichen Zeiten – alles ist in die Jahre gekommen. Die großen Zeiten des Vereins sind längst Geschichte, und die Vergangenheit hat gezeigt, dass es an der Zeit ist, neue Wege zu gehen. Dabei ist es aber bedeutsam, nie zu vergessen, wer man einmal war, welche Erfolge die Borussia hatte, welch große Momente es im Ellenfeld gegeben hat, welch große Spieler für die Borussia aufliefen. Diese Tradition ist für alle Borussen, den Verein und seine Anhänger, fundamental, insofern ist sie auch Ansporn. Aber es ist dringend notwendig, die aktuelle Realität zu erkennen und anzunehmen. Es ist an der Zeit, neue Wege zu gehen, es ist an der Zeit, wieder ein Verein für die Menschen in und um Neunkirchen herum zu werden, es ist an der Zeit die Tradition mit der Zukunft zu verbinden. Borussia Neunkirchen und das Ellenfeld stehen immer noch für Kampf, für Leidenschaft, für sportliche Highlights. All das gilt es zu bewahren, aber vor allem mit neuem Leben zu füllen.

Wie soll das geschehen?

GP: Der erste richtige und wichtige Schritt wurde bereits gemacht. Der Verein hat erkannt: Die Zukunft sind unsere Kinder, unsere Jugendlichen, unsere Jugendarbeit! Die Anzahl der Jugendspieler konnte innerhalb der letzten zwei Jahre von 35 auf 160 fast verfünffacht werden. Damit sind die Weichen gestellt. Nun heißt es die entsprechenden Strukturen zu schaffen, die Infrastruktur zu verbessern, Trainer zu finden, die den eingeschlagenen Weg begleiten wollen. Das beinhaltet auch, den Trainern die bestmöglichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Arbeit bieten zu können. Entscheidend für langfristigen Erfolg und Nachhaltigkeit ist dabei eine angemessene Ausstattung der Jugendabteilung mit finanziellen Mitteln: Sie erlauben es, den Übungsleitern die Möglichkeit zu einer qualifizierten Fortbildung zu geben und mit dem erworbenen Wissen die Jugendabteilung zielorientiert weiter aufzubauen. Zu diesen Zielen gehört es, dass alle Jugendmannschaften von der G- bis zur A-Jugend wieder besetzt werden.

Wachsende Jugendabteilung: Im Ellenfeld tragen wieder fast 160 Jugendliche mit Stolz das schwarz-weiße Trikot! (Fotos: -jf-/Borussia Neunkirchen))

Nun hat ja ein Verein wie die Borussia auch innerhalb der Gesellschaft soziale Aufgaben. Gibt es deshalb auch Ziele, die über das Sportliche hinausgehen?

GP: Ganz klar! Unsere Kinder, Jugendlichen und deren Familien wieder eine Heimat bekommen, einen Ort, an dem sie Sozialkompetenz, Integration, Respekt, ein Mit- und ein Füreinander lernen und noch wichtiger, wo diese Werte gelebt werden. Damit auf diesem Weg die Borussia ihren Teil dazu beitragen kann, den Menschen im sozialen Brennpunkt Neunkirchen ein Stück Sicherheit und Vertrauen zu geben braucht es die Allianz Borussia 2025. Mit der Teilrenovierung der Jugendräume, dem Einbau einer neuen Küche, neuer Elektrik und einem frischen Anstrich hat der Verein im Rahmen seiner begrenzten finanziellen Möglichkeiten den Anfang gemacht. Mit dem Neubau neuer Funktionsräume, der Anlage eines neuen Rasenspielfelds im Stadion sowie einem neuen Umkleidetrakt unter der Tribüne und dem hoffentlich baldigen Bau einer Mehrfeld-Sporthalle am Ellenfeld sind die Signale für die Zukunft der Stadt Neunkirchen und der Borussia gestellt.

Welche Rolle spielen die aktiven Mannschaften, vor allem die erste Mannschaft der Borussia?

GP: Bei unserem Bemühen darf natürlich der Aktiven-Bereich mit unserer Damen-Mannschaft, AH Mannschaft, der zweiten und der ersten Mannschaft nicht in den Hintergrund geraten. Die erste Mannschaft soll langfristig wieder in die Oberliga zurückkehren. Seit zwei Jahren beschreiten wir einen neuen leistungsorientierten Weg eine Mischung aus jungen, talentierten Spielern, Spielern die schon länger das Borussen-Trikot tragen und sich mit der Borussia identifizieren und diesen Weg schon länger mitgehen. Hier wird mit Weitsicht, Bodenhaftung und der notwendigen Demut hart gearbeitet. Die Fehler der Vergangenheit dürfen nicht mehr gemacht werden, ein vorgegebener finanzieller Rahmen muss eingehalten werden. Allerdings ist eines ebenso klar: Ohne Erfolg, ohne sportliche Perspektive, ohne eine gute Portion Euphorie, die durch eine begeisternd und erfolgreich auftretende erste Mannschaft entfacht wird, ist eine Aufbruchstimmung nicht zu erzeugen! Denn die erste Mannschaft wird stets das Aushängeschild des Vereins bleiben. Deshalb muss es im Sinne eines Miteinander und Füreinander ein Gesamtkonzept für Jugend und Aktive geben.

Sportvorstand Gunther Persch: „Ein Bündnis aus Stadt, Politik, sozialen Einrichtungen, Firmen und Unternehmen, Gönnern und Freunden der Borussia ist gefragt!“ (Foto: -jf-)

Und hier kommt jetzt die sogenannte „Allianz Borussia 2025“ Ins Spiel.

GP: Wir waren vom Vorstand aus in Bielefeld und haben uns angeschaut, was dort unter dem Slogan „Bündnis für Ostwestfalen“ entwickelt worden ist. Arminias Geschäftsführer Markus Rejek hat sich viel Zeit genommen, um uns Einblicke in dieses Projekt zu geben, mit dem es gelungen ist, den im Dezember 2017 mit mehr als 30 Millionen Euro verschuldeten Verein zu sanieren. Finanzielle Unterstützung, Schuldenbereinigung und anschließend der Schulterschluss mit der ostwestfälischen Wirtschaft stellten die drei Schritte für die Rettung der Arminia dar. Ganz ähnlich brauchen wir eine solche Allianz, ein Bündnis für Neunkirchen und die Borussia, um das Projekt Borussia 2025 zu verwirklichen mit dem gemeinsamen Ziel, einen großen Schritt in Richtung Zukunft zu machen als ein Verein, der Kindern, Jugendlichen, Familien, Fans und allen Mitgliedern eine Heimat bietet. Ein Bündnis aus Stadt, Politik, sozialen Einrichtungen, Firmen und Unternehmen, Gönnern und Freunden und der Borussia ist gefragt. Wir alle stehen in der Verantwortung. Deshalb brauchen wir Euch, Sie alle, um gemeinsam in die Zukunft zu investieren und nachhaltig arbeiten zu können. Die schreckliche Pandemie hat uns schließlich vor Augen geführt, welch große Bedeutung ein Sportverein hat, der einen Treffpunkt für Sport, Spaß, soziale Kontakte bietet, der eine Konstante in unserem täglichen Leben ist, ein Ort, an dem Kinder und Menschen aus allen sozialen Schichten und aus den verschiedensten Völkergruppen zusammenkommen, um gemeinsam ihrer großen Leidenschaft, dem Fußballspiel, nachzugehen – einer Leidenschaft, die uns alle miteinander verbindet! Deshalb mein Appell: Bitte unterstützen Sie uns und helfen mit, dieses wichtige und zukunftsorientierte Projekt „Borussia 2025“ zum Erfolg werden zu lassen!

Gab es schon eine erste Resonanz auf das Projekt?

GP: Ja, sogar eine sehr erfreuliche Resonanz! Mein Dank geht an Josef Ferraro, der die Borussia mit seinem Unternehmen schon seit Jahren unter anderem als Trikotpartner unterstützt, hat 5.000,- Euro zur Verfügung gestellt, um die Allianz ans Laufen zu bringen. Matthias Woll, der in allen, auch den schwierigen Zeiten stets treu an Borussias Seite gestanden hat, hat den gleichen Betrag zugesagt. Ganz herzlichen Dank an die beiden, die wieder einmal gezeigt haben, dass sie Männer der Tat sind, auf die man sich absolut verlassen kann! 

Im Teil 2 erfahren Sie, wie sich jeder – von Privatpersonen, Mitglieder, Fans bis hin zu Firmen und Unternehmen – konkret an der „Allianz Borussia 2025“ beteiligen können!

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